Corona
Eltern sind aktiv gegen Kinder-Maskenpflicht
Rund 150 Teilnehmer  –  weit weniger als zuvor angemeldet –   zogen durch die Stadt, um sich später auf dem Marktplatz zu treffen.
Rund 150 Teilnehmer – weit weniger als zuvor angemeldet – zogen durch die Stadt, um sich später auf dem Marktplatz zu treffen.
Foto: Markus Häggberg
Lichtenfels – Die Psyche ihrer Kinder sei durch die FFP-2-Maskenpflicht gefährdet, fürchten Lichtenfelser Eltern. Ihre Demo findet aber nur geringen Zulauf.

Eine Kundgebung samt Aufzug gegen FFP2-Maskenpflicht bei Kindern fand auf dem Lichtenfelser Marktplatz statt. Ausgerichtet wurde sie von „Lichtenfels zeigt Gesicht (LzG)“, einerUntergruppierung von „Sonneberg zeigt Gesicht (SzG)“.

Der Name deutet teilweise an, worum es geht: keine FFP2-Masken mehr bei Kindern. Unter dem Motto „Corona-Politik zerstört Kinderseelen“ kam es erst zu einem Demonstrationszug vom Marktplatz über das Fachmarktzentrum und die Franz-Josef-Strauß-Brücke zurück ins Zentrum.

Demo gegen Masken bleibt bei Teilnehmerzahl hinter Erwartungen zurück

Rund 150 Menschen nahmen daran teil, zogen entlang ungesäumter Straßen und sollten letztlich auf dem Marktplatz selbst auch kaum noch Zulauf bekommen. Angemeldet waren beim Landratsamt bis zu 250 Teilnehmer gewesen. Im Vorfeld kam es zu Medien- und Presseschelte wegen vermeintlich voreingenommener Berichterstattung. Doch was hing dann links und rechts am für die Redner schattenspendenden Pavillon? Auszüge aus Artikeln der oft gescholtenen „Mainstream-Presse“, die sehr wohl kritisch gegenüber Corona-Politik waren.

Die Hauptkritik der Redner wie Anna Herz, Antje Seiß und später auch SzG-Vorsitzender Ingo Schreurs galt ohnehin der Corona-Bundes- und Landespolitik. „Dieses auf Maskenpflicht drängen“, so Herz, habe auch dazu geführt, dass Kinder verstärkt suizid-gefährdet seien.

Die Krankenschwester ist zusammen mit Seiß Mitglied bei „Sonneberg zeigt Gesicht“ und trat schon mehrmals als Demo-Versammlungsleitung auf dem Marktplatz auf.

Danica Treubert gehört „Coburg zeigt Gesicht“ an. „Ich bin komplett durchgeimpft und auch meine Kinder sind geimpft“, erzählt sie unserer Zeitung. Was sie an der Politik bemängelt: „Ich verstehe nicht, warum Kinder Maske tragen müssen, wenn Fußballstadien geöffnet sind und es dort keine Maskenpflicht gibt.“ Auch sie sorgt sich, dass das Tragen von Masken die Psyche eines Kindes angreife und gar verändere.

Überforderte Psychologen?

Der schärfste Redner war Ingo Schreurs. Kinderpsychologen und Therapeuten seien wegen Corona überfordert und würden nur noch dringende Fälle annehmen. Eben solche, bei denen Suizidgefahr vorläge.

Knapp dreieinhalb Stunden dauerte die Veranstaltung.

Bezirkskrankenhaus relativiert Behauptungen der Demonstrationsredner

Eine Anfrage unserer Zeitung im Bezirkskrankenhaus Bayreuth erbrachte dazu ein etwas anderes Bild. Nach Auskunft von Ulrike Sommerer, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, würde „grundsätzlich jeder aufgenommen, der zu uns kommt. Und ja, es wird abgeklärt, ob dieser Jemand fremd- oder selbstgefährdet ist. Nur: Das ist eine Standardfrage, die auch vor Corona gestellt wurde“.

Zudem versicherte Sommerer, dass dies Handhabe in den Gesundheitseinrichtungen des ganzen Bezirks Oberfranken sei. Allerdings stimme es auch, dass die Wartelisten durch Corona länger geworden seien. mh

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