Aquaria
Coburger Stadtrat gegen „Oben ohne“
Es bleibt wie gehabt: Männliche Personen brauchen im Aquaria kein Oberteil, weibliche schon.
Es bleibt wie gehabt: Männliche Personen brauchen im Aquaria kein Oberteil, weibliche schon.
Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa
Simone Bastian von Simone Bastian Coburger Tageblatt
Coburg – Dass Frauen ohne Oberteil baden, wird im Coburger Aquaria nicht erlaubt. Zumindest nicht auf Betreiben des Stadtrats. Der lehnte den entsprechenden Antrag von Bündnis 90/Grüne am Donnerstag ab.

Die Grünen im Coburger Stadtrat hatten ihren Vorstoß mit Minderheitenschutz begründet: Personen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen, sollen entscheiden dürfen, ob sie im Bad ein Oberteil tragen oder nicht – und nicht im schlimmsten Fall von der Badeaufsicht dazu verdonnert werden. „Es geht darum, dass die sekundären Geschlechtsmerkmale nicht bedeckt werden müssen“, sagte Kevin Klüglein (Grüne).

Lieber Bürger befragen?

Obwohl es schon nach Klügleins Einstieg ins Thema den ersten Geschäftsordnungsantrag gab, die Debatte im Stadtrat zu beenden, wollte eine Mehrheit erst mal weiterdiskutieren. Neben den Befürworten des Grünen-Antrags, die für mehr Liberalität und Selbstbestimmung warben, gab es aber auch Skeptiker und Gegner. Petra Schneider (SPD) wollte die Entscheidung nicht im Stadtrat getroffen sehen, sondern von denjenigen, die das Bad benutzen. Barbara Kammerscheid (CSU) sprach sich gegen den Antrag aus, weil er unter dem Deckmantel Minderheitenschutz die Minderheit der Trans- und Intersexuellen ins Rampenlicht zerre.

Keine Pflicht zu “oben ohne“

Hans-Heinrich Eidt (FDP) sagte schlicht, dass in seinem Parteivorstand die Frauen dagegen seien. Vergeblich argumentierten Grünen- und Pro-Coburg-Vertreter, dass doch niemand gezwungen werde, ohne brustverdeckendes Oberteil ins Bad zu gehen. „Oben ohne“ solle lediglich erlaubt sein, keine Verpflichtung.

Bad könnte auch selbst entscheiden

Am Ende waren nur elf der anwesenden Stadträte für „oben ohne“. Die Mehrheit lehnte den Vorschlag ab. Der Stadtrat ist aber der Leitung des Aquaria-Bades nicht direkt weisungsbefugt. Die Stadt kann lediglich als Hauptgesellschafterin der SÜC Einfluss auf Entscheidungen der Tochtergesellschaft SÜC Bus und Aquaria GmbH nehmen.

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