Monterey Car Week
Die Neuheiten vom PS-Boulevard in Pebble Beach
Lamborghini Ursus
Der Lamborghini Ursus hat nicht nur ein Facelift für die Karosserie bekommen: Auch der 4,2 Liter große V8-Motor ist überarbeitet worden. Mit seinen 490 kW/666 PS und bis zu 850 Nm beschleunigt er in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
4x4x2 von Mercedes
4x4x2 nennt Mercedes eine neue Variante der G-Klasse mit Breitbau-Karosserie auf Portalachsen.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Beachbuggy Mayers Man
Sehr kalifornisch und jetzt auch elektrisch: Der Beachbuggy Mayers Manx feiert sein Comeback.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Lucid Air Sapphire
Raketengleich: Mit drei E-Motoren (882 kW/1200 PS) soll der Lucid Air Sapphire in weniger als 2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen.
Foto: Fabian Hoberg/dpa-tmn
Alpha5 von DeLorean
Mit spektakulären Flügeltüren lässt die Kultmarke DeLorean die Familien-Limousine Alpha5 zurück in die Zukunft fahren.
Foto: Fabian Hoberg/dpa-tmn
Bugatti Mistral
Der Bugatti Mistral basiert auf dem Chiron, hat aber eine stark modifizierte Karosserie und nur ein Stoffdach. Zudem ist der Roadster auf 99 Modelle limitiert.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
DBR22 von Aston Marti
Rasende Rarität: Der DBR22 von Aston Martin orientiert sich stilistisch an einigen Modellen aus den 1950er-Jahren.
Foto: Aston Martin/dpa-tmn
V12 Vantage Roadster
V8 ade: Wie beim Coupé setzt Aston Martin nun auch beim V12 Vantage Roadster (Bild) auf einen 5,2 Liter großen V12-Motor.
Foto: Dominic Fraser/Aston Martin/dpa-tmn
Sphere-Modelle von Audi
In Pebble Beach erstmals gemeinsam zu sehen: Die Sphere-Modelle von Audi.
Foto: Audi AG/dpa-tmn
Supercar-Parade
Es ist Monterey Car Week: Supercar-Parade vor einem Hotel in Pebble Beach.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Solus GT
Der Solus GT debütierte in der Rennsimulation «Gran Turismo», jetzt produziert MacLaren 25 Exemplare des unter 1000 Kilo leichten Carbon-Renners mit Kanzel, 618 kW/840 PS und bis zu 650 Nm.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Sportlichste Variante des Porsche 911
Damit die sportlichste Variante des Porsche 911 auch in schnellen Kurven nicht die Bodenhaftung verliert, setzen die Schwaben beim neuen GT3 RS auf eine ausgeklügelte Aerodynamik.
Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
von dpa
Monterey – Von wegen Oldtimer-Gipfel. Was als Klassiker-Schaulaufen begann, ist längst zur Automesse im Smoking geworden: Im kalifornischen Pebble Beach stehen auf der Monterey Car Week auch zahlreiche neue Modelle.

Die Monterey Peninsula zwei Stunden südlich von San Francisco steht jeden August ganz im Zeichen des Automobils klassischer Ausprägung. Zum Concours d’Elegance kommen zunächst die schönsten und wertvollsten Oldtimer der Welt zusammen. Unter die Tausenden Sammlerfahrzeuge mischen sich dann aber auch zahlreiche Neuwagen. So wird jedes Jahr aus dem Concours-Wochenende die Monterey Car Week.

Vor allem die Luxusmarken sind hier mit zahlreichen Premieren vertreten. Etwa Bugatti mit dem Roadster Mistral, der als letzter Bugatti mit dem konkurrenzlosen W16-Motor daherkommt, nur 99 Mal gebaut wird, dafür aber auch ab 5 Millionen Euro pro Exemplar verkauft wird.

Auch bei McLarens Solus GT kann einem preismäßig der Atem stocken: 3 Millionen Pfund (gut 3,5 Millionen Euro) ohne Steuern rufen die Briten für das Carbon-Modell mit vollkommen eigenständigem V10-Motor mit 619 kW/840 PS auf. Es soll nur 25 Exemplare davon geben.

