Neue Stelle im Kreis
Ein Beauftragter für Klimaschutz
Der Landkreis schafft eine Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten.
Der Landkreis schafft eine Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten.
Foto: Jessica Zapf/Adope Stock
Lichtenfels – Der neue Angestellte soll das Bewusstsein der Bevölkerung im Landkreis Lichtenfels für dieses wichtige Thema schärfen.

Mit dem Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Einstellung eines Klimaschutzbeauftragten stand gleich zu Anfang ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages. Landrat Christian Meißner stellte klar, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, die vorhandenen Bemühungen auf Landkreisebene hinsichtlich Klimaschutz zu bündeln und zu verstärken und damit das Klimaschutzkonzept fortzuschreiben.

Aauf die Herausforderungen im Landkreis zugeschnitten

Von der im Antrag angedachten Subventionierung eines Klimaschutzbeauftragten durch ein Ministerium riet er aber ab, weil dadurch das Tätigkeitsfeld stark vorgezeichnet sein könnte. Die Stelle des Klimaschutzbeauftragten sollte aber nicht weisungsgebunden sein, sondern passgenau auf die Herausforderungen im Landkreis Lichtenfels zugeschnitten sein. Zudem habe sich gezeigt, dass sogenannte Kümmererposten, die an Förderprogrammen hängen, nur schwer mit geeignetem Personal dauerhaft zu besetzen sind. Als zielführender sah der Landrat viel mehr die Schaffung einer kreiseigenen Stelle für den Klimaschutz.

Das Fundament ist schon gelegt

Büroleiter Andreas Grosch zeigte die Fundamente auf, die schon da sind und die zusammengeführt werden müssten. Mit der Umweltstation, der Volkshochschule, dem Umweltzentrum, der Abfallwirtschaft, der Kämmerei und den Liegenschaften sowie dem ÖPNV sehe man den Unterbau, wie er im Landkreis teilweise bereits vorhanden sei. Der Beauftragte sollte das Klimaschutzkonzept überprüfen und die Maßnahmen und Projekte auf den heutigen Stand bringen und gegebenenfalls fortschreiben.

Für die Grünen begründete die Kreisrätin Barbara Schatz den Antrag. Sie stellte den Klimawandel als die große Herausforderung heraus, der man sich auf allen staatlichen Ebenen stellen müsse, da er die Freiheit künftiger Generationen bedroht. Der gewünschte Klimaschutzbeauftragte sollte durch Information und Aufklärung ein Bewusstsein für diese Probleme schaffen und ein schlüssiges Klimaschutzkonzept mit einer umfassenden Erfolgskontrolle erarbeiten. Sie stimmte dem Landrat zu, dass eine aus eigenen Mitteln finanzierte Stelle die bessere Lösung sei im Vergleich zu einer zeitlich befristeten Kümmererstelle.

Ein Netzwerk aufbauen

Klimaschutz sei Umweltschutz und deshalb wichtiger denn je, unterstrich Walter Mackert (CSU). Seiner Meinung nach könne man auf Dauer nur mit einem Angestellten etwas erreichen, der die Chance hat über Jahre hinweg ein Netzwerk aufzubauen, um mit dem Erfolg seiner Arbeit zu wachsen. Georg Deuerling (FW) begrüßte ebenfalls die vorgeschlagene Schaffung einer Stelle. Man sehe beispielsweise, was der Kreisbauhof mit seinen eigenen Kräften bewirken könne. Hier würde eine ganz andere Verbindung zu den Bürgern und zur Verwaltung bestehen, als wenn man einen Dritten in Form eines Büros oder eines Zeitvertrages hinzunehmen würde.

Arnt-Uwe Schille (SPD) sah es als wichtig an, mit Hilfe des Klimaschutzbeauftragten, der ein Netzwerker sein müsse, ein vernünftiges und in die Zukunft weisendes Konzept auszuarbeiten. Schließlich wurde der Beschlussvorschlag, dass die Verwaltung beauftragt wird, die Schaffung der Stelle eines Klimaschutzbeauftragten vorzubereiten, einstimmig angenommen.

Zuschuss für Komposter

Bereits seit 1991 gibt es im Landkreis die Förderung der Eigenkompostierung in Form eines Zuschusses beim Kauf eines Komposters, erläuterte Rainer Zimmer von der Verwaltung. Zukünftig sollen die Fördermodalitäten angepasst werden. Der Beschlussvorschlag für den Kreisausschuss, der einhellige Zustimmung fand, lautete deshalb: Der Landkreis Lichtenfels fördert weiterhin die Eigenkompostierung in Privathaushalten durch die Bezuschussung für den Kauf von Kompostern. Erstattet werden bei Anträgen 50 Prozent des Kaufpreises, maximal 50 Euro. Für zurückliegende Anträge besteht kein Anspruch.

Bereits seit 2013 erhalten Eltern von Wickelkindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr und Pflegebedürftige bei häuslicher Pflege mit dem Hauptwohnsitz im Landkreis und entsprechendem Nachweis pro Monat einen Sack für Restmüll. Da dies sehr gut angenommen werde, soll die Maßnahme fortgeführt werden, stellte der Landrat fest. Das Gremium stimmte dem einstimmig zu.

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