Bürgerversammlung
Gibt es bald ein Konzept für das „Neuner-Anwesen“?
Insgesamt auf einem guten Weg scheinen die Planungen zur Neunutzung des durch Abbrucharbeiten freigewordenen hinteren Teils des früheren „Neuner-Anwesens“ zu sein. Ob irgendwann der Wunsch des Bürgermeisters, einen Durchgang zum Kirchplatz (rechts) zu schaffen, in Erfüllung geht, steht aber noch in den Sternen.
Insgesamt auf einem guten Weg scheinen die Planungen zur Neunutzung des durch Abbrucharbeiten freigewordenen hinteren Teils des früheren „Neuner-Anwesens“ zu sein. Ob irgendwann der Wunsch des Bürgermeisters, einen Durchgang zum Kirchplatz (rechts) zu schaffen, in Erfüllung geht, steht aber noch in den Sternen.
Foto: Fotros: Mario Deller
Ebensfeld – Zahlreiche abgeschlossene und geplante Projekte der Marktgemeinde Ebensfeld wurden in der Pater-Lunkenbein-Halle beleuchtet.

Dass im Jahr 2022 und darüber hinaus etliche Herausforderungen anstehen, die der Markt Ebensfeld zu meistern hat, wurde bei der Bürgerversammlung in der Pater-Lunkenbein-Halle deutlich. Manches Thema ist bereits seit längererm brisant, doch Bürgermeister Bernhard Storath bemühte sich in seinen Ausführungen um Sachlichkeit und blieb dabei optimistisch. Mit knapp 30 Zuhörern wurde der Bürgerversammlung – coronabedingt als zentrale Veranstaltung für alle Ortsteile abgehalten – eine nicht gerade berauschende Resonanz zuteil.

Zur künftigen Neunutzung des früheren „Neuner-Anwesens“ in Ebensfeld soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen ein Konzept auf den Weg gebracht werden, dies unter Berücksichtigung des Interesses eines Investors, der hier eine Tagespflege mit ambulanter Pflege betreiben will.

Gemeinschaftshaus: Gemeinde am Limit

Für die angestrebte Sanierung der früheren Gaststätte „Zur Jägersruh“ in Döringstadt zur Schaffung eines Gemeinschaftshauses beziehungsweise eines Feuerwehrstellplatzes war auf der Leinwand eine geschätzte Finanzplanung zu lesen: Kosten 2,4 Millionen Euro, Zuschuss 1,7 Millionen Euro. Der sich daraus ergebende Eigenanteil der Kommune stelle die Obergrenze dar, war aus den Worten des Bürgermeisters herauszuhören: „Mehr können wir uns nicht leisten.“ Wenn die Zuschussgeber sich einig sind und die fachliche Gebäude-Untersuchung abgeschlossen ist, erfolge eine endgültige Entscheidung hinsichtlich der Realisierung der Maßnahme, ergänzte Storath.

Im Zuge des Neubaus eines Geh- und Radwegs von Kleukheim nach Scheßlitz seien für das Jahr 2022 der Bauabschnitt „Abzweigung Oberoberndorf“ vorgesehen und auch neue Zuschüsse in Aussicht gestellt. Bei der Umsetzung des restlichen Projekts, bei dem nach Auffassung des Bürgermeisters die Nachbarkommune Scheßlitz den schwierigeren Part zu schultern habe, sei auch der Grunderwerb eine große Herausforderung.

Noch immer keine Bauabnahme erfolgt sei bei der Bahnunterführung Ziegelstraße in Ebensfeld. Damit sprach der Bürgermeister ein leidiges Thema an. Er thematisierte vor allem die Unfallgefahr im Winter, wenn sich nach Starkregen aufgrund von Planungsfehlern in der Unterführung Wasser sammle und sich Glatteis bilde.

Die technische Inbetriebnahme des schnellen Internets im Markt Ebensfeld ist dagegen abgeschlossen. Dieses wichtige Thema werde Gegenstand eines Pressetermins Ende des Monats sein, kündigte Storath an, der seinem Unmut über die sich abzeichnenden Rahmenbedingungen für die Sanierung der Himmelreichstraße in Ebensfeld Luft machte. Zuschüsse gebe es, führte Storath aus, nämlich nur bei Vollausbau und wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wieder auf 50 Stundenkilometer heraufgesetzt wird. „Hallo? Geht’s noch? Überall tendieren die Orte zu Tempo 30, das verstehe ich nicht“, meinte der Bürgermeister kopfschüttelnd.

Des Weiteren nannte Storath Zahlen zur Situation der Marktgemeinde. So lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31.12. des Vorjahres bei 714 Euro und damit etwas über dem bayerischen Landesdurchschnitt von 671 Euro. Der Schuldenstand der Kommune betrug zum 31.12.2020 insgesamt 3,998 Millionen Euro (Ende 2019: 4,413 Millionen Euro).

Die Einwohnerzahl blieb mit 5861 gegenüber Ende 2019 konstant. Ein „Einbruch“ war bei den Geburtenzahlen zu verzeichnen: Im Jahr 2020 erblickten im Gemeindegebiet lediglich 37 neue Erdenbürger das Licht der Welt, 2019 waren es noch 57 gewesen.

Konstant gehalten werden konnten die Wassergebühren mit 1,69 Euro pro Kubikmeter und die Grundsteuer-Hebesätze A und B mit jeweils 340 Prozent.

Durchgangsverkehr auf Anliegerweg

Der Messenfelder Martin Meixner hatte zur Bürgerversammlung einen Antrag eingereicht, der ebenfalls diskutiert wurde. Ein Anliegerweg an einer Straße westlich von Messenfeld ist nach den Ausführungen Meixners nicht vermessen, werde aber von Verkehrsteilnehmern als Verbindungsstrecke nach Eggenbach genutzt. Falls es keine Möglichkeit gebe, diese Strecke für den Durchgangsverkehr zu sperren, müsse der Weg vermessen werden, sagte Meixner. „Eine viele einfachere Möglichkeit wäre, eine Schranke an der Flurgrenze zwischen Erlhof und Messenfeld anzubringen“, heißt es im eingereichten Antrag wörtlich. Bürgermeister Storath sprach in der Versammlung hierzu einerseits das „Gewohnheitsrecht“ an, äußerte aber Verständnis für das Anliegen und sagte zu, den Punkt im Gemeinderat zu behandeln.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen?

Vor dem Hintergrund, dass mit „Ebensfeld Nord III“ eine Gewerbegebietserweiterung geplant ist, äußerte ein Zuhörer erhebliche Befürchtungen betreffend der Zunahme des Verkehrsaufkommens. Der Bürgermeister hob hierzu hervor, dass die Schaffung einer Ortsumgehung wohl Jahrzehnte beanspruche, wollte dieses Thema aber keinesfalls totschweigen. „Es wird aber nicht so sein, dass sich künftig 8000 Fahrzeuge durch den Ort quälen“, meinte Storath im Hinblick auf diese kursierende Zahl.

Eine Bürgerin hielt ein Plädoyer für einen Notfallplan der Kommune im Falle eines „Blackouts“, sprich eines größeren oder längeren Stromausfalls. Bürgermeister Storath räumte ein, dass es einen solchen speziell auf dem Markt Ebensfeld abgestimmten „Notfallplan“ nicht gebe, er werde aber das Gespräch mit Kreisbrandmeister Dorsch suchen.

Eine bessere Kommunikation mit den Bürgern gewünscht hätte sich ein Pferdsfelder bei einer Maßnahme am örtlichen Weiher. „Wir schauen es uns mal an“, versprach der Bürgermeister nach einiger Diskussion.