Corona-Protest
Ruhiger Protest mit viel Zuspruch
Rund 450 Menschen kamen am Donnerstag zu einer Anti-Corona-Demo auf den Lichtenfelser Marktplatz.
Rund 450 Menschen kamen am Donnerstag zu einer Anti-Corona-Demo auf den Lichtenfelser Marktplatz.
Foto: Matthias Einwag
Lichtenfels – In Lichtenfels kamen rund 450 Menschen auf den Marktplatz zusammen. Die Polizei war stark vertreten.

Eine Anti-Corona-Demo am Donnerstag auf dem Marktplatz in Lichtenfels, außerhalb der bisher üblichen Zeit am Montag? Es war auch diesmal wieder unklar, wer hinter der Zusammenkunft steckt, wie schon bisher. Denn einen offiziellen Veranstalter gab es auch diesmal nicht.

Doch anders etwa als in Ebern, wo am Dienstag 500 Menschen zusammenkamen, hatte es im Vorfeld keine erkennbare Werbung rechtsextremistischer Kreise in sozialen Netzwerken gegeben. In Ebern hatte deshalb sogar der Verfassungsschutz gewarnt. In Haßfurt war es schon einmal der Fall gewesen, dass rechtsextreme Gruppen so eine Veranstaltung unterwandert hatten. Zumindest hatten dies rechte Gruppen im Nachgang behauptet. Rund zwei Kilometer waren rund 500 Menschen in Ebern unter großem Polizeiaufgebot durch die Stadt gezogen.

Wie lief es in Lichtenfels? Auch in Lichtenfels war die Polizei stark vertreten, aber es war eine ruhige Veranstaltung, jemand spielte Gitarre, die inzwischen bekannten Plakate mit Sprüchen wie „Hände weg von unseren Kindern“ waren zu sehen. Man stand ruhig auf dem Marktplatz. Auffällig war allein der deutlich höhere Zuspruch. Rund 450 Teilnehmer kamen, schätzte die Polizei.

Alle Proteste gegen die Corona-Maßnahmen vorher hatten sich ebenfalls in einem ruhigen Rahmen abgespielt. Bislang hatte es vier solcher Zusammenkünfte auf dem Marktplatz gegeben, die jüngste erst am 20. Dezember. Die Resonanz war unterschiedlich und schwankte zwischen 80 und 150 Personen. Sie liefen still und ohne besondere Vorkommnisse ab. Nur einmal waren zwei Betrunkene, die aber nicht der Szene zugerechnet werden, nach der Veranstaltung am 13. Dezember zum Schützenanger gezogen, wo in der Stadthalle der Stadtrat tagte. Dort schlugen sie gegen Scheiben, als sie nicht hereingelassen wurden und warfen Räder vor der Stadthalle um. Die Polizei fasste sie wenig später. Auch in Bad Staffelstein hatten sich Gegner der Corona-Maßnahmen zweimal auf dem Marktplatz zusammengefunden, anders als in Lichtenfels gab es aber hier einen verantwortlichen Organisator.