Bierbrauen
Auch Brauer kämpfen mit den Krisen
Eine qualitätiv hochwertige Braugerste ist Voraussetzung für ein gutes Bier.
Eine qualitätiv hochwertige Braugerste ist Voraussetzung für ein gutes Bier.
Foto: Hetizia/Adobe Stock
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Kulmbach – Pandemie, Ukraine-Krieg und Klimawandel – auch die oberfränkischen Brauer sjnd massiv von den Krisen dieser Erde betroffen.

Bei der Braugerstenschau im Kulmbacher Mönchshof ging Hans Pezold, Vorsitzender des oberfränkischen Braugerstenvereins, vor allem auf den Krieg in der Ukraine ein. „Er hat uns maßgeblich vor Augen geführt, wie eng vernetzt unsere Welt gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion ist.“

Verminte Kornkammer

Die Ukraine sei die Kornkammer Europas, systematisch würden die landwirtschaftlichen Produktionsflächen vermint und damit unbrauchbar gemacht. Durch diesen Konflikt verknappten sich Energie und Agrarrohstoffe, Preisanstiege seien die Folge. Die Gasverteuerung betrifft Pezold zufolge die ganze Wertschöpfungskette.

Aufgrund der Trockenheit hätten viele Erzeuger in diesem Jahr ihre bereits geschlossenen Vorverträge gerade so erfüllen können. „Dies hatte auch zur Folge, dass 20 Prozent weniger Erzeugermuster bonitiert werden konnten.“

Kapazitäten ausgelastet

Nicht desto trotz berichte die Malzindustrie von voll ausgelasteten Kapazitäten. Ob die Lagerbestände bis zur nächsten Ernte reichen, könne aktuell nicht beurteilt werden, fuhr Pezold fort. Er hoffe auf gutes Wetter im kommenden Jahr. „Die oberfränkischen Erzeuger hätten es wirklich dringend nötig.“

Vorsitzender Hans Pezold (rechts)  und sein  Stellvertreter Martin Schöffel (Mitte)  überreichten  Hermann Nothhaft  das goldene Braugerstenkorn.
Vorsitzender Hans Pezold (rechts) und sein Stellvertreter Martin Schöffel (Mitte) überreichten Hermann Nothhaft das goldene Braugerstenkorn.
Foto: Werner Reißaus

Stellvertretender Vorsitzender MdL Martin Schöffel nahm die Verabschiedung von Hermann Nothhaft vor. „Er darf ohne Übertreibung als einer der Spitzenleute in der Branche bezeichnet werden.“ Der Name Nothhaft werde in der Kulmbacher Brauerei mit einer hervorragenden Bierqualität verbunden bleiben.

Hermann Nothhaft stamme aus der gleichnamigen Familienbrauerei in Marktredwitz. Von 2000 bis 2020 habe er bei der Kulmbacher Brauerei die Verantwortung für die Bierherstellung gehabt, so Schöffel.

Mut, neue Wege zu gehen

Stellvertretender Landrat Dieter Schaar (FW) betonte, dass der Landkreis Kulmbach eine sehr enge Verbindung zur Landwirtschaft pflege. Er regte an, trotz aller Schwierigkeiten auch neue Wege zu gehen: „Die Braugerste ist es wert!“

Für den BBV-Bezirksverband wies stellvertretender Präsident Michael Bienlein darauf hin, dass der Anbau von Braugerste die Landwirte vor eine große Herausforderung stelle.

Unterdurchschnittliche Erträge

Friedrich Ernst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth-Münchberg zeigte auf, dass 2022 in Oberfranken ein schwieriges Braugerstenjahr mit meist unterdurchschnittlichen Erträgen und schwachen bis sehr schwachen Vollgerstengehalten bei teilweise hohen Eiweißwerten gewesen sei.

Markus Herz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft beschäftigte sich mit der Züchtungsforschung für Gerste.

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