Kündigung
Regiomed will Coburger Seniorenzentrum schließen
Regiomed will ds Seniorenheim Bertelsdorfer Höhe zur Jahresmitte 2023 schließen.
Regiomed will ds Seniorenheim Bertelsdorfer Höhe zur Jahresmitte 2023 schließen.
Fajsz Deáky
Simone Bastian von Simone Bastian Coburger Tageblatt
Coburg – Böse Überraschung kurz vor Weihnachten: Regiomed will das Seniorenzentrum Bertelsdorfer Höhe nicht länger betreiben.

Der Brief trägt das Datum 2. Dezember, an diesem Tag wurden auch die Beschäftigten informiert: Das Seniorenheim „Bertelsdorfer Höhe“ soll Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Das Haus hieß bis vor fünf Jahren „Am Schießstand“ und wurde von der Schwesternschaft des BRK betrieben. Als die Schwesternschaft im Frühjahr 2017 insolvent ging, übernahm der Klinikkonzern Regiomed die beiden Seniorenheime der Organisation: Das Mila-Gottfriedsen-Haus nahe am Coburger Klinikum und das Wohnheim Am Schießstand.

Beide Häuser erhielten neue Namen: Das am Klinikum hieß „Eckardtsberg“ und überlebte nicht lange. Im Sommer 2020 kündigte Regiomed an, das Haus im Laufe des Jahres 2021 leer zu ziehen. Alle Bewohner sollten woanders untergebracht werden. Grund: Das Haus am Eckardtsberg entsprach nicht mehr den Heimbaurichtlinien und hätte aufwendig saniert werden müssen. Viele der damaligen Bewohner kamen am Schießstand unter, in dem Seniorenheim, das heute „Bertelsdorfer Höhe“ heißt.

„Vielzahl von Einflussfaktoren“

Doch nun soll auch dieses Haus geschlossen werden. „Aufgrund einer Vielzahl von Einflussfaktoren ist es für uns als Träger nicht mehr möglich, den Betrieb ihres Seniorenzentrums ,Bertelsdorfer Höhe‘ langfristig sicherzustellen“, heißt es in dem Brief an die Bewohner und Angehörigen, der inzwischen auch in den sozialen Netzwerken kursiert. Die Schließung solle zum 30. Juni 2023 erfolgen. Dass die Gesellschafter von Regiomed dem zustimmen müssen, scheint eine Formsache zu sein: Sie müssen gehört werden, wenn Pachtverträge aufgelöst werden; Regiomed betreibt das Seniorenzentrum nur, ist aber nicht Eigentümer des Gebäudes.

Personalmangel schlägt durch

Ein Einflussfaktor, der laut dem Brief zur Schließung führt: Es lässt sich nicht genug Personal finden, um die geforderte Fachkraftquote kontinuierlich sicherzustellen. Das Seniorenheim hat derzeit laut Regiomed 75 Beschäftigte. Der größte Teil der Beschäftigten, nämlich 65 Personen, ist fürs Seniorenheim angestellt. Vier Arbeitskräfte gehören zur Regiomed-Service GmbH, daneben gibt es sechs Azubis. Die Beschäftigten der Service-GmbH könnten in anderen Regiomed-Einrichtungen eingesetzt werden; die des Seniorenzentrums sollen Angebote erhalten, wie eine Sprecherin von Regiomed versichert.

Die derzeit noch 77 Bewohner des Seniorenzentrums und ihre Angehörigen haben nun etwa sieben Monate Zeit, eine neue Unterbringung zu finden. Die ersten hätten das schon erfolgreich getan, sagt die Pressesprecherin. Vor kurzem hat am Sonntagsanger ein neues Wohn- und Pflegezentrum eröffnet, das über 84 stationäre Pflegeplätze verfügt.

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