Planungen
Eine Tagespflege soll eingerichtet werden
Nach Abriss des Scheunentraktes entsteht auf dem früheren „Neuner-Areal“ eine Tagespflegeeinrichtung. Auch eine  von der Bevölkerung und der Gemeinde nutzbare Multifunktionsfreifläche mit beispielsweise Kletterwand oder Public-Viewing-Bereich ist angedacht.
Nach Abriss des Scheunentraktes entsteht auf dem früheren „Neuner-Areal“ eine Tagespflegeeinrichtung. Auch eine von der Bevölkerung und der Gemeinde nutzbare Multifunktionsfreifläche mit beispielsweise Kletterwand oder Public-Viewing-Bereich ist angedacht.
Foto: Mario Deller
Ebensfeld – Der Gemeinderat Ebensfeld sprach sich für eine neue Nutzung des „Neuner-Areals“ aus. Ein bisschen Druck machte den Weg frei.

Nach langer Vorgeschichte und Diskussionen nehmen die Planungen zur Neunutzung des „Neuner-Areals“ in Ebensfeld nun konkretere Züge an mit Tagespflegeeinrichtung, ambulanter Pflege, barrierefreien Wohnungen und einer Freifläche, die viele Möglichkeiten bietet. Mehrheitlich befürwortete der Gemeinderat Ebensfeld in der jüngsten Sitzung die Planungsrichtung, die aus der zuvor präsentierten fortgeschriebenen Machbarkeitsstudie resultiert.

Im Gespräch

Mit einem in der Region ansässigen Betreiber im Pflegebereich ist die Gemeinde bereits im Gespräch, und es waren von diesem auch zwei Vertreter in der Sitzung anwesend. Nachdem ihm Rederecht eingeräumt wurde, formulierte einer von ihnen sehr höflich, aber bestimmt durch die Blume, dass man sich, falls sich das Ganze zu lange hinauszögere, veranlasst sehe, einen anderen Standort zu suchen: „Das brennt uns zwar nicht auf den Nägeln, aber wir wollen unsere Tagespflegeeinrichtung auch nicht irgendwann bauen. Wir wären gerne in Ebensfeld vertreten, aber wenn keine Entscheidung fällt, kann ich jetzt auch nicht sagen, wir verschieben es auf den Nimmerleinstag.“

Diese Ausführungen trugen womöglich dazu bei, dass die Gemeinderäte einen seitens der Freien Wähler (FW) eingereichten Antrag, „einen Wettbewerb zur Gestaltung des Anwesens Neuner auszuschreiben“, mit vier zu 14 Stimmen mehrheitlich ablehnten. Die Meinung der Freien Wähler, wonach Alternativen zu wenig geprüft worden seien, teilte der Bürgermeister Bernhard Storath nicht: „Die Bürgerhaus-Variante wurde ja auch schon diskutiert und im Gemeinderat abgelehnt.“ Auch persönlich spreche er sich für die Schaffung einer Tagespflegeeinrichtung aus und warnte zudem vor der Gefahr, dass der Investor noch abspringe. „Es waren ja sechs, sieben Varianten im Gespräch, auch ein Hortgebäude, dann sind wir bei der Tagespflege gelandet“, ergänzte Jörg Franke, der zusammen mit Michaela Messmer für das beauftragte Planungsbüro die fortgeschriebene Machbarkeitsstudie im weiteren Verlauf vorstellte.

Dreistöckiger Bau

Die Machbarkeitsstudie simuliert auf dem nach Abriss der baufälligen Scheune freigewordenen Areal einen dreistöckigen Baukomplex. Im Erdgeschoss könne auf Basis der Vorstellungen des potenziellen Betreibers auf 240 Quadratmetern die Tagespflegeeinrichtung geschaffen werden sowie weiterhin unter anderem Haustechnik, Multifunktionsraum, sanitäre Anlagen und Küche. Betreffend des Obergeschosses beinhaltet das Konzept die anvisierte ambulante Pflege sowie Mitarbeiterräume, im zweiten Obergeschoss schließlich barrierefreie Wohnungen und Terrassen.

Neben 16 Stellplätzen, die, wie in der Sitzung von verschiedenen Seiten betont wurde, für Besucher und Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen zweifellos benötigt werden, sowie einem zur Pflegeeinrichtung gehörigen Garten thematisiert die Fortschreibung der Machbarkeitsstudie auch die Frage, wie denn die dann noch zur Verfügung stehenden Freiflächen genutzt werden können. Hier sei, so die Planer, eine der Allgemeinheit zur Verfügung stehende Multifunktionsfläche vorstellbar mit beispielsweise einer Kletterwand, temporärer Bühne oder Public-Viewing-Bereich, Wasserspiel oder Biergarten.

Aus heutiger Sicht, so besagt es das Konzept weiter, könnte das „Neuner-Areal“ in drei Bauabschnitten entwickelt werden. In 2022/2023 zu realisierender Bauabschnitt I bezöge sich demnach auf die Errichtung der Tagespflegeeinrichtung und der barrierefreien Wohnungen durch den Investor. Der Bauabschnitt II in 2023 beträfe die Gestaltung der Freiflächen unter Federführung der Gemeinde. Unter Bauabschnitt III zusammenfassen ließe sich die Sanierung und Nutzung des bestehenden und erhaltenswerten Gebäudetraktes des „Neuner-Areals“ mit dem alten Brauhaus.

Die fortgeschriebene Machbarkeitsstudie schlösse im Übrigen auch die Möglichkeit der Schaffung eines fußläufigen Durchgangs zur Kirche nicht aus, erklärten die Planer weiter für den Fall, dass dieser Aspekt in der Zukunft noch ein Thema werden könnte.

Deutliche Mehrheit

14 zu vier Stimmen lautete schließlich das Votum des Gremiums für den Beschlussvorschlag, welcher nicht nur die Ausführungen des Planungsbüros zur Kenntnis nimmt. Viel entscheidender ist der Beschlussteil, wonach die Verwaltung beauftragt wird, „die Inhalte der fortgeschriebenen Machbarkeitsstudie in die Wege zu leiten“. Im Klartext bedeutet dies, dass die Planungen in Richtung des vorgestellten Konzepts weiter forciert werden, wie Bürgermeister Bernhard Storath auf Pressenachfrage erklärte.