Buch-Vorstellung
So war der Alltag in Coburg im 19. Jahrhundert
Carl Führ
Carl Führ
Foto: Initiative Stadtmuseum
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Coburg – Was das Leben des Gendarms Carl Führ über das Leben im einstigen Herzogtum Coburg im vorletzten Jahrhundert erzählt.

Der neue Band der „Coburger Stadtgeschichte“, herausgegeben von der Initiative Stadtmuseum, ist einer Person des Alltagslebens im 19. Jahrhundert gewidmet.

„Leben in gottgesetzter Ordnung“

Autor und Vereinsvorsitzender Rupert Appeltshauser stellt sein Buch „Carl Führ, Gendarm zu Coburg: Aus einem Leben in gottgesetzter Ordnung“ am Dienstag, (27. September, 19 Uhr) in der Stadtbücherei vor.

„Kurzer Bericht“ für die Nachkommen

Carl Führ, der von 1832 bis 1904 lebte, Soldat, Unteroffizier und Gendarm im Dienste eines deutschen Kleinstaates, fühlte sich veranlasst, seinen „Nachkommen einen kurzen Bericht“ seines „Lebens und Wirkens als Kind, als Jüngling und als Mann zu hinterlassen“.

Die Härten des Alltags

Dieser „kurze Bericht“ umfasst immerhin 111 Seiten, fein säuberlich in Handschrift zu Papier gebracht. Zu seiner Hinterlassenschaft zählen zudem drei Gedichtbände mit insgesamt 231 Titeln, eine „Niederschrift“ über Ereignisse seiner Dienstzeit und eine strenge „Hausordnung“, die er im Jahre 1882 für seine Kinder verfasste. Carl Führ ist über die Grenzen seines Herzogtums kaum hinausgekommen, die großen Ereignisse der Zeit wie Revolutionen, Kriege oder die Reichsgründung finden mit keinem Wort Erwähnung.

Authentische Darstellung

Doch treffen die Leser im kleinen Kosmos, der Führs Leben umgrenzte, in authentischer Darstellung auf nahezu alle die Themen, die das gesellschaftliche Leben der Zeit bestimmten: die Härten des Alltags- und Berufslebens, das schwere Los der Frau, die Herausforderungen des Militär- und Polizeidienstes, die Probleme von Armenfürsorge und Bildung und die stete Gegenwart von Krankheit, Leid und Tod.

Eintritt frei

Außerdem sind Fuhrs Bericht ren aus heutiger Sicht viele aufschlussreiche Details über die anhaltende Prägewirkung tradierter Vorstellungen von Recht und Ordnung und über unterschiedliche Formen des Strafvollzugs zu entnehmen. Der Eintritt ist frei. Platzreservierung unter stadtbuecherei@coburg.de oder 09561/89-1420.

Lesen Sie auch

 

 

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: