Aktion
Wie Fußball-Nationalspieler und andere Stars
Den beiden E-Jugendlichen des SSV, Finn Ruppenstein und Felix  Landvogt, gefallen  die Klebebilder für das Sammelbuch.
Den beiden E-Jugendlichen des SSV, Finn Ruppenstein und Felix Landvogt, gefallen die Klebebilder für das Sammelbuch.
Foto: red
Schwabthal – Der Schwabthaler Sportverein hat sein Vereinsleben in ein Sammelalbum gepackt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sehen sich auf Bildern.

Nicht jedes Kreisklassentalent schafft den Sprung in die Bundesliga, doch mit „Sticker-Stars“ wird der Traum vom Fußballstar wenigstens auf dem Papier wahr. Ab sofort werden alle „Schwodler“ zu „Lokalen Stars“, genau wie die Profis zu Welt- und Europameisterschaften. Das ist zu einem in der Corona-Zeit gut für die Vereinskasse und zum anderen eine Freude für jeden Fan.

Den Schwabthaler Sportverein (SSV) gibt es seit Monatsbeginn auch als Sticker-Sammelalbum für zu Hause. Auf 358 Aufklebern hat der Klub die Vorstandschaft, Historisches, die Theatergruppe und natürlich alle aktiven Spieler von der G-Jugend über die Erste Herrenmannschaft bis hin zur Altliga sowie von den U11-Juniorinnen bis zum Bayernliga-Team der Ersten Damenmannschaft verewigt.

Zum Verkaufsstart gingen gleich über 110 Alben und mehr als 1800 Sticker über die Ladentheke und somit in die Hände der Sammler. Die Stickerbilder und das dazugehörige Album gibt es noch bis zum 11. Dezember beim Rewe-Markt in Bad Staffelstein.

Der Trainer hatte die Idee

Wie die „Schwodler“ zu dem Sticker-Sammelalbum mit dem dazugehörigen Sticker kamen, erzählt Sven Stöckert im Gespräch. „Auf die Idee mit dem Stickeralbum hat uns unser Trainer der Ersten Herrenmannschaft, Klaus Schreppel, gebracht. Wir wollten das Projekt eigentlich schon vor zwei Jahren starten, haben zum Glück noch gewartet, denn durch die Pandemie wäre damals ein sehr schlechter Zeitpunkt gewesen. Wir erhoffen uns ein noch größeres Gefühl an Zusammengehörigkeit“, so der Co-Trainer der Bayernliga-Damenmannschaft.

Es gibt im Umkreis nur einige Vereine, die eine solche Aktion vom Gesamtverein gestartet haben. Für die Kinder ist es toll, von sich selbst und ihren Sportkameraden Bilder zu sammeln und zu tauschen. Selbst jeder Erwachsene soll Jahre später noch voller Stolz in dem Album blättern.

„Als der Kontakt mit ,Sticker-Stars’ hergestellt war, stellten wir gleich fest, dass es sich hier um ein sehr gutes Konzept mit perfekten Arbeitsabläufen handelt. Als Erstes bildeten wir eine Arbeitsgruppe. Dessen Aufgabe bestand darin, wie das spätere Heft einmal aussehen sollte und welche Rubriken es beinhalten sollte“, erinnert sich Stöckert. Nun ging es an die Bilder – in rund vier Wochen, bei noch unregelmäßigen Trainingsbeginn, entstanden schließlich die rund 360 Fotos der Spielerinnen und Spieler sowie Helfer und Funktionäre. „Dabei galt es, die Fototermine so zu legen, dass auch der Trainingsbetrieb nicht darunter litt. Nun machte man sich auf die Suche nach Hintergrundmotiven für die einzelnen Kategorien“, fügt der dreifache Familienvater an, dessen Kinder auch beim SSV spielen. Die fertigen Bilder wurden dann hochgeladen, vom Berliner Herausgeber überarbeitet sowie von der Schwabthaler Arbeitsgruppe besichtigt und die Namen korrekturgelesen.

„Den Spielerinnen und Spielern gefällt das Projekt sehr gut und bei jeder Gelegenheit wird getauscht. Alle sammeln eifrig – vom Kleinsten bis zur Oma“, freut sich Stöckert.

Matthias Rebhan, Spieler der Altliga, schaut nach dem Einkauf auch am SSV-Stand vorbei – und mit Sammelbildern und Buch machte er sich dann auf den Heimweg. „Damals hat man nur zur großen Fußballturnieren oder die Bundesliga gesammelt, jetzt sieht man sich selbst auf den Sammelbildchen – das ist schon etwas ganz Besonderes“, meint der Altliga-Spieler.

„Das Stickeralbum ist sogar bei mir an der Schule ein relevantes Thema. Ich rede oft mit meinen Freunden darüber, wie cool es ist, dass unser Verein so was auf die Beine gestellt hat. Sonst kannte man dies immer nur von der Welt- oder Europameisterschaft, und jetzt kann ich meine Mitspieler tauschen und einkleben. Ich werde in zehn Jahren noch durch die Seiten des Albums blättern und auch meinen Enkeln sicher davon erzählen“, berichtet Antonia, eine U17-Juniorin.

„Das Sammeln der Sticker ist sehr cool, auch mit seinen Freunden die Bilder zu tauschen. Und auch die Päckchen auszupacken und Bilder von sich und seinen Freunden zu sehen“, sagt der zwölf Jahre alte Jakob.

Sich selbst aus einem der Tütchen zu ziehen, ist gar nicht so einfach, hat Ronja Kohmann festgestellt. immerhin liegt die Chance dafür bei 1:72.

Um dem Glück etwas nachzuhelfen, gibt es am Samstag, 6. November, beim Bayernliga-Heimspiel der SSV-Damen gegen die SpVgg Greuther Fürth II im Sportheim eine Tauschbörse.

Das Konzept

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Stickeralben bekommt der Verein. Zusätzlich konnten im Album Werbeseiten an lokale Sponsoren vermarktet werden. „Sticker-Stars“ erhalten die Einnahmen aus dem Verkauf der Stickerpäckchen, die für 90 Cent je Stück im Supermarkt angeboten werden. Der Verein zahlt nichts für die Produktion eines Albums. Finanziert wird die Herstellung durch den lokalen Supermarkt in der Lichtenfelser Straße, in dem man die Sticker kaufen kann.

„Ein großes Dankeschön geht an unsere Organisatoren und Fotografen, die uns bei unzähligen Shootings so gekonnt in Szene gesetzt haben, und natürlich an alle treuen Sponsoren“, lobt Stöckert.