Theatersommer
Fränkische Chansons mit Klasse
Die Künstlerin Lorraine Bühl ließ es sich nicht nehmen, einen alten „Kerwa-Tanz“ vorzuführen.
Die Künstlerin Lorraine Bühl ließ es sich nicht nehmen, einen alten „Kerwa-Tanz“ vorzuführen.
Foto: Corinna Tübel
Redwitz – Unter dem Titel „Was Sie schon immer über Franken wissen wollten… aber sich bisher nie zu fragen trauten“ unterhielt der Theatersommer in Redwitz.

Ein erster Aufführungstermin Anfang Mai des Jahres musste wegen schlechten Wetters bereits verschoben wurden. Am Sonntag konnte der Leiter des Awo-Sozialzentrums, Steffen Coburger, sowohl die Künstler als auch das Publikum, den Bürgermeister der Gemeinde Redwitz, Jürgen Gäbelein mit seiner Gattin, begrüßen und sich für einen wunderbaren Theaternachmittag bedanken.

In tiefer Verbundenheit

Dieser zeigte in witziger und oft schelmischer Darstellung die „Franken in ihrer Vielfalt“, wie sie Franz Zwosta selbst beschrieb. Seine Partnerin und er wissen schließlich, wovon sie sprechen, singen und spielen: Während Lorraine Bühl in Unterfranken aufwuchs, ist ihr Gegenüber ein „waschechter Oberfranke“. Das merkt man an einem authentischen Dialekt, aber auch an der tiefen Verbindung zur fränkischen Lebensweise und Kultur. Denn bei allem Witz, etwa auch über die regionalen Gaumenfreuden wie Rindfleisch mit Kree oder „Brodwöschd“, spürte das Publikum doch den Respekt und so manchen Wermutstropfen darüber, dass Bräuche und Traditionen mehr und mehr aus dem Alltag und der Festkultur verschwinden.

Gespräch mit dem Publikum

So ließ es sich etwa Lorraine Bühl nicht nehmen, alleine einen „Kerwa-Tanz“ vorzuführen. Den hatte sie schon vor der Vorstellung den Frauen und Männern im Publikum angekündigt, als sie bewusst das Gespräch zu diesen gesucht hatte. Auch während der Vorstellung wendeten sich die beiden Künstler immer wieder an die Bewohner, beispielsweise mit der Frage: „Was verbinden Sie mit dem Fränkischen?“. Hier gab es viele Zurufe, sind den Senioren doch noch so manche Begriffe oder Traditionen bekannter als Jüngeren.

„Aber das Programm ist für jede Altersstufe gedacht!“, verrät Frank Zwosta, der gemeinsam mit seiner Partnerin auch immer eine Übersetzung ins Hochdeutsche fast simultan im „Zwei-Kanal-Ton“ bot. Lediglich eine Überlegung blieb im Programm unbeantwortet: „Was wäre wohl, wenn der Schriftsetzer vom Luther, der die Bibel übersetzt hat, ein Franke gewesen wäre? Hätten wir dann zwei Buchstaben weniger im hochdeutschen Alphabet? Denn das harte p und t gibt’s ja net!“ Im Anschluss an den Theaternachmittags waren alle Bewohner zu fränkischen Grillspezialitäten eingeladen.

Das Programm des Fränkischen Theatersommer Landesbühne Oberfranken unter dem Intendanten Jan Burdinski mit über 200 Veranstaltungen in der Region ist unter www.theatersommer.de einzusehen.