Protest
Verdi: Bei Baur sollen alle gleich bezahlt werden
Die Gewerkschaft Verdi informierte bei Baur über die aktuellen Tarifverhandlungen.
Die Gewerkschaft Verdi informierte bei Baur über die aktuellen Tarifverhandlungen.
Foto: Verdi
Weismain – Trotz eines Rekordumsatzes werden bei Baur Mitarbeiter wohl nicht nach Tarif bezahlt. Dagegen will die Gewerkschaft vorgehen.

Zur Tarifrunde im Einzel-und Versandhandel hat es am Donnerstag, 20. Mai, Aktionen an mehreren Standorten beim Baur-Versand gegeben, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Hierbei wurden die Beschäftigten von Ehren- und Hauptamtlichen der Gewerkschaft durch Abstimmung über Kärtchen befragt, ob sie sich zur Durchsetzung der Forderung der Gewerkschaft an Aktionen bis hin zum Streik beteiligen würden.

Hintergrund ist die aktuelle Tarifauseinandersetzung im Einzel- und Versandhandel. In der ersten Verhandlungsrunde sei vonseiten der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt worden, schreibt die Gewerkschaft. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten des Einzel-und Versandhandels 4,5 Prozent mehr Lohn, zusätzlich 45 Euro. Zudem sollen die unteren Einstiegsgehälter nicht weniger als 12,50 Euro betragen.

Von entscheidender Bedeutung

Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge im Handel gehört ebenfalls zur Forderung und sei gerade auch beim Baur-Versand von entscheidender Bedeutung, so Verdi.

Während Beschäftigte bei Baur von der Tarifbindung profitieren, arbeiteten die Beschäftigten bei BFS (Baur Fulfillment Solutions) immer noch zu deutlich niedrigeren Löhnen.

„Diesen Zustand gilt es abzustellen. Wir wollen alle Beschäftigten in der Baur-Gruppe in die Tarifbindung bekommen. Es kann nicht sein, dass die Baur Gruppe nach Medienberichten einen Rekordumsatz erzielt hat und es weiterhin dort Beschäftigte gibt, die nicht nach Tarifvertrag bezahlt werden“, so Paul Lehmann, Gewerkschaftssekretär Verdi-Handel für den Bezirk Oberfranken West.

Die Auswertung der Umfrage und die persönlichen Gespräche zeigten, dass die Beschäftigten eine hohe Aktions- und Streikbereitschaft hätten, sagt die Gewerkschaft. Weitere Aktionen oder die Durchführung von Streiks seien derzeit seitens der Gewerkschaft nicht ausgeschlossen.red