Energie
Stadtwerke: Wer Energie spart, kriegt Geld heraus
Die Photovoltaik-Anlage bei Grafendobrach hilft den Stadtwerken und ihren Kunden, Geld zu sparen.
Die Photovoltaik-Anlage bei Grafendobrach hilft den Stadtwerken und ihren Kunden, Geld zu sparen.
Foto: Archiv/Firma Münch
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Kulmbach – Wer weniger Gas und Strom verbraucht, kann mit Hilfe der staatlichen Zuschüsse die Preissteigerungen abfedern, sagen die Kulmbacher Stadtwerke.

Die Preiserhöhungen der Stadtwerke für Gas- und Stromlieferungen außerhalb der Grundversorgung sind ab dem 1. Januar unter der Berücksichtigung der staatlichen Entlastungspakete moderat. Mit dieser erfreulichen Mitteilung, die auch die Kunden der Stadtwerke in den nächsten Tagen schriftlich erhalten, konnte Werkleiter Stephan Pröschold bei einem Pressegespräch aufwarten.

Wer also mit der Energie sparsam umgeht, kann die Preiserhöhungen mit den staatlichen Hilfen abfangen. Dem Werkausschuss der Stadtwerke war es wichtig, wie Werkleiter Pröschold zu verstehen gab, dass für die Energiepreise im kommenden Jahr eine sozialverträgliche Lösung gefunden wurde, zu der auch die Bürgerinnnen und Bürger ihren Teil beitragen können.

Lage wird sich beruhigen

Pröschold: „Wir wissen noch nicht, wo die Reise hingeht, ob es künftig auch wieder russisches Gas geben wird, aber die Lage wird sich wieder beruhigen.“ Um rund 60 Prozent bei Gas und 70 Prozent bei Strom sind für die Stadtwerke Kulmbach die Beschaffungskosten gestiegen – und dennoch: „Die Stadtwerke freuen sich, mitteilen zu können, dass sie, anders als viele andere Energieversorger, keine weiteren Preiserhöhungen aufgrund der gestiegenen Beschaffungspreise zum 1. Oktober oder 1. November in diesem Jahr vornehmen werden. Somit bleibt es zum 1. November 2022 bei den verbliebenen staatlichen Umlagenerhöhungen.“ Das sei ein nicht unerheblicher Vorteil für die Kunden, denn dadurch werde ein Teil des hohen Winterverbrauchs zum alten Preisniveau abgerechnet.

Infolge der explodierenden Beschaffungspreise seien aber auch bei den Stadtwerken Kulmbach Preiserhöhungen ab dem 1. Januar 2023 unumgänglich. Dies werde auch zu höheren Abschlagszahlungen führen. Werkleiter Stephan Pröschold: „Unter Berücksichtigung der staatlichen Entlastungen und eigener Energieeinsparbemühungen kann dies sogar zu einem kleinen Vorteil gegenüber den Energiekosten im Jahr 2022 führen.“

Bemerkenswerte Rechnung

Die Berechnungen und die Auswirkungen dazu stellte Werkleiter Pröschold anhand von zwei Musterhaushalten sehr detailliert vor. Bemerkenswert die Rechnung, die der Werkleiter aufmachte, wenn die Kunden beim Gas ihren Verbrauch um 20 Prozent mindern und den Stromverbrauch um 10 Prozent. Dann fangen die staatlichen Entlastungen die Mehrkosten bei Gas und Strom vollständig auf. Mehr noch: „Es ergibt sich sogar ein Vorteil von rund 204 Euro“, wie Werkleiter Pröschold aufzeigte.

Möglich war dieser Weg auch durch die vorausschauende Einkaufspolitik der Stadtwerke bei der Erdgasbeschaffung und dem Pilotprojekt der Photovoltaik-Anlage in Grafendobrach beim Strom. „Das hilft uns, gemeinsam mit unseren Kunden hoffentlich einigermaßen gut durch die derzeitige Krisenzeit zu kommen,“ wie Pröschold erklärte.

Photovoltaikanlage Glücksfall

Ein Glücksfall für die Stadtwerke, denn bei der Planung und Umsetzung der 14 Hektar großen Anlage, die jährlich 20 Mega-Watt Strom liefert, war von einer Energiekrise im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine noch nicht die Rede. Eine weitere Photovoltaikanlage ist bei Eggenreuth in der Planung.

Um einen weiteren Absicherungspuffer zu schaffen, empfehlen die Stadtwerke, die aus den Jahresabrechnungen 2022 zu erwartenden Erstattungen für die künftigen Energiekosten zurückzulegen.

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