Tennis
Tiebreak-Drama in Toronto
Kevin Krawietz (rechts) und Horia Techau scheiterten bei den Canadian Open ganz knapp im Halbfinale.
Kevin Krawietz (rechts) und Horia Techau scheiterten bei den Canadian Open ganz knapp im Halbfinale.
Foto: dpa/Archiv
Lichtenfels – Kein Happy End für Kevin Krawietz: Mit Horia Tecau verliert er im Halbfinale gegen die Olympiasieger Mektic/ Pavic mit 6:7 (3:7) und 6:7 (12:14).

Tennis auf allerhöchstem Niveau. Das Halbfinale im Herren-Doppel bei den Canadian Open in Toronto war zwar nichts für schwache Nerven, dafür aber ein Genuss für alle Tennisfreaks. Besser geht Herren-Doppel wohl kaum noch – was Kevin Krawietz mit Horia Tecau gegen Nikola Mektic und Mate Pavic auf den Court „zauberten“ war beeindruckend.

Das bessere Ende hatten die beiden Kroaten. Nach ihrem Wimbledonsieg und Olympia-Gold in Tokio besiegte das topgesetzte Duo die deutsch-rumänische Kombination hauchdünn mit 7:6 (7:3) und 7:6 (14:12). Keiner der vier Spieler gab während des gesamten Matches sein Aufschlagspiel auch nur einmal ab.

Match-Tiebreak war zum Greifen nah

Zu gerne hätten die Zuschauer in Toronto noch einen dritten Satz, sprich einen Match-Tiebreak, zwischen diesen vier Matadoren gesehen, doch es sollte nicht sein. Und das trotz einer 5:1- und 6:5-Führung von „Tecau“ im Tiebreak des zweiten Satzes. Mehr noch: Drei Satzbälle vergaben der 29-jährige Witzmannsberger und sein Interimspartner gegen das derzeit weltbeste Duo. Die beiden Kroaten waren nervenstark, hatten immer noch eine Antwort parat – egal ob beim return, von der Grundlinie mit tollen Passierbällen, wenn sie bereits in der Defensive waren, oder eben mit unnachahmlichen Volleys am Netz.

Satz- und Matchbälle

Die Verlierer müssen sich wenig Vorwürfe machen, vielleicht den: Die 5:1-Führung wurde zu schnell hergegeben. Danach war es ein Tiebreak der Extraklasse. Satzball – Matchball – Satzball – Matchball! Das Pendel schlug bei einer 13:12-Führung letztlich für die Kroaten aus, die das Glück des Tüchtigen hatten und den Krimi mit einem Volley beim letzten Ballwechsel für sich entschieden.

Für Krawietz war es ein Tiebreak-Drama ohne Happy End. Dafür ist der zweifache French-Open-Gewinner wieder um eine Erfahrung reicher. Diese beiden Kroaten sind erst geschlagen, wenn der allerletzte Ball gewonnen ist. Mit der gezeigten Leistung muss dem Ahorner aber keineswegs bange sein und er kann guten Mutes den bevorstehenden Turnieren entgegensehen.

Das große Ziel bleibt das ATP-Finale

Das große Ziel in diesem Jahr, nämlich die Teilnahme an den ATP-Finals im November, also der inoffiziellen Weltmeisterschaft, bei der nur die acht besten Doppel der aktuellen ATP-Serie starten dürfen, sollte mit derartigen Vorstellungen, wie sie „Techau“ bei den hochklassig besetzten Canadian-Open zeigten, realisierbar sein.