Beschluss
Keine Verkehrsberuhigung in Ebensfeld
Die Anwohner der Bahnhofstraße hätten sich über eine verkehrsberuhigte Zone gefreut. Der Bauausschuss entschied sich dagegen – er hatte keine andere Wahl.
Die Anwohner der Bahnhofstraße hätten sich über eine verkehrsberuhigte Zone gefreut. Der Bauausschuss entschied sich dagegen – er hatte keine andere Wahl.
Foto: Mario Deller
Ebensfeld – Den Anwohnern zweier Straßen in Ebensfeld ist der Verkehr vor der Haustür zu schnell. Ein Antrag im Bauausschuss ist jedoch zum scheitern verurteilt.

Offenbar empfinden Anwohner der Sudetenstraße sowie der sich anschließenden Bahnhofstraße in Ebensfeld den Fahrstil mancher Autofahrer als zu flott. Deshalb wandten sie sich mit einem Antrag an den Bauausschuss. Laut dem hätten sich die Bewohner eine verkehrsberuhigte Zone für die beiden erwähnten Straßen gewünscht. Dafür gibt es jedoch keine rechtliche Handhabe, wie bei jüngsten Sitzung des Gremiums bekanntgegeben wurde.

In einer verkehrsberuhigten Zone wäre die zulässige Höchstgeschwindigkeit 20 Stundenkilometer gewesen. Wie Bauamtsleiter Gerhard Schneider und Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) in der Sitzung mitteilten, wurde hierzu zunächst eine Stellungnahme der Polizeiinspektion Lichtenfels und des Landratsamtes Lichtenfels eingeholt. Seitens der Behörden hieß es, dass eine Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich dort rechtlich nicht möglich sei.

Verkehrsinsel bremst Autos

In der Sitzung gab es zudem den Hinweis, auf die Verkehrsinsel am Ortseingang in der Sudetenstraße. Die animiere die Verkehrsteilnehmer am Ortseingang bereits, in einem angemessenen Tempo zu fahren.

Am Ortseingang an der Sudetenstraße steht eine Verkehrsinsel. Sie trägt bedingt zu einer angemessenen Fahrweise bei.
Am Ortseingang an der Sudetenstraße steht eine Verkehrsinsel. Sie trägt bedingt zu einer angemessenen Fahrweise bei.
Foto: Mario Deller

Andererseits – das kann freilich niemand abstreiten – verleite die dort herrschende große Fahrbahnbreite manchen gedankenlosen Autofahrer wohl zusätzlich zum flotten Fahren.

Breite Straße wegen falscher Erwartung

Die Sudetenstraße wurde vor rund 30 Jahren so breit angelegt, weil die Verantwortlichen davon ausgegangen waren, dass sie in Zukunft eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Ebensfeld würde. Dass dies offenbar durch die jetzige Infrastruktur nicht der Fall ist, war damals noch nicht abzusehen. Diese Erkenntnis hilft natürlich aktuell niemandem – weder den Anwohnern, noch den Entscheidungsträgern.

Den Antrag nach einer verkehrsberuhigten Zone für Bahnhof- und Sudetenstraße lehnten die Räte mit 7 zu 2 Stimmen ab. Die Begründung hierfür: die fachliche Einschätzung der Behörden und die fehlende rechtliche Handhabe. Stattdessen ging ein Appell an alle Verkehrsteilnehmer raus: einenangemessenen Fahrstil wählen und Rücksicht auf die Gesundheit und Sicherheit der Anwohner nehmen.