Kissinger Geschichte
Jack Steinberger: Wer war der Nobelpreisträger?
Jacks Tante Meta und Onkel Steinberger (von links) mit den Eltern Ludwig und Bertha Steinberger mit den drei Brüdern Jakob (Jack), Herbert und Rudolph vor der Neuen Synagoge in Bad Kissingen
Jacks Tante Meta und Onkel Steinberger (von links) mit den Eltern Ludwig und Bertha Steinberger mit den drei Brüdern Jakob (Jack), Herbert und Rudolph vor der Neuen Synagoge in Bad Kissingen
Archiv Jack Steinberger
Jack Steinberger im Alter von 80 Jahren
Jack Steinberger im Alter von 80 Jahren
Siegfried Farkas/MP-Archiv
Die drei Brüder Herbert, Jakob (Jack) und Rudolph Steinberger im Jahr 1927
Die drei Brüder Herbert, Jakob (Jack) und Rudolph Steinberger im Jahr 1927
Archiv Elizabeth Steinberger
F-Signet von Sigismund von Dobschütz Fränkischer Tag
Bad Kissingen – Jack-Steinberger ist seiner Heimat Bad Kissingen immer verbunden geblieben. Stationen seines Lebens zeichnet Hans-Jürgen Beck in einem Vortrag nach.

Vor 102 Jahren wurde der amerikanische Physik-Nobelpreisträger Jack Steinberger (1921-2020) als Sohn des Kantors der jüdischen Gemeinde in Bad Kissingen geboren. Anlässlich seines 80. Geburtstags wurde das Gymnasium, dessen Schüler er nur wenige Jahre bis zu seiner Emigration sein durfte, im Jahr 2001 in Jack-Steinberger-Gymnasium umbenannt. Zum Gedenken an den 2006 zum Ehrenbürger seiner Geburtsstadt ernannten Nobelpreisträgers hält Hans-Jürgen Beck (60), Experte für jüdisches Leben in Bad Kissingen, auf Einladung des Würzburger Johanna-Stahl-Zentrums am Dienstag, 24. Januar, um 18.30 Uhr, seinen Online-Vortrag „Jack Steinberger – Stationen eines Lebens“, den man also überall bequem am eigenen Computer mitverfolgen kann.

Über den Referenten

Es gibt wohl kaum einen besseren Kenner jüdischen Lebens in und um Bad Kissingen als Hans-Jürgen Beck. Bereits seit seinem Theologie-Studium fühlt sich der bis zu seiner Frühpensionierung (2020) am Jack-Steinberger-Gymnasium tätige Oberstudienrat nach eigener Aussage „dem Judentum in all seinen Facetten verbunden“ und zugleich verpflichtet, „die vielfältigen kulturellen, geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Aspekte des Judentums einem möglichst breiten Publikum zu erschließen“. Die lange Liste seiner Veröffentlichungen zur jüdischen Lokalgeschichte und einer Vielzahl von Vorträgen ergänzt er nun um seinen Online-Vortrag über den am 25. Mai 1921 in der Kurstadt als Hans Jakob Steinberger geborenen Bad Kissinger Ehrenbürger.

1934 nach Amerika gekommen

Beck zeichnet darin die Lebensstationen des im Dezember 2020 in Genf im Alter von 99 Jahren verstorbenen Physikers nach und berichtet auch über die Lebenswege der Vorfahren Steinbergers in Unterfranken. Er beleuchtet die Situation der Bad Kissinger Familie in der Anfangszeit des Nationalsozialismus, die die Eltern Berta und Ludwig Steinberger schließlich dazu veranlasste, den erst 13-jährigen Jakob und seinen älteren Bruder Herbert im Jahr 1934 mit dem Kindertransport einer jüdischen Wohlfahrtsorganisation nach Amerika in Sicherheit zu bringen, wo sie in Chicago in der Familie des Kornhändlers Barnett Faroll aufgenommen wurden. Seinen Eltern und dem jüngeren Bruder Rudolph gelang die Flucht in die USA erst drei Jahre später.

Berufliche Karriere

Beck berichtet von Steinbergers privatem Werdegang und seiner beruflichen Karriere als Physiker in den USA und ab 1968 in der Schweiz mit dem Höhepunkt der Verleihung des Nobelpreises im Jahr 1988. Trotz erlittenen Unrechts blieb Jack Steinberger seiner alten Heimat Bad Kissingen immer verbunden.

Veranstalter dieses biografischen Online-Vortrags ist das Würzburger Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken, das 1987 in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde eröffnet wurde. Die Einrichtung berät zum Thema, beantwortet Anfragen und vermittelt die jüdische Geschichte in Veranstaltungen und durch Online-Angebote – wie auch den Online-Vortrag von Hans-Jürgen Beck am 24. Januar.

Informationen:

Online-Vortrag: Hans-Jürgen Beck: „Jack Steinberger – Stationen eines Lebens“,

Dienstag, 24. Januar, 18.30 Uhr;

Veranstalter: Johanna-Stahl-Zentrum, Würzburg;

Anmeldung unter Email jsz@bezirk-unterfranken.de ist erforderlich; der zur Teilnahme am Online-Vortrag notwendige Link wird dann zugesandt.

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