Leichtathletik
Enttäuschung wird verarbeitet
Der Unnersdorfer Speerwerfer Max Hübner vom UAC Kulmbach blieb bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Rostock ohne Medaille.
Der Unnersdorfer Speerwerfer Max Hübner vom UAC Kulmbach blieb bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Rostock ohne Medaille.
Foto: Wolfgang Birckenstock
Unnersdorf – Trainer Martin Ständner hat nach der deutschen U18-Meisterschaft in Rostock mehrere Athleten aufzubauen – darunter auch Max Hübner aus Unnersdorf.

Einen Tag nach seiner großen Enttäuschung bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U18 in Rostock war Max Hübner schon wieder unterwegs. Der 16-jährige Gymnasiast reiste mit der Werfergruppe des UAC Kulmbach um Trainer Martin Ständner ins Erzgebirge zum Trainingslager.

Dies war eigentlich dafür geplant, um für Hammerwerfer Merlin Hummel den Feinschliff für die U20-Weltmeisterschaft in Kenia zu holen. Doch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sagte eine Teilnahme seiner Athleten wegen des zu hohen Infektionsrisikos mit dem Coronavirus in Afrika ab.

Im Sportpark von Rabenberg trainiert Max Hübner mit der Hammerwerferin Leonie Liebenwald für die süddeutsche U18-Meisterschaft am kommenden Wochenende in Walldorf. Leonies Zwillingsbruder Linus sagte aus Enttäuschung eine Teilnahme am Trainingslager ab. Er wollte in Rostock deutscher Meister im Hammerwerfen werden, doch der 16-Jährige war mit seinem zweiten Platz mit 62,33 Metern überhaupt nicht zufrieden und strich frustriert die einwöchige Trainingsmaßnahme. „Linus hat sich maßlos geärgert, denn er weiß, dass er so leicht wie diesmal nicht mehr deutscher Meister wird“, sagte Trainer Martin Ständner. Liebenwald müsse aus so einem Wettkampf einfach lernen, „denn eigentlich kann er mehr“. Seine Saisonbestweite hatte der 16-Jährige vom UAC im Juni mit 65,38 Metern aufgestellt.

Wiederaufbauarbeit gefragt

Das gilt auch für Max Hübner, für den das Trainingslager nach seinen drei ungültigen Versuchen von Rostock eine Gelegenheit bietet, das Erlebte zu verarbeiten. Ständner wird neben Training für seine Athleten im Erzgebirge Wiederaufbauarbeit im psychischen Bereich leisten müssen. Der Unnersdorfer verstolperte bei seiner ersten großen Meisterschaft seinen ersten Versuch. Der zweite war misslungen und wurde vom 16-Jährigen ungültig gemacht. Der dritte Wurf landete außerhalb des Landesektors und war damit ebenfalls ungültig. Damit war der Endkampf der besten acht passé.

Auch nächstes Jahr noch in der U18

„Da haben ihm die Nerven einen Streich gespielt“, meinte Trainer Ständner. Hübner hatte vor zwei Wochen bei der bayerischen Meisterschaft mit 67,46 Metern souverän gewonnen. Damit wäre er in Rostock Vizemeister geworden. Doch Ständners Schützling kann auch im nächsten Jahr noch in der U18 starten und dann eine Medaille bei der „Deutschen“ einfahren.

Ob Merlin Hummel am Wochenende bei der „Süddeutschen“ in der Männerklasse antritt, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Der Kulmbacher, der souverän deutscher U20-Meister wurde, ist noch von der WM-Absage des DLV bedient.