Tolle Aktion
Von Hamburg über Coburg zur Zugspitze
Flo Sitzmann geht mit seinem Schicksal sehr offen um: Vor 30 Jahren verlor er bei einem Unfall beide Beine – er nennt sich seitdem selber „der halbe Mann“.
Flo Sitzmann geht mit seinem Schicksal sehr offen um: Vor 30 Jahren verlor er bei einem Unfall beide Beine – er nennt sich seitdem selber „der halbe Mann“.
Foto: www.dersitzmann.de
Coburg – Flo Sitzmann startet bald zu einer ungewöhnlichen Reise quer durch Deutschland. Er will Mut machen, Spenden sammeln und Freunde treffen.

Genau 30 Jahre ist es nun her, dass Flo Sitzmann bei einem Motorradunfall beide Beine verlor. Es ist aber typisch für ihn, dass er dieses Jubiläum nicht trauernd begeht, sondern mutig, lebensfroh und nach vorne gerichtet. Denn: Flo Sitzmann will Menschen, denen ebenfalls Schlimmes widerfahren ist, Mut machen; er will zeigen, dass es gelingen kann, sich ins Leben zurückzukämpfen.

900 Kilometer mit dem Handbike

Am Donnerstag, 18. August, startet Flo Sitzmann deshalb zu einer besonderen Tour quer durch Deutschland: Unter dem Titel „Miles for hope“ will er mit seinem Handbike gut 900 Kilometer zurückzulegen. Start ist in Hamburg, Ziel ist zwei Wochen später auf der Zugspitze – und am Mittwoch, 24. August, will er Station in Coburg machen.

Freunde in Coburg

Für den Zwischenstopp in der Vestestadt gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen zählt Max Beyersdorf zu Sitzmanns engsten Freunden; auch die VR-Bank Coburg ist ein langjähriger Unterstützer von Sitzmanns Aktionen. Und dann wäre da noch Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha: Als dieser 2019 mit einem Liegerad von Coburg nach Gotha radelte und dabei ebenfalls Spenden für einen guten Zweck sammelte, wurde er von Flo Sitzmann begleitet.

Zieleinlauf auf dem Marktplatz

Und nun wiederum wird Prinz Andreas am 24. August Flo Sitzmann auf dem Streckenabschnitt von Eisfeld bis nach Coburg begleiten. Gegen 18 Uhr werden die beiden – zusammen mit weiteren Freunden und Partnern – auf dem Marktplatz erwartet. Die Moderation beim Zieleinlauf übernimmt Radio Eins. Die VR-Bank wird ein Tiny House aufbauen und die Aktion zum Anlass für weitere Spendenübergaben nehmen.

 

HINTERGRUND: Der „halbe Mann“ und sein Seelenverwandter in Coburg

Zur Person Flo Sitzmann wurde 1976 geboren. Bei einem Motorradunfall, an dem er keine Schuld hatte, verlor er 1992 beide Beine. Nach mehr als 50 Operationen kämpfte er sich ins Leben zurück und entdeckte unter anderem das Handbike als neues Sportgerät für sich. In kurzer Zeit gehörte er zur Weltspitze in dieser Disziplin: Er wurde dreimal Deutscher Meister, Vize-Weltmeister und nahm an den Paralympics teil. Er verbindet seine sportlichen Ambitionen mit dem Sammeln von Spenden. Bei der Aktion „Miles for Hope“ gilt ein Schwerpunkt der Stiftung „Hoffnung für Kinder“ (weitere Infos unter www.dersitzmann.de). Ein weiterer Spendenpartner ist der Spendenverein „Franken helfen Franken“ der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch das Coburger Tageblatt gehört.

Flo Sitzmann versteht sich außerdem als Impulsgeber, Vorbild und „Motor in Sachen Leben“. Er möchte Menschen Mit machen, die sich in scheinbar aussichtslosen Situationen befinden und die mit ihrem Schicksal hadern. Seinen eigenen Weg hat Flo Sitzmann in den Büchern „Der halbe Mann“ (2009) und „Bloß keine halben Sachen“ (2011) dokumentiert.

Zum Freund Den Coburger Max Beyersdorf bezeichnet Flo Sitzmann als „engen Freund“, mit dem er sich „seelenverwandt“ fühle. Zusammen mit Max Beyersdorf hat Flo Sitzmann schon viele außergewöhnliche und nachhaltige Aktionen ins Leben gerufen und realisiert; etwa das gemeinsame Bestreiten des New York City Marathons für den Verein „Hippomobil“ oder auch die Tour von Coburgs Prinz Andreas nach Gotha.

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