Bürgerbegehren
Die Altenkunstadter entscheiden
Kinder lernen Schwimmen mit  Schwimmbrettern. Ob es in Altenkunstadt einmal eine solche Szene geben  wird? In einem Lehrschwimmbecken? Darüber entscheiden die Einwohner am 21. November in einem  Bürgerentscheid.
Kinder lernen Schwimmen mit Schwimmbrettern. Ob es in Altenkunstadt einmal eine solche Szene geben wird? In einem Lehrschwimmbecken? Darüber entscheiden die Einwohner am 21. November in einem Bürgerentscheid.
Foto: DLRG
Altenkunstadt – Der Gemeinderat machte den Weg frei für den Bürgerentscheid zum umstrittenen Bau eines Lehrschwimmbeckens. Das Quorum wurde klar erreicht.

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Altenkunstadt ein Lehrschwimmbecken errichten soll?“ Beantworten dürfen diese Frage die Bürger von Altenkunstadt am Sonntag, 21. November. In einem Bürgerbegehren haben sich 553 Bürger für einen Bürgerentscheid ausgesprochen. „Das Quorum von zehn Prozent, das bei 4459 Wahlberechtigten eine notwendige Anzahl von 446 Unterschriften ergibt, wurde deutlich überschritten“, stellte Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung im katholischen Pfarrjugendheim fest. Das Gremium erklärte das Begehren einstimmig für zulässig und machte somit den Weg frei für den Entscheid.

Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen freute sich, dass es im November zu einer basisdemokratischen Entscheidung komme. Zuvor müssten die Bürger in einer Informationsveranstaltung nicht nur über das geplante Lehrschwimmbecken, sondern auch über den Haushalt und den Finanzplan der Gemeinde informiert werden. „Das geht nur im Gesamtpaket, da alle Punkte miteinander zusammenhängen“, betonte die Rednerin.

Bürgermeister Robert Hümmer versicherte, bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 13. Oktober, in der Kordigasthalle die Einwohner ausführlich über diese Punkte zu informieren. Gunther Czepera begrüßte es, dass den Einwohnern bei einer Bürgerversammlung Fakten an die Hand gegeben werden. Dann werde das Herumhantieren mit Meinungen endlich ein Ende haben, meinte der Gemeinderat.

Karlheinz Hofmann (SPD) hingegen äußerte die Befürchtung, dass in der Bürgerversammlung das Thema nur verkleinert dargestellt werde. Besser wäre es gewesen, wie einst angedacht, die Öffentlichkeit in einer Sondersitzung des Gemeinderates über das Lehrschwimmbecken zu informieren.

Der Bürgermeister sah sich bei diesem Thema zu einer Korrektur veranlasst. Die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) und die Freien Bürger der Ortsteile (FBO) hatten in ihrer Jahresversammlung die jährlichen Unterhaltskosten der Gemeinde für das Lehrschwimmbecken auf 400 000 Euro beziffert. „Sie betragen aber nur 234 700 Euro“, stellte der Bürgermeister in der Ratssitzung klar.