Gedenkfeier
Kritische Stimmen zum Zustand der Partei
Bei der Gedenkfeier, von links: JU–Vorsitzende Eva Spielvogel,   MdB Emmi Zeulner, MdL Jürgen Baumgärtner, Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Christian Meißner, Europaabgeordnete Monika Hohlmeier  und der Chef der Hanns-Seidel-Stiftung, Michael Mößlein
Bei der Gedenkfeier, von links: JU–Vorsitzende Eva Spielvogel, MdB Emmi Zeulner, MdL Jürgen Baumgärtner, Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Christian Meißner, Europaabgeordnete Monika Hohlmeier und der Chef der Hanns-Seidel-Stiftung, Michael Mößlein
Foto: Roland Dietz
Bad Staffelstein – Die CSU Lichtenfels erinnerte auf Banz an Franz Josef Strauß. Seine Tochter ruft auf, Sorgen der Menschen ernster zu nehmen.

Locker ging es zunächst zu bei der Gedenkfeier zum Tag der deutschen Einheit und für den vor 33 Jahren verstorbenen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, die der CSU-Kreisverband Lichtenfels am Gedenkstein auf Kloster Banz abhielt. Mit dem Frankenlied empfing die Hochstadter Blaskapelle die Mandatsträger aus dem Landkreis.

Sicherlich war die Begrüßung mit den Worten „Wir sind wieder da“ des CSU-Kreisvorsitzenden und Landrats Christian Meißner eher ironisch mit Blick auf die Niederlage bei der Bundestagswahl zu werten. Dennoch zeigte sich die CSU kämpferisch für die Zukunft.

Meißner erinnerte an die Entstehung von Kloster Banz. Dieses Juwel wäre sicherlich ohne die Hanns-Seidel-Stiftung ob als Tagungsort oder als Gebäude mit Anziehungskraft für die vielen Besucher nicht möglich gewesen, meinte er.

Auf die Wahl zurückblickend, sagte Christian Meißner, dass der Wahlerfolg für Emmi Zeulner ein wesentlicher Beleg dafür sei, wie stark sie in der Bevölkerung verankert sei. Hier treffe zu, wenn man sage: die CSU näher am Menschen. Mit den neuen Vorsitzenden der Jungen Union, Eva Spielvogel, und der Frauenunion, Katrin Roth, werde die Partei wieder besonders aktiv werden müssen. Die Frauenunion sei immer eine Kraftquelle in der heimischen CSU gewesen.

Da in manchen Orten die AfD über 20 Prozent Wählerstimmen erhielt, müsse in Zukunft alles dafür getan werden, dass die demokratischen Grundwerte im Landkreis erhalten bleiben. Bei Geschehnissen wie der Stadtratssitzung in Lichtenfels müsse politisch energisch gegengesteuert werden, sagte er.

Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner forderte, es müsse genau festgestellt werden was die Partei gut gemacht habe und was schlecht. Vieles habe nicht gestimmt.

Auch die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier zeigte sich alles andere als zufrieden mit den letzten beiden Wochen. Sie erinnerte an ihren Vater, den langjährigen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, der gesagt hatte in politischen Fragen: „kompliziert reden und einfach denken“ – und nicht umgekehrt, wie oft geschehen sei. Sie forderte, die Sorgen und Nöte der Menschen ernster zu nehmen und zu verbessern, was falsch gemacht wurde.

Ähnlich sah dies die Hauptrednerin, die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Franz Josefs Strauß letzte Lebensjahre seien Jahre gewesen, in denen sich etwas Großartiges zu verändern begonnen habe. Sie erinnerte an die Perestroika in der damaligen Sowjetunion und die folgende deutsche Wiedervereinigung. Strauß sei ein streitbarer Demokrat gewesen, der aber Veränderungen gespürt habe.

Er hätte laut Zeulner damals wie heute sicherlich zur Wachsamkeit in der deutschen Einheit aufgerufen. Er habe gewusst, dass Einigkeit, Recht und Freiheit Attribute sind, die nicht vom Himmel fallen, und hätte nicht akzeptiert, dass andere politische Richtungen darauf herumtrampeln und die Werte missbrauchen. Politisch desinteressierten und immer mehr ins private gekehrten Menschen sei die deutsche Einheit weder Begriff noch Botschaft. Das Internet trage dazu bei, dass Menschen mehr und mehr zu Inseln werden. Welche Antworten hätte ein Franz Josef Strauß dazu gehabt?, fragte Zeulner. Die Menschen sollten sich als wehrhafte Demokraten erweisen.