Für eine Handvoll Kunden

Auch die anderen Luxusmarken aus Großbritannien haben offenbar Gefallen an solch kleinen Auflagen gefunden und feiern dies als Comeback des klassischen Coach-Buildings. So schaut Aston Martin für eine Handvoll Kundinnen mit besonders tiefen Taschen mit dem DBR22 zurück in die 1950er und interpretiert alte Rennwagen neu.

Und Bentley blickt mit dem Batur nach vorne und nimmt mit dem Radikalumbau des Continental GT die Designsprache der kommenden Elektroautos vorweg. Geplant sind 18 Exemplare für jeweils rund zwei Millionen Euro - wie alle auf der Car Week gezeigten Kleinserien ist auch der Batur schon vor der Premiere ausverkauft.

Es geht in Pebble Beach aber auch «schon» für ein paar Hunderttausend Euro. In diesem Preisbereich ist für immer noch mehr als stolze 260 000 Euro der Lamborghini Urus zu haben, der jetzt ein Facelift bekommt und dann als Performante zum Händler rollt.

V12, W16 - wer bietet mehr?

Aston Martin bestückt derweil sein neues Top-Modell des Vantage Roadsters zum letzten Mal mit einem V12-Motor. Und wem der Porsche selbst als GT3 noch zu kompromissbehaftet war, der kommt mit dem «Flügelmonster» GT3 RS der Rennstrecke wieder ein gutes Stück näher.

Ebenfalls auf neue Wege und damit zurück zu den Wurzeln wagt sich Mercedes mit der G-Klasse, die hier still und heimlich ihr Debüt als 4x4x2 feiert und dafür mit Breitbau-Karosserie auf Portalachsen über die Golfplätze rund um Pebble Beach «stolziert». Quasi als Ausgleich steht direkt daneben die Vision EQG, die der G-Klasse eine elektrische Zukunft prophezeit. Der neue Bugatti-Chef Mate Rimac verspricht zwar, dass es bei der für ihre 16-Zylinder-Motoren berühmten Luxusmarke eine Elektrifizierung geben wird, schließt aber ein reines Elektroauto von Bugatti in den nächsten zehn Jahren aus.

Die elektrische Revolution ist da

Und der als Vater der GT3-Modelle zur Porsche-Legende aufgestiegene Chefingenieur Andreas Preuninger hat angekündigt, dass das radikale Konzept eines RS-Modells mit Verbrenner erst einmal weiter Bestand hat. «Die nächste Fahrzeuggeneration ist deshalb auf jeden Fall noch sicher», sagt Preuninger. Doch natürlich hat die elektrische Revolution auch in Pebble Beach bereits ihre Spuren hinterlassen und viele Stars der Car Week stehen deshalb an der Steckdose - das gilt für die drei erstmals gemeinsam zu sehenden Sphere-Studien von Audi genauso wie für den bereits erwähnten Mercedes EQG und die autonom fahrende Luxus-Lounge, mit der Lincoln den Aufbruch in die Zukunft probt.

Zurück in die Zukunft

Und das gilt erst recht für nagelneue Modelle wie die mit spektakulären Flügeltüren ausgestattete Familien-Limousine Alpha5, mit der die Kultmarke DeLorean zurück in die Zukunft fahren will. Und selbst die alte Gier nach Superlativen wird von den neuen Spielern gerne bedient. Nicht umsonst enthüllt Tesla-Konkurrent Lucid hier die Saphire-Edition seines Flaggschiffs Air und rühmt den Stromlinien-Sedan mit mehr als 882 kW/1200 PS als stärkste Limousine der Welt.

Aber die vielleicht passendste Neuheit von Pebble Beach ist der Mayers Manx, der auf der Monterey Peninsula sein Comeback als Elektroauto feiert. Denn es mag wohl kaum ein kalifornischeres Fahrzeugkonzept als so einen Strandflitzer geben, zu dem sich VW beim ID Buggy dann doch nicht hatte durchringen können. Als charmante Neuinterpretation eines Klassikers schlägt der Mayers Manx 2.0 einen wunderbaren Bogen zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.

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