Jupps Gartentipps
Kröten lieben naturnahe Gärten
Naturschützer helfen zurzeit den Kröten, wenn diese auf ihren uralten Wegen zum Laichgewässer Straßen überqueren müssen. Krötenmännchen lassen sich gern von den größeren Weibchen zur „Hochzeit“ ins Wasser tragen
Naturschützer helfen zurzeit den Kröten, wenn diese auf ihren uralten Wegen zum Laichgewässer Straßen überqueren müssen. Krötenmännchen lassen sich gern von den größeren Weibchen zur „Hochzeit“ ins Wasser tragen
Foto: Josef Schröder
F-Signet von Josef Schröder Fränkischer Tag
Bamberg – Eigentlich sind die Kröten Landtiere, die sich auch gern in naturnahen Gärten aufhalten. Um sich aber zu vermehren, müssen Kröten im Frühjahr Weiher, Seen und Gartenteiche aufsuchen.

Es ist jedes Mal ein Wunder der Natur: Das Kröten-Weibchen bindet in flachen Uferzonen an Wasserpflanzen lange Laichschnüre, die bis zu 6000 Eier enthalten können. Diese werden dann von den Erdkrötenmännchen vom Rücken der Partnerin umgehend befruchtet. Innerhalb von zwei bis drei Monaten entwickeln sich die kleinen Erdkröten vom Ei zu vierbeinigen Erdkrötchen.  Die spektakuläre Verwandlung von Kiemenatmer im Wasser und zum Lungenatmer an Land wird in Fachkreisen Metamorphose genannt.

Gefahren lauern überall

So ausgerüstet ist eine kleine Erdkröte auf sich allein gestellt. Sie ist vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Neben dem Tod auf der Straße fallen viele in ungesicherte Kellerschächte oder auch in Gullis. Außerdem haben die Kröten auch Fressfeinde wie Marder, Schlangen, Greifvögel und Katzen. Nur etwa zehn bis 20 Tiere pro Gelege überleben. Eine große Gefahr für die Amphibien sind frische Dünge- oder Spritzmittel. Diese können durch die sensible Haut der Tiere eindringen und dann tödlich wirken. Auch der ganzjährige Holzeinschlag mit Großmaschinen wirkt sich negativ auf die Population aus.

Trotz der aufgestellten Krötenzäune werden immer wieder Tiere überfahren, die sich außer der Absperrung bewegen und auch oft noch in kleinerer Anzahl bis zum Frühsommer wandern. Autofahrer sollten unbedingt bei den aufgestellten Schildern vorsichtig fahren. Zuerst steht ein Verbot mit 70 Stundenkilometer, dann ein Verkehrszeichen mit einem Frosch und zuletzt eine Tafel mit 50 Kilometer pro Stunde am Straßenrand. So bleibt den Autofahrern genügend Zeit zum Abbremsen.

Hier fühlen sich Kröten wohl

Amphibien gehören zu den sehr gefährdeten Tierarten. Auf der Suche nach idealen Lebensräumen besiedeln die Kröten auch gerne naturnahe Gärten. Als nachtaktive Tiere beziehen sie als Tagesunterstand schattig gelegene Stein- und Reisighaufen so wie Holzstapel. Besonders aktiv sind Kröten bei leichtem Nieselregen und Wärme am späten Abend. Dann gehen sie auf Jagd nach kleinen Schnecken, Laufkäfer, Erdraupen, Regenwürmer und Spinnen. Dies zeigt, dass der Mensch durch einen naturnahen Garten mit einer großen Vielfalt reichlich belohnt wird.

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