Neubau
Spezialklinik entsteht
In wenigen Monaten wird die „Non-Compliance“-Tuberkulose-Einrichtung in Kutzenberg ihrer Bestimmung übergeben.
In wenigen Monaten wird die „Non-Compliance“-Tuberkulose-Einrichtung in Kutzenberg ihrer Bestimmung übergeben.
Foto: Mario Deller
Kutzenberg – In Kutzenberg wurde das Richtfest an der Non-Compliance-Tuberkulose- Einrichtung gefeiert.

„Baum und Bänder, welche Freude, künden diese Zeichen heute. Sie grüßen stolz aus dieser Höh’, wo als Zimmermann ich steh’“, lässt Matthias Amon den feierlichen Spruch zum Richtfest erklingen.

Rund fünf Monate nach dem ersten Spatenstich zur Errichtung einer Non-Compliance-Tuberkulosestation in Kutzenberg konnte nun das Richtfest gefeiert werden.

Bevor Vertreter der Zimmermannszunft das Gerüst hochkletterten, um am geschmückten und wetterfest mit Kabelbinder gesicherten Baum den Brauch des Richtspruchs zu vollziehen, gingen einige Redner auf die der Einrichtung ein, die Anfang 2022 in Betrieb gehen und maximal 24 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet aufnehmen wird.

Professionelle Behandlung

Auf den Gelände in Kutzenberg, nahe desm Hubschrauberlandeplatz, errichtet das zu den Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) gehörige Bezirksklinikum Obermain eine beschützend geführte Spezialstation für Tuberkulosepatienten, denen – oft aufgrund einer parallel auftretenden psychischen Erkrankung – die Einsicht in die Notwendigkeit einer professionellen Behandlung fehlt. Diesen Charakter der geplanten Einrichtung beschrieb eingangs Bezirkstagspräsident Henry Schramm, der die Vorgeschichte dieses Projekts in Kutzenberg in seinen Ausführungen anriss.

Gute Voraussetzungen

Nachdem die bisher im oberpfälzischen Parsberg ansässige bundesweit tätige Non-Compliance-Einrichtung in die Jahre gekommen ist und Ende 2021 schließt, war ein Neubau und neuer Standort notwendig geworden. In Kutzenberg waren die Voraussetzungen gut. Nach aufwändiger Planung fand im Mai dieses Jahres der erste Spatenstich statt. Durch die Einrichtung entstehenden laut Schramm 35 Arbeitsplätze.

GeBO-Vorstand Katja Bittner erläuterte, warum Kutzenberg als Standort für die Non-Compliance-Einrichtung ausgewählt wurde: „Hier am Bezirksklinikum Obermain verfügen wir über eine ausgewiesene und über viele Jahre gewachsene Fachexpertise bei der Behandlung von Lungen- und psychischen Erkrankungen.“ Auch die in Kutzenberg bestehende Klinik für Lungenheilkunde werde durch die Non-Compliance-Station gesichert, ergänzte Bittner.

Kontrovers diskutiert

Dass das Projekt im Bauausschuss der Gemeinde Ebensfeld seinerzeit offen diskutiert wurde und nicht unumstritten war, sei kein Geheimnis, sagte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Diese Differenzen seien ad acta gelegt. „Der Markt Ebensfeld weiß, was er an Kutzenberg hat“, unterstrich er.

Die hohe Relevanz des Teamgedankens und die Bedeutung harmonischer und konstruktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten auf verschiedenen Ebenen als entscheidende Faktoren fürs Gelingen thematisierte Alois Dechant, der Seniorchef des mit der Bauausführung beauftragten Unternehmens. In den bisher 23 Wochen seit dem ersten Spatenstich hätten alle Beteiligten hervorragende Arbeit geleistet, lobte er.

Dechant nannte beeindruckende Zahlen, die die Dimensionen des baulich bisher Geleisteten verdeutlichten: 57 Firmen waren bis dato im Einsatz mit insgesamt 450 Arbeitskräften, davon alleine 300 auf der Baustelle.

Bis jetzt seien knapp 2000 Quadratmeter Betonwände verbaut worden sowie 110 Tonnen Stahl. „Die Maßnahme hat eine Fläche von 16 Wohnhäusern, nur damit man sich das mal vorstellen kann“, erklärte er.

Eine solche „Non-Compliance-Station“ benötige hohe Sicherheitsanforderungen. Um eine Flucht von Patienten auszuschließen, beinhalte die die Baumaßnahme neben dem eigentlichen Gebäude einen äußeren Bauring mit Mauer und Übersteigschutz. Das Areal werde eingegrünt.

Damit sich die Einrichtung von ihren Dimensionen her gut in die Umgebung einfüge, werde sie zudem in eingeschossiger Bauweise konzipiert.