Priesterjubiläum
Klaus Dietz: Der schwedische Oberfranke
Neben einem individuell gestalteten Fotoalbum und weiterer Geschenke sorgte der Cousin des Jubilars, Bernhard Dietz (links), mit einem witzigen Miniatur-Rucksack für Schmunzeln.
Neben einem individuell gestalteten Fotoalbum und weiterer Geschenke sorgte der Cousin des Jubilars, Bernhard Dietz (links), mit einem witzigen Miniatur-Rucksack für Schmunzeln.
Foto: Gerd Klemenz
Birkach – Jesuitenpater Klaus Dietz erlebte einen stimmungsvollen Festgottesdienst zum goldenen Priesterjubiläum in seiner Heimatgemeinde Birkach.

Da ging dem 80-jährigen Geistlichen das Herz auf, als drei Mädchen aus Birkach neben der fränkischen auch die schwedische Fahne herantrugen und die schöne Geste verbal mit einem Gedicht garnierten. Wenn Pater Klaus Dietz aus dem fernen Schweden nach Birkach kommt, wo er einst Primiz feierte, schwingen immer viele Emotionen mit. Und das galt nun am Sonntag angesichts eines besonderen Grundes umso mehr.

Viele Gläubige wohnten – coronakonform, versteht sich – dem Festgottesdienst anlässlich des 50. Priesterjubiläums von Pater Klaus Dietz auf dem Vorplatz der Birkacher Kirche bei. Nachdem am Vorabend in Birkach im Beisein von Pater Klaus ein Jubiläumsbäumchen gepflanzt wurde und der Geistliche in einem Vortrag im Haus der Bäuerin eine kurzweilige Rückschau geboten hatte auf die nunmehr fünf Jahrzehnte seiner priesterlichen Tätigkeit, war der Festgottesdienst am Sonntag ein Indiz für die Beliebtheit des Jesuitenpaters in seiner alten Heimat.

Edgar Hagel erneut Konzelebrant

Der Jubilar nimmt sich selbst nicht so wichtig, wie in der feierlichen Messe augenscheinlich wurde, die – wie schon vor 25 Jahren beim silbernen Priesterjubiläums von Pater Klaus – Monsignore Edgar Hagel mitzelebrierte. Diese ihm eigene Bescheidenheit zum Ausdruck brachte Pater Klaus, als er seine Haltung anhand des schwedischen Sprichwortes „koka soppa pa en spik“ (eine Suppe aus einem Nagel kochen) erläuterte. Damit sei gemeint, dass man auch aus (fast) nichts etwas Großartiges schaffen könne. Und in diesem Sinne blicke auch er auf die vergangenen fünf Jahrzehnte seiner Priestertätigkeit zurück. Er allein als Priester könne nicht viel erreichen, er sei quasi der Nagel.

Christen müssen zusammenarbeiten

Es brauche vielmehr „Zutaten“, also Menschen, die ihn unterstützen oder auch – was ihm sehr viel bedeute – für ihn beten würden. „Eltern, Patenonkel und vielen anderen Menschen um mich herum, denen ich an dieser Stelle Danke sage, gehörten und gehören für mich zum Priestersein dazu“, so der Jubilar, der in diesem Zusammenhang auch das Wort an die den Festgottesgottesdienst stimmungsvoll umrahmenden Birkacher Musikanten richtete: „Auch sie müssen als Einheit spielen – und genauso müssen Christen zusammenarbeiten.“

„Deine Überzeugung, Menschen für Christus zu begeistern, ist selbst im 81. Lebensjahr noch sichtbar und spürbar“, betonte Bernhard Dietz, ein Cousin des Jubilars, als Sprecher aller Verwandten bei den Grußworten im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst. Als originelles Präsent übergab er dem Jesuitenpater unter anderem einen Miniatur-Rucksack. „Damit, lieber Klaus, kannst du ja den Jakobsweg noch einmal absolvieren“, scherzte Bernhard Dietz, der weiß, dass sein priesterlich nach wie vor engagierter Cousin auch eine sehr humorvolle Art hat. „Ja, das mach ich dann zu meinem Neunzigsten“, entgegnete der Geistliche lachend.

Ein Ständchen vom Bürgermeister

Monsignore Edgar Hagel richtete Grüße vom leitenden Pfarrer des Seelsorgebereichs, Markus Schürrer, aus. Auch Bürgermeister Bernhard Storath zeigte sich beeindruckt vom bewegenden Gottesdienst und meinte: „Heute hier sein zu dürfen, um Ihnen seitens der Gemeinde herzlich zu gratulieren, ist für mich keine Pflicht, sondern echte Freude.“ Und dann überraschte der Bürgermeister zur Begeisterung aller mit einer emotionalen Gesangseinlage, mit welcher er der Begeisterung des Jubilars für die Sache Jesu wohlklingend zum Ausdruck brachte: „Ich habe dir mein Herz geschenkt in 50 Jahren, so lange nun sich nun alles, ja wirklich alles um dich dreht“. Storath übergab dem Jubilar als Zeichen der Anerkennung dann einen Krug mit dem Wappen der Marktgemeinde und eine Ortschronik der Kommune. Neben dem Festgottesdienst, der von Regentropfen zum Glück verschont blieb, gab es an im weiteren Verlauf des Tages ein Mittagessen sowie am Nachmittag Kaffee und Kuchen für geladene Gäste sowie ein Dankgebet an der Kirche und einen Friedhofsgang.