Hilfe beim Nestbau
Störche oder keine Störche in Marktzeuln?
Eine Nisthilfe soll Störche zum Bleiben bewegen.
Eine Nisthilfe soll Störche zum Bleiben bewegen.
Foto: Lucie Homann
Marktzeuln – Der Gemeinderat diskutierte hitzig, ob die Vögel mit einem Horst angelockt werden sollen. Ein Platz für das neue Vogelzuhause wäre schon auserkoren.

Wie vermehrt in den umliegenden Gemeinden will jetzt auch Marktzeuln Störche ansiedeln. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (UBMz) erklärte in der Gemeinderatssitzung in der TSV-Turnhalle, dass er eine entsprechende Anfrage aus der Bevölkerung erhalten habe.

Und zwar soll ein Storchennest auf dem Dach des künftigen Dorfladens (Am Flecken 47) errichtet werden. Die Abstimmungen mit dem Landesbund für Vogelschutz ergaben gute Erfolgsaussichten, dass das Nest dauerhaft angenommen werde.

Auf dem Dach des künftigen Dorfladens soll ein Storchennest errichtet werden.
Auf dem Dach des künftigen Dorfladens soll ein Storchennest errichtet werden.
Foto: Karin Sträßner

Eine Garantie dafür könne natürlich niemand geben. Sowohl vom Landratsamt wie auch vom Landesamt für Denkmalpflege gebe es keine Einwände.

Störche als Attraktion für die Gemeinde

Das Gemeindeoberhaupt habe bereits mit einem Dachdecker bezüglich des anfallenden Storchenkots gesprochen. In diesem Punkt gebe es wohl keine Schwierigkeiten. Da in den umliegenden Gemeinden bereits öfters Horste installiert wurden, wären die Störche eine Bereicherung und weitere Attraktion in Marktzeuln, so Friedlein-Zech.

Daraufhin wurden die Argumente für und gegen ein Storchennest kontrovers diskutiert. Jutta Stark (UBMz) verwies auf die Bezirksklinik in Hochstadt, deren Dach durch den Storchenkot doch sehr verschmutzt wäre. Außerdem fand sie die Auswahl des Gebäudes unpassend.

„Wir können den Horst doch nicht auf ein Haus bauen, in das wir so viel Geld reingesteckt haben“, meinte sie. Markus Pülz (CSU) verwies auf Jungstörche, die das Dach der Marktzeulner Kirche in der Vergangenheit stark verunreinigt hätten.

Er gab noch zu bedenken: „Störche fressen Frösche“, man solle überlegen, ob man dadurch nicht die Amphibien ausrotte. Hubert Gehrlich (UBMz) glaubt, dass die im Außenbereich des künftigen Dorfcafés sitzenden Gäste nicht beeinträchtigt werden würden. Wenn die Feuerwehr alle zehn bis 20 Jahre das Dach abspritzen würde, fände er die Ansiedlung der Störche eine „Super-Sache“.

Erwin Grünbeck (CSU) freue sich auch, wenn man Störche herkriegen könne. Man müsse den Horst eben an einer Stelle errichten, wo draußen sitzende Gäste nicht beeinträchtigt würden. Ulrike Stark (SPD) sagte, man müsse sowieso abwarten, ob das Nest von den Störchen überhaupt angenommen werde.

Bürgermeister: „Nicht in Kaffee kacken“

Der Bürgermeister fasste zusammen, dass man sicher darauf achten müsse, „dass der Storch dann nicht in den Kaffee kacke“. Allerdings wären sich die Naturschutzbehörden einig, dass der Dorfladen ein guter Standort für Störche wäre und sehr wahrscheinlich von diesen auch angenommen werden würde.

Er erinnerte daran, dass man sich früher über die Hinterlassenschaften der Schwalben aufregte und heute froh wäre, wenn die Vögel noch da wären.

Die Materialkosten für das Storchenzuhause würden sich auf etwa 600 Euro belaufen, wobei noch eine Förderung möglich wäre. Man einigte sich darauf, die Entwicklung abzuwarten und notfalls das Nest künftig woanders zu platzieren. Der Gemeinderat beschloss letztendlich mit einer Gegenstimme die Errichtung eines Storchennestes auf dem künftigen Dorfladen.

Weitere Themen im Marktgemeinderat

Bundestagswahl Auch die Bundestagswahl am 26. September war ein Thema im Ratsgremium. Innerhalb des Marktes Marktzeuln wird je ein Wahlbezirk für die Urnenwahl, und ein Briefwahlbezirk für Marktzeuln mit den Ortsteilen Zettlitz und Horb am Main gebildet. Das Wahllokal befindet sich in der Aula der Grundschule in Marktzeuln.

Der Gemeinderat ernannte folgende Personen als Wahlvorsteher und dessen Stellvertreter: Urnenwahllokal Marktzeuln (Aula der Grundschule), Wahlvorstand: Gregor Friedlein-Zech; Stellvertretender Wahlvorstand: Petra Niechziol; Briefwahlbezirk Marktzeuln (Rathaus Marktzeuln), Briefwahlvorstand: Erwin Grünbeck; Stellvertretender Briewahlvorstand: Michael Friedrich. Stefan Leikheim regte an, über ein Urnenwahllokal in Horb nachzudenken, um die Dorfgemeinschaft zu stärken.

Friedlein-Zech gab jedoch die pandemiebedingt vermutlich hohe Anzahl der Briefwähler zu bedenken. Außerdem werde dadurch mehr Personal benötigt. Man wolle jedoch abwarten, wie viele Horber Bürger noch ins Wahllokal gehen und dann entsprechende Schlüsse für die Zukunft ziehen.

Das Urnenwahllokal für die Bundestagswahl befindet sich in der Aula der Grundschule Marktzeuln.
Das Urnenwahllokal für die Bundestagswahl befindet sich in der Aula der Grundschule Marktzeuln.
Foto: Karin Sträßner

Diverses Weitere Anfragen betrafen den Zeulner Markt, der ab sofort wieder stattfindet, die momentan nicht mögliche Grüngutannahme (wenn diese wieder möglich ist, wird es bekanntgegeben) und die Fertigstellung des künftigen Dorfladens.

Markus Pülz wunderte sich, dass die Dorfladengemeinschaft dies eher und besser wüsste als der Gemeinderat. So war der Stand des Rates bei einem Fertigstellungstermin für Ende 2021. In einem Schreiben der Dorfladengemeinschaft war jedoch bereits die Rede von einer Fertigstellung Ende des ersten Quartals 2022. Das Gemeindeoberhaupt meinte, dass die Terminierung momentan etwas schwammig sei und man deshalb den Termin nach hinten verschoben habe.

Stefan Leikheim wollte noch wissen, warum ein Bauzaun an der Bahnschiene Richtung Burgstall aufgestellt worden sei. Dieser diene dem Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor Schäden durch Baufahrzeuge.

Der Bauausschuss hat im Rahmen der Gebäudesanierung Am Flecken 47 folgende Vergaben beschlossen. Estricharbeiten: Firma Warkuss GmbH, Marktredwitz; Auftragssumme 49 806 Euro, einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer, Putzfassadenarbeiten: Firma Hofmann, Königsfeld; Auftragssumme 58 070 Euro, Trockenbauarbeiten: Firma Wittig & Paulfranz GmbH & Co.KG, Rödental; Auftragssumme 97 907 Euro.