Kultur-Tipp
Von Bach bis Paganini mit Ingolf Turban
Der Geiger Ingolf Turban gastiert am Montag, 8. Mai, mit einem anspruchsvollen Soloprogramm in der Coburger Morizkirche.
Der Geiger Ingolf Turban gastiert am Montag, 8. Mai, mit einem anspruchsvollen Soloprogramm in der Coburger Morizkirche.
Foto: Archiv/PR
Coburg – Einen Soloabend gestaltet der Geiger Ingolf Turban am Sonntag, 8. Mai, 18 Uhr, in Coburg.

Auf Einladung der Gesellschaft der Musikfreunde und in Zusammenarbeit mit der Musica Mauritiana gastiert er in der Morizkirche. Zuletzt war im Herbst mit einem Duo-Abend und Werken von Ludwig van Beethoven in Coburg zu Gast.

„Weltkulturerbe“ der Geigenmusik

Im Zentrum der Programmfolge in der Morizkirche steht diesmal Johann Sebastian Bach. Bachs Partiten für Violine solo gehören quasi zum „Weltkulturerbe“ der Geigenmusik. Basierend auf den barocken Tanzfolgen der Suite führt Bach diese französischen Tänze unterschiedlichen Charakters in nie da gewesene Höhen.

„Tanz der Schatten“

Die 6-sätzige 3. Partita von Bach findet ihren Widerhall (musikalisch zitiert) in der 2. Sonate des belgischen Geigenvirtuosen und Komponisten Eugène Ysaye. Satzbezeichnungen wie „Besessenheit – Tanz der Schatten – Die Furien“ lassen hochvirtuose Geigenpassagen erahnen.

Niccolò Paganini, der bekannteste Geiger der Musikgeschichte, drängt sich bei einem Solo Recital wie von selbst auf. Seine Variationen über eine italienische Aria hat er nie veröffentlicht; dass man das Werk trotzdem hören kann, verdankt man einem genialen Zuhörer, der es aus dem Gedächtnis niedergeschrieben hat.

Berühmte Chaconne zum Ausklang

Der Abend endet mit Bachs bekannter 2. Partita. Als letzten Satz beinhaltet dieses Werk die berühmte Chaconne mit Variationen, ein Höhepunkt abendländischer Musik. Bachs Einfallreichtum und kompositorische Meisterschaft sind wahrscheinlich nirgendwo zwingender und konzentrierter zu erleben als in diesem Stück.

Entscheidung für Solistenkarriere

Ingolf Turban ist einer der ganz Großen der Violinzunft: schon mit 21 Jahren saß er 1985 als 1. Konzertmeister am Pult der Münchner Philharmoniker unter Celibidache. Drei Jahre später entschied er sich für eine Solistenkarriere und erhielt 1995 eine Professur zunächst in Stuttgart, elf Jahre später dann in München.

Zahlreiche Meisterkurse

Zur Qualifizierung des Nachwuchses veranstaltet er seitdem zahllose Meisterkurse, unter anderem regelmäßig im Haus Marteau in Lichtenberg bei Hof. Er spielt in den großen Sälen der Welt – von der Berliner Philharmonie bis zum Wiener Musikverein. Er hat mehr als 40 CD-Einspielungen vorzuweisen und setzt sich sehr engagiert für seltener gespieltes Repertoire ein. Im Jahr 2021 erhielt er den International-Classical-Music-Award.

Tickets im Vorverkauf bei Riemann

Auf Grund der aktuellen Hygienebestimmungen zur Pandemie sind nunmehr wieder viele Plätze in der Morizkirche verfügbar. Karten für 25 Euro gibt es bei der Buchhandlung Riemann und an der Abendkasse. Mitglieder der Musikfreunde Coburg haben freien Eintritt.