Neuansiedelung
Ganz problemlos geht's auch in Michelau nicht
An den Anfang des Radweges in der Michelauer Bahnhofstraße wurde ein Sperrschild mit Umleitungshinweis für Radfahrer gesetzt.
An den Anfang des Radweges in der Michelauer Bahnhofstraße wurde ein Sperrschild mit Umleitungshinweis für Radfahrer gesetzt.
Foto: Popp
Michelau – Im Michelauer Gewerbegebiet "Am Bahnhof" tut sich was: Zur Vorbereitung auf den Neubau der Spedition CS-Trans haben Baumfällarbeiten begonnen.

Von der Bahnhofstraße aus waren nur die mit Baumstämmen gefüllten Lastzüge zu sehen, die über die schmale Zufahrt herausgefahren wurden. Und das Sperr- beziehungsweise Umleitungsschild am Radweg. Etwas tiefer liegt das Grundstück, auf dem der Neubau der Spedition CS-Trans entstehen soll. Mit den Baumfällungen in dieser Woche haben die Vorarbeiten begonnen. Das Zeitfenster ist knapp, denn ab 1. März sind Rodungen in der Regel verboten, um nistende Vögel zu schützen. Was jetzt nicht geschafft würde, dürfte erst im Oktober fortgesetzt werden.

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Von dem Vorhaben in Grundfeld hatte das Unternehmen ja - wie berichtet - Abstand genommen. Zu viele Hürden waren da zusammengekommen - trotz des eigentlich in seinem Sinne ausgegangenen Bürgerentscheids. Im November war dann die Entscheidung für Michelau als neuen Standort öffentlich gemacht und die Planung im Gemeinderat vorgestellt worden.

In der Zwischenzeit wurde klar, dass auch das Bauen auf dem Grundstück im Michelauer Gewerbegebiet "Am Bahnhof" (in dem seit 1988 rechtskräftigen Bebauungsplan) mit Auflagen naturschutzrechtlicher Art behaftet ist. In der Gemeindeverwaltung geht man aber von einem Ablauf nach Plan aus. Die vertragliche Regelung zum Grundstücksverkauf sei auf den Weg gebracht.

Seitens der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Lichtenfels heißt es auf Nachfrage zu den Auflagen: "Das Gewerbegebiet ‚Am Bahnhof‘ umfasst naturschutzfachlich wertvolle Wiesen und Feuchtgebiete. Im Gebiet kommen besonders und streng geschützte Tierarten vor. Daraus resultieren verschiedene Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen. Die Vorgaben des speziellen Artenschutzes gelten sowohl in der freien Landschaft als auch im Bereich rechtskräftiger Bebauungspläne.

Derzeit finden auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern Fällungsarbeiten statt. Um die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände zu vermeiden, müssen Rodungen außerhalb der Vogelbrutzeit stattfinden und Baumhöhlen vor der Fällung auf den Besatz von Fledermäusen untersucht werden. Weitere Auflagen betreffen Maßnahmen zur schonenden Rodung, Errichtung von Bautabuzonen und Schutzzäunen. Als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft müssen neue Feuchtflächen und artenreiches Grünland angelegt werden, da diese Biotoptypen durch die Bebauung zerstört werden. Der Umfang der Ausgleichsmaßnahmen wird im Rahmen der gesetzlichen Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung festgelegt. Hierzu sind Kartierungen während der Vegetationsperiode notwendig. Eine abschließende Aussage ist daher noch nicht möglich."

In Bad Staffelstein hat das Unternehmen seine Anfrage offiziell noch nicht zurückgezogen - das muss es aber auch nicht, da der Stadtrat das Vorhaben in der Form quasi abgelehnt hatte, wie Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU) erklärt. Er persönlich hätte sich gewünscht, dass man einen Weg gefunden hätte, sagt Stich, und räumt auch ein, dass "sich das bei uns gezogen hat". Im Gremium gab es unterschiedliche Sichtweisen nach dem Bekanntwerden des beabsichtigten Weggangs der Spedition.