Jupps Gartentipps
Die ersten Pflänzchen können vorgezogen werden
Das Mönchsgrasmückenmännchen mit der „modernen Frisur“ wird umrahmt von den ersten Blüten der Forsythie. Diese läuten den Frühling nach dem Naturkalender ein.
Das Mönchsgrasmückenmännchen mit der „modernen Frisur“ wird umrahmt von den ersten Blüten der Forsythie. Diese läuten den Frühling nach dem Naturkalender ein.
Foto: Josef Schröder
Bamberg – Nach den Wetterprognosen soll es in den nächsten Tagen langsam immer wärmer werden. Nachts bleibt es aber weiterhin frostig. Deshalb ist keine Eile geboten.

Der Gärtner glaubt nun nicht mehr an eine große Kältewelle. Aber ganz sicher kann man sich nie sein, da es um diese Zeit in den vergangenen Jahren schon manchen großen Wettereinbruch mit Schnee und Eis gegeben hat.  Daher ist im Garten noch keine Eile geboten.

Schmetterlingsstrauch ist frostempfindlich

Der frostempfindliche Schmetterlingsstrauch, der zu früh gekürzt wird, kann das sehr übelnehmen. Deshalb sollte ein Rückschnitt möglichst erst Ende März oder Anfang April erfolgen. Auf jeden Fall muss man immer von den vorjährigen Trieben einen Zapfen mit Knospen stehen lassen. Nur aus diesen bilden sich dann kräftige Blütenrispen. Man muss auch wissen, dass der Schmetterlingsstrauch nicht sehr alt wird. Wenn kein Rückschnitt im Frühling erfolgt, vergreist der Strauch besonders schnell. Die Buddleja alternifolia aber, der schmalblättrige oder überhängende Sommerflieder, blüht nicht wie die mehr bekannte Buddleja davidii am neuen Holz, sondern an vorjährigen dünnen Trieben. Das muss beim Schnitt unbedingt berücksichtigt werden.

Clematis treibt spät aus

Damit der Fuß aller Clematisarten im Sommer und Winter beschattet ist, sollte die Clematis immer einen Begleiter in Form von Kleingehölzen bekommen. Oft wird der "Fehler" gemacht, dass man die Pflanze im Frühjahr für abgestorben hält. Clematis treiben aber extrem spät aus. Wenn alle anderen Gewächse schon grünen und blühen, regt sich bei Clematis noch gar nichts. Um festzustellen, dass die Pflanze noch lebt, macht man die Nagelprobe. Dabei wird vorsichtig mit dem Fingernagel ein kleines Stück Rinde abgekratzt. Die Pflanze lebt noch, wenn es darunter noch grün ist.

Sommerastern und Kosmeen ab ins Gewächshaus

Jetzt ist auch die richtige Zeit, leicht heranzuziehende Einjahresblumen wie Sommerastern, Zinnien, Tagetes und Kosmeen in einem Kleingewächshaus auszusäen. Es sollte ausschließlich spezielle Aussaaterde bei der Anzucht verwendet werden. Zur Keimung ist neben der Feuchtigkeit eine Temperatur von 20 - 25 Grad anzustreben. Sehr wichtig ist eine möglichst konstante Temperatur (auch nachts) und gleichbleibende Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Der Platz auf der Fensterbank über dem Heizkörper mag tagsüber ideal seien. Nachts ist er jedoch bei ausgeschalteter Heizung der kühlste Fleck im Raum.

Kletterpflanzen vorziehen

Jetzt ist eine gute Zeit einjährige Kletterpflanzen wie zum Beispiel Prunkwinden, Glockenreben, rankende Kapuzinerkresse und den japanischen Hopfen vorzuziehen. Mit solchen Pflanzen kann man schnell Zäune, Sichtschutzgitter oder unschöne Ecken beranken. Die Schwarzäugige Susanne wächst nur ein bis zwei Meter hoch und eignet sich für Terrassen oder Balkongeländer. Glockenreben können bis zu acht Meter lang werden. Die Blüten erscheinen allerdings erst im Herbst in reicher Fülle. Die Vermehrung geschieht, indem man den Samen in Töpfe steckt, die mit Anzuchterde gefüllt sind und dann leicht andrückt. Danach wird mit einer kleinen Brause angegossen. Um die Erde vor Austrocknung zu schützen kann man die Töpfe mit einer Glasplatte bedecken. Wenn die Samenkörner aufgegangen sind, muss allerdings die Abdeckung entfernt werden. Haben die Ranken eine gewisse Größe erreicht, müssen sie gleich aufgebunden werden. Wenn das nicht geschieht, zeigen sie später keine rechte Lust mehr zum Hochwachsen.

Petersilie liebt die Kälte

Der Mensch sehnt sich regelrecht nach frischen Kräutern wie etwa dem Bär- und Schnittlauch im Garten. Diese Kräuter werden helfen, nach dem langen Winter den Körper zu entschlacken. Petersilie gehört zu den kälteliebenden Pflanzen und kann schon angebaut werden. Da die Saat sehr lange zum Keimen braucht, ist es am einfachsten, jetzt Töpfe in der Gärtnerei zu kaufen. Da die Pflanzen dort sehr dicht stehen, kann man die Ballen auseinanderrupfen und die einzelnen Teile im Garten oder Hochbeet einpflanzen. Es ist dabei nicht notwendig einzelne Pflanzen zu verwenden, sondern, es geht auch in Gruppen von drei bis vier oder mehr Pflänzchen. Bei der Petersilie sollte aber der Standort beim Anbauen unbedingt gewechselt werden, da die Pflanze gegenüber sich selbst unverträglich ist. Erst nach etwa vier Jahren kann man wieder am gleichen Ort Petersilie anpflanzen.

Pflücksalate brauchen nur wenig Platz

Wer Pflücksalate im Garten anbaut, kann laufend die äußeren Blätter ernten. Die Herzblätter müssen aber unversehrt bleiben. Es sieht dekorativ aus, wenn man neben den grünen Salatpflanzen auch rote hat. Beim Ernten gibt dies gibt ein buntes Gemisch. Dazu geben noch Petersilien- und Rucolablätter die richtige Würze im Salat. Um diese Pflanzen im Garten anzubauen, bedarf es nur wenig Platz. Wie schön ist es, bald den ersten Salat mit frischem, jungen Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere und Schnittlauch zu ernten, um damit zum Beispiel Kräuterbutter oder Frischkäse anzurichten.

Wildblumenwiese braucht keinen Dünger

Eine Alternative zum englischen Zierrasen, den man nur mit einem riesigen Pflegaufwand verwirklichen kann, ist eine artenreiche, trittfeste und dynamische Pflanzengesellschaft.  Dieser Lebensraum ist für zahlreiche Tiere und Pflanzen in den letzten Jahren immer seltener geworden. Wichtig ist dabei, dass keine Düngung des Bodens erfolgt. Je weniger Nährstoffe vorhanden sind, umso mehr Blumen wie Gänse- und Schlüsselblumen so wie Ehrenpreis können sich entwickeln. Bei der Begrünung der Fläche kann man mit Samenständen von Wildpflanzen etwas nachhelfen. Es setzen sich aber nur diejenigen Arten durch, die standortgerecht sind. So kann man sich jeden Tag an den Blumen im Rasen wie zurzeit Veilchen, Schneeglöckchen und Krokusse erfreuen. Der Perfektionismus, einen Rasen mit Einheitsgrün erreichen zu wollen, schadet auch der Umwelt. Immer mehr Gartenbesitzer sind stolz darauf, einen artenreichen Blumenrasen zu besitzen.