Angeln in Franken
Angler werden: Tipps und Regeln für Einsteiger
Martin Drinndörfer
Angeln ist auch in Franken ein beliebtes Hobby. Allerdings darf man ohne Fischereischein an keinem Gewässer auch nur eine Angel in die Hand nehmen.
Foto: Barbara Herbst
Franken – Einfach die Angel in die Regnitz werfen? So simpel ist es nicht. Ein Experte erklärt, worauf Neueinsteiger alles achten müssen.

Jörg Zitzmann ist Präsident des Fischereiverbands Mittelfranken. Und Anwalt. Hier klärt er die wichtigsten Fragen rund um Fischerprüfung, Angelkarte und rechtliche Grundlagen. Denn die Angel-Regularien sind alles andere als simpel.

Jörg Zitzmann
Jörg Zitzmann ist Vorsitzender des Fischereiverbands Mittelfranken.
Foto: Fischereiverband Mittelfranken

Darf ich mir einfach eine Angel kaufen und an der Regnitz angeln gehen?

Nein. Ohne Fischereischein darf man an keinem Gewässer auch nur eine Angel in die Hand nehmen. Für den Schein gibt es eine von der Landesregierung geregelte Prüfung und Prüfungslokale. Das sind etwa 1000 Fragen aus sechs Fachbereichen, die drankommen können. Da geht es um Fischereirecht, Gewässerschutz, Gerätekunde, Fischarten, Wasserbiologie …

Und diese Prüfung kann jeder machen?

Im Grunde jeder über 14 Jahre. Nur muss man davor – wie bei der Führerscheinprüfung – einen Vorbereitungskurs besuchen. Der beinhaltet mindestens 30 Theorie- und Praxisstunden. Solche Kurse werden von Fischereivereinen oder darauf spezialisierten Unternehmen angeboten. Ist der samt Prüfung erledigt, muss man bei der Gemeinde den Fischereischein beantragen.

Schritt für Schritt zum Angler
Foto: adobestock, Grafik: Franziska Schäfer

Ohne den geht nix. Übrigens: In Bayern dürfen Kinder unter zehn Jahren mit zum Angeln kommen – wenn das begleitende Elternteil einen Schein hat. Das gleiche gilt für Jugendliche unter 18 Jahren. Nur, dass die einen Jugendfischereischein beantragen müssen, noch ohne Prüfung, und selbst eine Angel führen dürfen.

Wie teuer ist so ein Angelschein?

Das schwankt je nach Anbieter des Vorbereitungskurses. Ich würde sagen, zwischen 120 und 250 Euro. Plus eine überschaubare Prüfungsgebühr.

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Der Angelschein ist da – kann es jetzt direkt losgehen?

Nicht direkt. Es fehlt noch die Berechtigung für das Angeln an einem bestimmten Gewässer. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man löst eine Tageskarte für ein Gewässer, das geht beim zuständigen Fischereiberechtigten oder Fischereiverein und bei Fischereiverbänden. Oft sogar relativ spontan online. Oder man tritt einem Fischereiverein bei, zahlt einen Mitgliedbeitrag und bekommt eine Sammelerlaubniskarte für ein ganzes Jahr, die man nach Ablauf erneuern kann.

Worauf muss ich während des Angelns achten?

Es gibt sogenannte Schonzeiten und Schonmaße. Die regeln, zu welcher Jahreszeit ich einen Fisch aus dem Wasser ziehen darf und welche Mindestgröße er haben muss. Das ist von Art zu Art unterschiedlich und bildet eine riesige Liste. Der Zander zum Beispiel hat eine gesetzliche Schonzeit vom 15. März bis zum 30. April. Das ist der Zeitraum, in dem die Art laicht. Hat man so ein Tier an der Angel, muss man es schonend zurückleiten lassen. Außerdem ist die maximale Fangmenge geregelt. Das lernt man aber alles für die Prüfung.

Gibt es auch Regeln für die Ausrüstung?

Generell darf jeder Angler in Bayern zwei Angeln führen. Und er muss bei seiner Angel bleiben. Ansonsten sind ein paar Vorschriften von Bezirk zu Bezirk anders. Da geht es meistens darum, in bestimmten Gewässern Fische zu schonen.

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Was, wenn ich Vorgaben missachte – oder sogar ohne Schein angeln gehe?

Wird ein Angler ohne Schein erwischt, greift Paragraph 293 des Strafgesetzbuches, genannt „Fischwilderei“. Ein Ersttäter hat vielleicht Glück und bekommt nur eine kleine Geldstrafe. Mehrfachtätern droht eine Strafe von bis zu einem Monatsgehalt. Unbelehrbare können vor dem Amtsgericht landen. Bei weiteren Missachtungen der Vorgaben variieren die Bußgelder je nach Verstoß – es gibt so viele Sachen, die man falsch machen kann!

Das sind strenge Regeln.

Ja, aber aus gutem Grund. Es gibt genügend gefährdete Fischarten. Wir schützen die Tiere, indem wir das Angeln regulieren und Fangstatistiken anlegen. Dann können wir dafür sorgen, dass Bestände wiederaufgebaut werden und die Population weiterbesteht.