Ringen
Ein „echter“ Adler im Anflug auf Lichtenfels
Philipp Adler vom ASC Bindlach will bei den Eagles des AC Lichtenfels zum Höhenflug in der Bundesliga ansetzen.
Philipp Adler vom ASC Bindlach will bei den Eagles des AC Lichtenfels zum Höhenflug in der Bundesliga ansetzen.
Foto: privat
Lichtenfels – Die Eagles vom AC Lichtenfels verpflichten mit Philpp Adler einen Franken. Der 26-Jährige hat viel vor in der Bundesliga.

Nachdem der Ringer-Bundesligist AC Lichtenfels in der vergangenen Woche die Verlängerungen und Neuverpflichtungen einiger ausländischer Sportler verkündet hat, verstärkt sich der Verein nun mit einem waschechten Oberfranken. „Nomen est omen“, könnte man sagen, denn Philipp Adler will im Bundesligakader der Eagles landen.

Regionaler Bezug

„An ihm waren wir schon im letzten Jahr interessiert“, sagt Daniel Luptowicz, der zusammen mit Heiko Scherer für die Kaderplanung des Ringer-Bundesligisten AC Lichtenfels verantwortlich ist. Die Vereinsverantwortlichen freuen sich, mit dem Greco-Spezialisten nicht nur einen starken Neuzugang im Team zu haben, sondern wollen mit einem Franken auch den regionalen Bezug im Kader stärken. „Wir setzen nicht nur auf eine gute Saison 2021, sondern wollen darüber hinaus mit Ringern aus der Region eine ausgeglichene Mannschaft formieren und den Weg für langfristigen Erfolg ebnen“, beschreibt Luptowicz die Vereinsphilosophie.

Auf und Abs mit Bindlach

Adler, dessen Name fest mit dem Ringen in Bindlach verbunden ist, will neue Herausforderungen angehen. „Ich freue mich auf die Saison in Lichtenfels“, sagt der 26-Jährige, der seit frühester Kindheit auf der Bindlacher Matte stand. Nach erfolgreichen Jugendjahren und zahlreichen Platzierungen bei Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene stieg Adler mit der aufstrebenden Männermannschaft des ASC Bindlach in die 2. Liga auf, wo ein vierter Tabellenplatz den vorläufigen Höhepunkt seines jungen Ringerlebens bildete.

Die Bindlacher Erfolgswelle ebbte danach jedoch ab. Die vergangenen Jahre waren schwer für den Klub vor den Toren Bayreuths. „Die Mannschaft ist in die Brüche gegangen und hat sich aufgelöst“, fasst Adler zusammen, der trotz aller Loyalität die Zeit gekommen sah, den nächsten Schritt zu wagen. Dass dieser Schritt an den Obermain führt, ist kein Zufall. „Bindlach und Lichtenfels haben ja eh schon eine lange, gemeinsame Geschichte“, erzählt er und ergänzt: „Lichtenfels war der einzige Verein, der für einen Wechsel infrage kam.“

Gute Kontakte Adlers zum ACL

Die Verbindung von Bindlach und Lichtenfels ist stark. Schon Adlers langjähriger Coach und Landestrainer Matthias Fornoff war für den ACL aktiv, rang unter Trainer Ali Hadidi in der 2. Liga und erzählte seinen Schützlingen oft von vergangenen Zeiten. Dazu kamen zahlreiche eigene Erinnerungen an Trainingslager und Lehrgänge in der Lichtenfelser Halle sowie einige persönliche Verbindungen zu Hannes Wagner, Tobias Schütz, Bastian Hoffmann oder Daniel Luptowicz, die Adlers Entscheidung für Lichtenfels beeinflussten.

Nach Bindlachs Abstieg aus der 2. Liga 2016 folgten für Adler zwei dominante Oberligajahre und eine makellose Bayernligasaison 2018, ehe sich der Verein 2019 in der Gruppenliga wiederfand und Adler sich neu orientierte.

„Ich habe gemerkt, dass ich andere Ziele habe“, führt der „Neu-Eagle“ aus. „Ich will in einer höheren Liga ringen, aber auch andere Gegner haben – Gegner, die mich ein bisschen fordern.“ Diese Herausforderung hat Adler auf jeden Fall. Er wird die Eagles-Bundesligastaffel in der Klasse bis 80 Kilogramm unterstützen und bringt nur einen Klassifikationspunkt in die Teamwertung ein.

Tolle Erinnerungen an Lichtenfels

„Die Kämpfe in Lichtenfels waren Wahnsinn“, sinniert Adler über vergangene Kämpfe in der 2. Liga. „Die Atmosphäre war geil, das bleibt einfach in Erinnerung.“ Jetzt, nachdem Beruf und Privates es wieder zulassen, sich voll auf den Sport zu konzentrieren, sieht Adler die Zeit gekommen, „voll anzugreifen“.

Das heißt für ihn persönlich eine mindestens ausgeglichene Bilanz zu erreichen und mit der Mannschaft „im vorderen Bereich der Liga mitzuringen“. Die Vorbereitung dafür ist in diesem Jahr schwer. „Ich würde einfach so gerne mal wieder auf die Matte“, sagt der ehrgeizige Neuzugang, der wie viele seiner Mannschaftskollegen von den aktuell geltenden Corona-Vorschriften betroffen ist. Dass es für die Eagles im Herbst auf die Matte gehen kann, bezweifelt Adler jedoch nicht.