Flüchtlinge
Ukrainische Kinder lernen spielend Deutsch
„Ich weiß es!“ Die ukrainische Schülerin will unbedingt zeigen, was sie schon kann und flitzt nach vorne.
„Ich weiß es!“ Die ukrainische Schülerin will unbedingt zeigen, was sie schon kann und flitzt nach vorne.
Foto: D. Reichert
F-Signet von Daniel Reichert Fränkischer Tag
Coburg – Programm von Stadt und ASCO: 91 Kinder werden in den Sommerferien unterrichtet und haben viel Spaß dabei.

Die kleine Anastasiia rennt ganz aufgeregt nach vorne im Klassenraum. Sie will unbedingt auf das große Touch-Pad drücken, das dort als Tafel an der Wand hängt. Ein Wort ist dort schon zu sehen, „Zitrone“. Sie drückt drauf – und es erscheint ein zweites Mal „Zitrone“. „Jaaaaa!“, freut sie sich.

Was hier alles so spielerisch wirkt und worüber sich die Kinder so freuen, hat einen sehr ernsten Hintergrund.

Die Kinder machen begeistert mit.
Die Kinder machen begeistert mit.
Foto: D. Reichert

Die Kinder sind Flüchtlinge aus der Ukraine, die mit ihren Müttern nach Coburg gekommen sind. Auch hier, bei der Sprachenschule ASCO, sollen sie auf spielerische Weise deutsch lernen. Und das klappt. Sie denken nicht daran, dass sie weit von der Heimat entfernt sind, dass sie nicht wissen, wann sie überhaupt wieder dorthin können – sie machen einfach nur begeistert mit. „Können wir das Spiel nochmal spielen?“, kreischen sie ausgelassen. Schon nach wenigen Tagen Unterricht waren sie voll dabei. Der Kurs ist ein gemeinsames Angebot von ASCO, der Stadt und dem Jugendamt.

Schon seit rund vier Wochen werden 91 ukrainische Kinder in dem Sommerkurs unterrichtet. Je nach Alter werden sie spielerisch mit Smartboard oder mit einem „Alphabet to go“ auf den Schulstart vorbereitet. Auf dem Smartboard spielen sie Memory, lernen so die verschiedenen Vokabeln. Dabei werden sie nach Sprachniveau, Alter und Verfügbarkeit eingeteilt, damit jedes Kind den auf sich zugeschnittenen Lernstoff bekommt.

Hoher Aufwand

Ziel ist es „die Kinder über längere Wochen in der Sprache zu halten“, erklärt uns ASCO-Geschäftsführer Matthias Schmidt. Für die Verständigung mit den Eltern gibt es im ASCO-Büro im Steinweg eine Mitarbeiterin, die Russisch spricht. Auch das Jugendamt unterstützt das Projekt. „Wir sehen diesen Kurs als Prävention, um den Schuleinstieg zu erleichtern“, sagt Mitarbeiterin Kerstin Veulner. Bis zu den ersten Erfolgen musste die Sprachenschule aber einen hohen Verwaltungsaufwand bewältigen. „Wir sind froh, dass die Stadt hier Geld investiert. Die Initiative kam vom Bildungsbüro“, sagt Matthias Schmidt.Das Projekt ist bisher auch zahlentechnisch ein Erfolg.

Aus Krisen gelernt

Und: Die Verantwortlichen profitieren offenbar von ihren Erfahrungen aus vorhergegangenen Herausforderungen. Im Vergleich zu einem ähnlichen Projekt für syrische Kinder zur Zeit der Flüchtlingswelle von 2015 konnten Kurse für deutlich mehr Kinder angeboten werden. Das war auch nötig, weil im Vergleich mehr Anfragen für den Unterricht kamen. Jetzt klappte alles, auch weil die Fäden zwischen der Sprachenschule, der Ämter und Schulen besser zusammenlaufen. So kann bis zum Ende der Sommerferien weiter gekreischt und gelernt werden.

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