Triathlon
Im „Wilden Westen“ winken die Dollars
Auf dem Rad ein Ass – Andreas Dreitz aus Michelau
Auf dem Rad ein Ass – Andreas Dreitz aus Michelau
Foto: Dreitz
Michelau – Einen wilden Ritt hat der Franke Andreas Dreitz vor sich, will er seinen ersten Saisonsieg beim hochdotieren Ironman-70.3-Rennen in Utah einfahren.

Eine komplette Umstellung nach seinen bisherigen drei Rennen in diesem Jahr kommt auf den Profi-Triathleten Andreas Dreitz zu. Bei der Challenge in Miami auf der Autorennstrecke sowie bei den Halbdistanzrennen in Texas und Florida waren die Rad- und Laufstrecken ohne jegliche topographische Herausforderungen.

An diesem Samstag (14.50 Uhr MESZ, live auf Facebook auf der Veranstalterseite) beim Ironman-70.3 in St. George im US-Bundesstaat Utah werden die Starter am Tag der Arbeit dagegen einiges zu tun bekommen.

1000 Höhenmeter auf der Radstrecke

Nach dem 1,9 Kilometer langen Schwimmen im 16 Grad kühlen Sand-Hollow-Reservoir kommt es für die Radfahrer über die 90 Kilometer knüppeldick. Nach welligem Beginn geht es durch den Snow-Canyon-State-Park und ordentlich bergauf. Bis ins Ziel haben die Athleten 1000 Höhenmeter in den Beinen. Dafür erhalten sie spektakuläre Ausblicke in einem Wild-West-Ambiente.

Halbmarathon hat es in sich

Und auch der abschließende Halbmarathon ist alles andere als flach. 400 Höhenmeter haben die Profis auf der einmal zu durchlaufenden Wendepunktstrecke zu bewältigen. Eine Strecke, vor allem der Radpart, wie für Andreas Dreitz gemacht. Der aus Michelau (Landkreis Lichtenfels) stammende 32-jährige Profi wird auf dem herausfordernden Kurs sicher einen ordentlichen Vorsprung herausfahren wollen.

Vor zwei Wochen in Floriada reichten die Kräfte von Andreas Dreitz nur bis drei Kilometer vor dem Ziel. In Utah hofft der Oberfranke auf ein bessere Resultat.
Vor zwei Wochen in Floriada reichten die Kräfte von Andreas Dreitz nur bis drei Kilometer vor dem Ziel. In Utah hofft der Oberfranke auf ein bessere Resultat.
Foto: Dreitz

Vor zwei Wochen beim Ironman-70.3-Rennen in Florida wurde der Oberfranke drei Kilometer vor dem Ziel in Führung liegend noch von zwei Konkurrenten eingefangen und landete auf Rang 3. Eine Woche zuvor in Texas belegte Dreitz den fünften Rang.

Rennen ist hoch dotiert

Gelingt dem Michelauer nun der erste Saisonsieg? Die Konkurrenz ist groß, da es in Utah um die Nordamerika-Meisterschaft geht und das Rennen mit 100.000 US-Dollar ordentlich dotiert ist. Mehr als 100 Teilnehmer umfasst das Profifeld. Es wird ein spannendes Rennen erwartet.

So sind die stärksten Amerikaner wie der Sieger von 2019 Rudy van Berg, Ben Hoffmann, Ben Kanute, Matthew Hanson und Sam Long ebenso dabei wie der kanadische Terrier Lionel Sanders, der das Rennen in Utah bereits 2016 und 2018 für sich entschied.

Aus Europa kommen neben Dreitz der starke Däne Magnus Ditlev und dessen Landsmann Daniel Baekkegard, die Briten David McNamee und George Goodwin sowie etliche Topathleten aus Deutschland, wie Michael Raelert, Florian Angert, Maurice Clavel und Frederik Henes. Ob Bart Aernouts aus Belgien, mit dem Dreitz sich zuletzt in Texas und Florida die Unterkunft geteilt hat und der ihm in Florida den Sieg weggeschnappt hat, starten wird, darüber gibt es unterschiedliche Angaben.

Generalprobe für die 70.3-Weltmeisterschaft

Interessant ist das Rennen auch deshalb, weil die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft am 17./18. September an gleicher Stelle und auf der gleichen Strecke stattfindet. Andreas Dreitz ist dafür bereits qualifiziert – für ihn wird es am Samstag eine Generalprobe.