Ringen
Bundesligadebüt in Lichtenfels – zweiter Versuch
Marcel Berger (rechts) will in diesem Jahr erstmal das Trikot mit dem Adler überstreifen und für den AC Lichtenfels in der Bundesliga punkten.
Marcel Berger (rechts) will in diesem Jahr erstmal das Trikot mit dem Adler überstreifen und für den AC Lichtenfels in der Bundesliga punkten.
Foto: privat
Lichtenfels – Warum Neuzugang Marcel Berger mit reichlich Verspätung beim AC Lichtenfels durchstarten will. Zudem bleibt der Publikumsliebling dem ACL treu.

Der Bundesliga-Kader der Eagles Lichtenfels nimmt weiter Formen an. Der für die vergangene Ringer-Saison vorgesehene Neuzugang Marcel Berger unterschrieb nun auch für die Runde 2021 und hofft auf sein Bundesliga-Debüt.

Auch auf Publikumsliebling Bastian Hoffmann dürfen sich die ACL-Fans freuen. Der 27-Jährige will an seine Leistungen aus dem Aufstiegsjahr 2019 anknüpfen und für eine erfolgreiche Saison im Jubiläumsjahr des Vereins sorgen.

Marcel Berger: Bewusste Entscheidung

Auf die Herausforderung Bundesliga hatte sich der 22-jährige Berger bereits im Vorjahr gefreut. Nach dem Teilnahmeverzicht des AC Lichtenfels steht die Premiere in der Bundesliga für den gebürtigen Münchner aber noch aus. „Ich habe die Frage gar nicht gestellt, ob ich verlängere. Es hat ja noch gar nicht richtig angefangen“, sagt der in den Startlöchern stehende Berger. „Ich hatte mich bewusst für Lichtenfels entschieden. An diesen Überlegungen hat sich nichts geändert.“

Aus der Oberliga in die Bundesliga

Am Obermain ist man froh, mit ihm einen einen starken, aussichtsreichen, deutschen Freistiler in der 75-/80-Kilogramm-Klasse in der Mannschaft zu wissen. Berger hält sich derzeit in Passau fit, wo er parallel die Meisterschule als Glaser besucht und die erste Prüfung erfolgreich ablegte.

„Mein persönliches Saisonziel ist eine positive Bilanz, wobei das schwer einzuschätzen ist“, räumt Berger ein, der nach Erfolgen in der Oberliga für Freising erstmals im Oberhaus des deutschen Ringens starten wird. „Wir sind dieses Jahr ziemlich gut aufgestellt und ich kann mir vorstellen, dass wir es in die Play-offs schaffen“, fügt er hinzu.

Bisher hat Berger die Lichtenfelser Halle nur als Gastringer gesehen. 2018 in der Oberliga mit Freising. Nach dieser Erfahrung und dem, was er über den AC Lichtenfels weiß, freut er sich auf den ersten Heimkampf. „Deshalb bin ich ja nicht zu irgendeinem Verein gewechselt“, sagt er und lacht.

Publikumsliebling Bastian Hoffmann bleibt

Eine der erfreulichsten Überraschungen für den AC Lichtenfels war im Aufstiegsjahr 2019 Neuzugang Bastian Hoffmann. Der Verein freut sich, den Freistiler in der 66-/71-Kilogramm-Klasse auch für die kommende Saison einplanen zu können. Hoffmann, der bei seinem Wechsel bereits jahrelange Zweitliga-Erfahrung im Trikot des ASC Bindlach mitbrachte, stand für den AC Lichtenfels bisher zehnmal auf der Matte und gewann davon acht Kämpfe.

Bastian Hoffmann (links) gewann in der Saison 2019 acht seiner zehn Kämpfe in der Bundesliga und will in diesem Jahr daran anknüpfen.
Bastian Hoffmann (links) gewann in der Saison 2019 acht seiner zehn Kämpfe in der Bundesliga und will in diesem Jahr daran anknüpfen.
Foto: Archiv/Gunther Czepera

„Im Großen und Ganzen brauche ich mich für ein erstes Jahr Bundesliga damit nicht zu verstecken“, sagt Hoffmann. Mit seinem offensiven, kämpferischen Ringstil haben ihn die Fans innerhalb kürzester Zeit ins Herz geschlossen. „Basti hat sich als wichtiger Teil der Mannschaft im Training und der Aufstellung etabliert“, sagt Heiko Scherer, der zusammen mit Daniel Luptowicz für die Kaderplanung der Eagles zuständig ist.

Wohlfühlfaktor stimmt

„Als ich 2019 gekommen bin, war mir wichtig, dass ich mich wohlfühle und das habe ich. Ich habe mich super aufgenommen gefühlt“, sagt Hoffmann, für den die Vertragsverlängerung keine Frage des ob, sondern vielmehr des wann gewesen sei. Im Rückblick auf das Jahr 2019, als einige Kämpfe nur knapp verloren wurden, meint Hoffmann: „Da hat das letzte Quäntchen gefehlt. Die knappen Dinger müssen wir eben gewinnen.“

Punkten für die Mannschaft

Dazu will der 27-Jährige seinen Teil beitragen. „Mein persönliches Ziel ist eine positive Bilanz. Wichtiger ist es aber, die Punkte zu holen, die die Mannschaft weiterbringen und den Fans wieder schöne Kämpfe zu zeigen“, fügt er hinzu.

Dass der AC Lichtenfels im Jubiläumsjahr ambitioniert auf die Saison zusteuert, hat der Verein in den vergangenen Monaten immer wieder durchscheinen lassen. „Das Schöne im Ringen ist, jede Mannschaft ist zu schlagen“, sagt Hoffmann. Dass der Einzug in die Endrunde Ziel sein müsse, stehe für ihn aber außer Frage. „Das Erreichen der Play-offs ist ein Muss.“