Gemeinderat
Neuer Anlauf für Dorfladen und Gemeindearchiv
Sehr viele Fragen warf die Überlegung auf, im alten Schulhaus ein Archiv zu errichten.
Sehr viele Fragen warf die Überlegung auf, im alten Schulhaus ein Archiv zu errichten.
Foto: Roland Dietz
Marktgraitz – Trotz Themen wie Telefonfunkmast oder Gebührenerhöhungen gab es kaum Diskussionsstoff bei der Gemeinderatsitzung in Marktgraitz in der Turnhalle.

Doch dann fragte die Gemeinderätin Kerstin Röling über den Sachstand zur Entwicklung eines möglichen Dorfladens nach. In der Antwort wurde bedauert, dass nach einer positiven Gründungsversammlung erst 34 Bürger eine Teilnahmezeichnung gemacht haben.

Gemeinderat Anton Hügerich (FW) vertrat die Meinung, dass das Ende der Zeichnungsfrist (30. November 2021) viel zu weit nach hinten geschoben worden sei. In der Sommerzeit seien viele, die mitmachen wollten, der Meinung, dass sie noch genügend Zeit hätten, sagte er. Schwung komme in die Sache so nur schwierig hinein.

Kerstin Röling (CSU) forderte, dass weiter darauf hingewiesen werden sollte, dass es sich um einen Dorfladen mit vielen regionalen Produkten handele und nicht um einen Supermarkt.

Matthias Partheymüller (FW) unterbreitete den Vorschlag, dies im „Ausscheller“ publik zu machen. Auch sollten mögliche Zeichnungsformulare beigelegt werden, sagte er.

Weiter wird nun angedacht, einen Tag der offenen Tür beim angestrebten Verkaufsladen abzuhalten. Dort könnten Zweifel ausgeräumt werden.

Bürgermeister Jochen Par-theymüller appellierte, tätig zu werden, um den angestrebten Dorfladen realisieren zu können. Die Vorteile liegen nach seiner Ansicht auf der Hand. Zeichnungsformulare liegen in beiden Rathäusern in Marktgraitz und Redwitz aus.

Einige Fragen gab es auch bei der Einrichtung eines Archivs für Marktgraitz. Die 950-Jahr-Feier habe gezeigt, dass hier etwas getan werden muss, gab der Bürgermeister bekannt.

Kreisarchivpflegerin Adelheid Waschka hatte bereits auf den unzureichenden Zustand hingewiesen. So lagern Akten und Archivmaterial an verschiedenen Stellen. Sie sind teilweise den Witterungseinflüssen ausgesetzt und müssen noch digitalisiert werden.

Der Bürgermeister machte den Vorschlag, im ersten Stock des Schulhauses in der ehemaligen Wohnung ein Archiv einzurichten. Die Kosten bezifferte er auf 23 000 Euro. 30 Prozent Förderung werden erwartet.

Kerstin Röling brachte die Überlegung ein, ob es möglich wäre, auch Vereinsarchive dort unterzubringen. Sie wies darauf hin, dass sehr viel Archivmaterial bei Privatpersonen lagert.

Der Gemeinderat kam überein, einen Ortstermin im Gebäude wahrzunehmen und weiter am Ball zu bleiben.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte Kämmerer Tobias Grünbeck eine Neukalkulation der Wasser- und Kanalgebühren vorgenommen und die neuen Sätze dem Finanzausschuss vorgestellt. Bei Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ist es so, dass diese Einrichtungen mindestens die Kosten erwirtschaften sollen. Trotzdem ergaben sich Defizite, die mit 11 000 Euro angegeben wurden. Daher hat der Finanzausschuss empfohlen, den Wasserpreis von bisher zwei Euro pro Kubikmeter auf 2,07 Euro zu erhöhen. Das wurde einstimmig beschlossen.

Für den Abwasserbereich hatte der Finanzausschuss den Vorschlag gemacht, die Grundgebühr von derzeit drei Euro im Monat auf vier Euro anzuheben. Dies wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Vertagt wurde einmal mehr das Thema Mobilfunkmast. Das nicht erteilte gemeindliche Einvernehmen und die damit verbundene Ablehnung der Planung eines Mobilfunkmastes der Telekom wurde nach Auffassung des Landratsamts Lichtenfels zu Unrecht verweigert. Nun soll bis 8. Oktober 2021 ein neuer Beschluss gefasst werden.

Dem erteilte Bürgermeister Jochen Partheymüller eine Absage. Er wies darauf hin, dass es inzwischen Verhandlungen der Gemeinde Marktgraitz mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner, der Hochspannungsnetzfirma Tennet und der Telekom gebe. Das Ergebnis müsse abgewartet werden, da eine Planungsänderung möglich sei, so der Bürgermeister.

Nachgefragt wurde die Abhaltung eines Weihnachtsmarktes. Vorgeschlagen wurde mit Blick auf Corona, wie bei der 950-Jahr-Feier vorzugehen.

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