Stadtplanung
Staffelsteins "Schwarzer Bär": Wie geht es weiter?
Das Kulturzentrum auf dem „Bären“-Areal aus Sicht der Planer.
Das Kulturzentrum auf dem „Bären“-Areal aus Sicht der Planer.
Foto: Grafik: Architekturbüro kollektiv
Bad Staffelstein – Seit vielen Jahren steht das Areal im Staffelsteiner Stadtkern leer. Ein Grobkonzept liegt vor - doch noch tut sich nichts.

Vor fast genau einem Jahr gewann das Münchner Architekturbüro kollektiv zusammen mit dem Studio Vulcan den ersten Platz bei dem mit 55 000 Euro dotierten Wettbewerb zur Revitalisierung des einstigen Brauereigeländes in der Stadtmitte. Arbeitstitel: „Errichtung eines Kulturzentrums Bären-Areal in Bad Staffelstein“.

Das 3300 Quadratmeter große ehemalige Brauereigelände „Zum Schwarzen Bären“ gehört seit 2015 der Stadt. Etwas später erwarb die Stadt zudem das benachbarte Ultschen-Haus. Das Gelände im Herzen der Altstadt muss komplett saniert werden, wenn dort etwas Neues entstehen soll.

In den Architektenwettbewerb ist ein Nutzungskonzept eingeflossen, das der Stadtrat zuvor erarbeitet hatte. Aus beidem resultieren die Kosten für die Revitalisierung – also die Finanzierung mit Mitteln der öffentlichen Hand (Städtebauförderung) sowie möglicherweise der Oberfrankenstiftung.

Die Voraussetzung, dass sich die Stadt um staatliche Zuschüsse bewerben kann, ist das seit einiger Zeit vorliegende Integrierte Entwicklungskonzept (Isek).

Etliche Details müssen auf den Prüfstand

Überlegungen, was auf dem „Bären“-Areal entstehen könnte, gibt es seit über 15 Jahren. Nun liegen jedoch konkrete Pläne der Architekten vor, die auf die Vorgaben der Stadt hin entstanden sind. Viele Details aber waren den Stadträten bei der Sondersitzung am Dienstagabend unklar, sind veraltet und müssen noch einmal auf den Prüfstand oder sind strittig.

Ein Multifunktionshaus soll auf dem „Bären“-Areal entstehen, in dem die Bücherei untergebracht ist und in dem Direktvermarkter ihre Waren anbieten. Ein großer Veranstaltungssaal mit 300 Plätzen und ein kleiner sind vorgesehen, ein Hotel ist in den Plänen der Architekten ebenso berücksichtigt wie ein Parkhaus mit 88 Stellplätzen. Die beiden historischen, dem Marktplatz zugewandten Fachwerkhäuser sollen gastronomisch genutzt werden. Ob die Stadt dafür einen Pächter sucht oder doch einen Investor braucht, die Häuser also wieder veräußert, ist gegenwärtig noch offen. In den Gewölbekellern dieser Gebäude sind eine Erlebnisbrauerei und ein kleines Brauereimuseum angedacht.

Darum tut sich noch nichts

Um beginnen zu können, fehlen derzeit viele Voraussetzungen: Die Baugrund- und die Schadstoffuntersuchungen sowie eine archäologische Sondierung stehen noch aus, eine denkmalpflegerische Erlaubnis fehlt, und die Fördermittel müssen beantragt werden. Erst nachdem die Zusage über die Höhe der Städtebaufördermittel vorliegt, kann die Realisierung über ein europaweites Ausschreibungsverfahren erfolgen.

Ungeklärt ist indes, ob die Zufahrt zum Parkhaus über die Alte Schießstätte und die Abfahrt zur Horsdorfer Straße hin ausreichend dimensioniert sind. Das Umfeld an der Alten Schießstätte und am Kreuzberg soll zu einer Grünzone umgewandelt werden. Der Abriss der dortigen Kegelbahn und somit das Aufweiten der Engstelle ist jedoch gescheitert. Die Stadt konnte sich mit Hans-Karl Brütting, dem Besitzer der Kegelbahn, nicht auf einen Kaufpreis einigen. Auf unsere Anfrage erklärte Brütting: „Der Verkauf kommt nicht in Frage, das ist hinfällig.“

Das Grobkonzept überarbeiten

Die Stadt hat nach dem Architektenwettbewerb nun ein Grobkonzept. Der Stadtrat wird noch mehrere Sitzungen brauchen, um daraus etwas Passendes zu formen. Es kommt jetzt vor allem darauf an, ob die Stadt einen Partner findet, der den Gastro-Bereich übernimmt. Dann kann aus den auf Vorgaben der Stadt basierenden Plänen etwas Gutes werden. Architektin Sophie Hoffstadt warb dafür, hier ein Areal zu schaffen, das sich einfügt ins Bestehende, das zu einem öffentlichen Ort wird, zu einer Freilichtbühne, zu einem Platz für den Wochenmarkt zu einer Symbiose aus alten und neuen Strukturen.

Die Vorschläge des Münchner Architekturbüros sind nicht in Stein gemeißelt. Nun wollen die Stadträte einen Konsens finden, um mit dem dann erstellten Konzept zu versuchen, über die Städtebauförderung Zuschüsse zu erwirken.