Volksbegehren
Radwege: Kulmbach will die rote Laterne abgeben
Vertreter des Bündnisses „Radentscheid Bayern“ übergaben am Mittwoch 100.000 Unterschriften für die Zulassung eines Volksbegehrens. Allein in der Stadt Kulmbach hatten 410 Unterstützer unterzeichnet.
Vertreter des Bündnisses „Radentscheid Bayern“ übergaben am Mittwoch 100.000 Unterschriften für die Zulassung eines Volksbegehrens. Allein in der Stadt Kulmbach hatten 410 Unterstützer unterzeichnet.
Foto: Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa
F-Signet von Ursula Prawitz Fränkischer Tag
Kulmbach – Im Landkreis Kulmbach haben 800 Menschen für die Zulassung des Volksbegehrens „Radentscheid Bayern“ unterschrieben.

25.000 Unterschriften wären für die Zulassung des Volksbegehrens „Radentscheid Bayern“ nötig gewesen, mit bayernweit 100.000 haben die engagierten Helfer das Ziel weit übertroffen.

Jürgen Tesarczyk, Heike Schweens, OB Ingo Lehmann, Bezirkstagsvizepräsidentin Dagmar Keis-Lechner, Matthias Meußgeyer und Sascha Krüger (von links) trafen sich vor dem Kulmbacher Rathaus zur Übergabe der Unterschriften.
Jürgen Tesarczyk, Heike Schweens, OB Ingo Lehmann, Bezirkstagsvizepräsidentin Dagmar Keis-Lechner, Matthias Meußgeyer und Sascha Krüger (von links) trafen sich vor dem Kulmbacher Rathaus zur Übergabe der Unterschriften.
Foto: Uschi Prawitz

Auch das Team in Kulmbach, das in den vergangenen Wochen für den Radentscheid geworben hatte, zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Allein in Kulmbach sind 410 Unterschriften eingegangen“, sagte Jürgen Tesarczyk vom lokalen Bündnis Kulmbach Radentscheid Bayern.

Im Ranking stets auf den hinteren Rängen

Er übergab die Unterschriften mit weiteren Mitstreitern – Heike Schweens und Matthias Meußgeyer (beide SPD), Bezirkstagsvizepräsidentin Dagmar Keis-Lechner (Bündnis 90/Die Grünen) und Sascha Krüger – am Mittwochvormittag an Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD). Der OB hielt es für wichtig, die „bundesweit rote Laterne mal abzugeben“. Im Fahrradklimatest, der alle zwei Jahre durchgeführt wird, findet sich die Bierstadt nämlich immer auf den hinteren Plätzen wieder.

Stück für Stück werde die Stadt die Vorgaben aus dem erstellten Radwegekonzept umsetzen, erste kurzfristige Arbeiten wie Beschilderungen oder die Änderung von Einbahnregelungen seien bereits durchgeführt worden. „Immer mehr Menschen, auch Senioren, nutzen das Fahrrad, und wir sind inzwischen eine Unistadt, da müssen wir reagieren“, sagte Lehmann.

Alltagsnetz soll entstehen

Für Jürgen Tesarczyk ist es ein Anliegen, die beiden Radwegekonzepte für Stadt und Landkreis zu koordinieren und möglichst in den nächsten zehn bis 20 Jahren umzusetzen. „Und dafür braucht es das Gesetz als Grundlage für die Kommunen“, betonte er.

Die gesetzliche Verankerung des Fahrrads als Verkehrsmittel sei notwendig. „Wir haben in Bayern schon in ein touristisches Freizeitnetz investiert, jetzt soll auch ein Alltagsnetz entstehen.“ Es gehe darum, auf langjähriger Basis an der Fahrrad-Infrastruktur in Bayern zu arbeiten.

800 Unterschriften im Landkreis Kulmbach

Im gesamten Landkreis Kulmbach wurden in den 22 Kommunen rund 800 Unterschriften gesammelt. In Marktleugast und Grafengehaig setzten sich Linke-Kreisrat Oswald Greim und Manfred Ott, der auch Mitglied des gemeindlichen Arbeitskreises für den Radwegebau ist, für die Zulassung des Volksbegehrens ein.

Listen mit 88 Unterschriften übergaben Greim und Ott an Bürgermeister Franz Uome.

In Marktleugast übergaben Oswald Greim (links) und Manfred Ott (rechts) die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Franz Uome.
In Marktleugast übergaben Oswald Greim (links) und Manfred Ott (rechts) die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Franz Uome.
Foto: Oswald Purucker

„Bemerkenswert war, dass viele Autofahrer unterzeichneten, damit der Radwegebau vorankommt, um so in Zukunft die lästigen Behinderungen durch Radfahrer am Straßenrand zu vermeiden“, sagte Greim. Grundsätzlich solle das Gesetz aber dazu beitragen, „dass das Auto in der Garage bleibt und öfters auf das Fahrrad zurückgegriffen wird“.

Oft helfen schon kleine Maßnahmen

Manfred Ott, zeigte Verständnis dafür, dass ein Gesetz auch keine Radwege schaffen könne, wo es geografisch einfach nicht möglich sei. Trotzdem sollten zumindest behelfsmäßige Maßnahmen wie zum Beispiel markierte Fahrbahnabgrenzungen getroffen werden.

Franz Uome erinnerte daran, dass sich der Landkreis Kulmbach in den zurückliegenden Jahren intensiv mit einem Radwegekonzept befasst habe. „Alle Kommunen konnten hier auch ihre Vorstellungen mit einbringen.“

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