Zeulner moderiert
Start frei für "Emmi-TV"
Emmi Zeulner hatte Premiere als Moderatorin.
Emmi Zeulner hatte Premiere als Moderatorin.
Foto: privat
Lichtenfels – Ein Videoabend mit Emmi Zeulner, Norbert Röttgen, Christian Meißner verlief nicht ohne Überraschungen.

Es war eine Premiere und es gab keinen Fisch, wie sonst außerhalb von Coronazeiten üblich. Die Lichtenfelser CSU wollte nicht ganz auf ihr traditionelles Heringsessen verzichten. So kam es, dass ein Videoformat geboren wurde. Das ist nichts Ungewöhnliches. Der Gast war es schon.

Wieder im Aufwind

Norbert Röttgen hat sich bei der Wahl zum neuen Parteivorsitzenden gegen Friedrich Merz und Armin Laschet nicht durchgesetzt, doch seine politische Karriere scheint wieder Auftrieb zu bekommen. Von 2009 bis 2012 war er Bundesumweltminister, die Niederlage bei der Landtagswahl 2012 in Nordrhein-Westfalen führte dazu, dass er dieses Amt verlor. Er blieb danach zunächst einfacher Bundestagsabgeordneter, wurde 2014 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Das ist seine neue Profession geworden. Er wurde im Januar in das Präsidium der Partei gewählt und scheint heute wieder da anzuknüpfen, wo er schon vor zehn Jahren stand: einer der Hoffnungsträger der Partei zu sein.

Hier geht es zum Video von Emmi Zeulner und Norbert Röttgen

So kamen sie virtuell zusammen am Dienstagabend ab 19 Uhr. Emmi Zeulner in ihrem Lichtenfelser Büro, Norbert Röttgen in seinem Berliner Büro - und sozusagen als Sidekick Landrat Christian Meißner (CSU) aus Lichtenfels.

Es war eine Runde, die durch das Format intim wirkte und viel weniger steif, als es Talkrunden oft sind. Meißner sendete aus seinem Arbeitszimmer, Röttgen aus seinem Berliner Büro, Emmi Zeulner aus Lichtenfels. Ja, etwas parteipolitische Schminke wurde schon aufgetragen, aber darüber konnte man hinwegsehen. Ein überhitzter Computer sorgte dafür, dass man nach Ton- und Übertragungsproblemen das Setup noch umstellen musste.

So erlebte Emmi Zeulner ihren ersten Auftritt als Moderatorin

Rund 45 Minuten dauerte die erste Sendung von "Emmi TV", in der die Bundestagsabgeordnete ihre Premiere als Moderatorin hatte.

Die Resonanz am Abend war noch nicht groß, etwa 50 Leute schauten live zu. Doch inzwischen ist die Zahl der Aufrufe vierstellig geworden, deutlich mehr, als man bei einem Heringsessen erreichen könnte. Wer auf die Facebookseite von Emmi Zeulner schaut, findet nicht nur die Aufzeichnung, sondern auch das Feedback. Das fiel gut aus - nicht zu Unrecht.

Hier lesen Sie, warum Norbert Röttgen seinen blauen Pullover liebt

Wäre dies eine Filmkritik: Ein technisch holpriger Start kann manchmal ein besserer Anfang sein, als wenn es glatt läuft. In einer Medienwelt, in der alles durchgestylt ist, hebt man sich mit weniger Perfektion schon wieder ab. Es braucht nicht viel für einen interessanten Abend. Da war ein Gast, der etwas zu sagen hatte. Das genügt.

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