Bald ein Geheimtipp
Auf Kaiserin Sisis Spuren durch Bad Kissingen
Kaiserin Sisi und Kaiser Franz Joseph im Kissinger Kurpark. Das Foto entstand 1898.
Kaiserin Sisi und Kaiser Franz Joseph im Kissinger Kurpark. Das Foto entstand 1898.
Foto: Stadtarchiv Bad Kissingen. Fotosammlung
Bad Kissingen – Was kaum jemand weiß: Die Monarchin kam regelmäßig in die Kurstadt. Ein Sisi-Themenweg soll dort entstehen, wo sie am liebsten war.

Sie war nicht nur ein Star ihrer Zeit, sonder ist mit Sicherheit einer der strahlendsten und bekanntesten Gäste, die je in Bad Kissingen weilten: Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn , besser bekannt als "Sisi". Unter den historischen Persönlichkeiten des Rakoczy-Festes gehört Sisi zu den Publikumslieblingen und ist eines der beliebtesten Fotomotive.

Als Werbeträger hat die Stadt die große Popularität der Monarchin bislang jedoch kaum für sich genutzt. Das soll sich jetzt ein Stück weit ändern. Die Touristiker der Staatsbad GmbH wollen in diesem Jahr eine interaktive Sisi-Thementour auf den Weg bringen. "Die Sisi-Tour setzt im Prinzip auf der bekannten Altenberg-Runde auf", erklärt Kurdirektorin Sylvie Thormann.

Bei der Route handelt sich um einen 3,3 Kilometer langen Rundweg, der am Arkadensteg im Luitpoldpark startet, hoch zum Sisi-Denkmal und zu dem Aussichtspunkt auf den Altenberg führt und von dort wieder zurück in den Kurpark geht. Die Staatsbad GmbH hat bereits im vor einem Jahr das Wanderwege-System überarbeitet, neue Wanderkarten herausgegeben und vor allem die Strecken mit neuen Wegweisern markiert. In diesen Neuerungen ist aus der Altenbergrunde bereits die "Sisi-Tour" geworden. Dieses Jahr soll die Sisi-Tour dann als erster von insgesamt drei Themenwegen weiter ausgestaltet werden.

Die Sisi-Tour führt vom Luitpoldpark zum Altenberg, dem Lieblingsort der Kaiserin, wenn sie sich in Bad Kissingen aufgehalten hat.
Die Sisi-Tour führt vom Luitpoldpark zum Altenberg, dem Lieblingsort der Kaiserin, wenn sie sich in Bad Kissingen aufgehalten hat.
Foto: Grafik: Dagmar Klumb

Audio-Guide und Sisi-Erlebnisstationen

"Es wird verschiedene Bereiche geben. Zum einen denken wir an die Ausarbeitung einer Hörgeschichte", erklärt Thormann. Dies könne man sich als einen Audio-Guide für Wanderer vorstellen. Dieser vermittle Einsichten in die innere Welt der Kaiserin und könne auch Ratschläge zu Gesundheitsthemen wie Resilienz (geistige Widerstandskraft) geben. Entlang der Strecke will die Kurgärtnerei verschiedene Erlebnispunkte installieren. Hier können Wanderer sich über die Kaiserin informieren, oder sich an interaktiven Elementen ausprobieren.

"Für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren wird ein Booklet aufbereitet, mit dem Sie die Strecke erleben können", erklärt die Kurdirektorin weiter. Neben Informationen gehört zu dem Booklet eine Art "Schnitzeljagd". Auf Kinder, die an jeder Station ein entsprechendes Rätsel knacken und am Ende der Wanderung das vollständige Lösungswort gefunden haben, warte eine kleine Überraschung.

Auf dem  Altenberg haben die Bad Kissinger 1906 der österreichischen Kaiserin Elisabeth  ein Denkmal errichtet. Die Sisi Tour kommt hier natürlich auch vorbei.
Auf dem Altenberg haben die Bad Kissinger 1906 der österreichischen Kaiserin Elisabeth ein Denkmal errichtet. Die Sisi Tour kommt hier natürlich auch vorbei.
Foto: Borst

Laut Thormann sollen die Audioelemente in diesem Jahr sicher fertig werden. Ob die Erlebnisstationen wie geplant bis Herbst stehen, lasse sich angesichts der gegenwärtigen Lage nicht verlässlich sagen.

Bei der Sisi-Runde sind die Pläne am konkretesten. Das Staatsbad will in Zukunft noch zwei weitere derartige Themenwege aufbauen. "Wir haben insgesamt drei Wanderwege identifiziert, die sich zur Thematisierung eignen: Die Runde zum Gradierwerk und die Luitpoldparktour", sagt sie. Zur inhaltlichen Ausgestaltung dieser Touren habe man sich noch nicht festgelegt.

Neue Ideen für Parkanlagen

Über die Themenwege hinaus plant die Staatsbad GmbH, die Parkanlagen in den nächsten Jahren grundsätzlich zu überarbeiten. "Hier tauschen wir uns mit den Planern für eine mögliche Landesgartenschau in Bad Kissingen aus. Viele Ideen, die wir haben, spiegeln sich auch dort wider", meint Thormann. Sie betont, dass der Kurpark in jedem Fall modernisiert werde, auch wenn Bad Kissingen nicht den Zuschlag für eine Landesgartenschau bekomme.

Die Staatsbad GmbH sieht in größerem Maß im Kurpark, in kleinerem Umfang im Kurgarten Handlungsbedarf. Im nördlichen Bereich des Parks, rund um Luitpoldbad und Spielbank, geben Installationen wie Kneippbecken, Barfußpfad und Kanggarten eine ruhige Nutzung vor. Im südlichen Bereich des Parks an den Tennisplätzen und am Saale-Mäander hingegen werde es aktiver und freier.

"Da haben wir gestalterisch und in der Benutzung schon Unterschiede", sagt Thormann. Am Ende gehe es darum, ein einheitliches Bild in den Parkanlagen zu bekommen. Zudem solle der Park für Besucher aller Altersgruppen da sein. "Uns ist es wichtig, dass es eine generationsübergreifende Weiterentwicklung wird", betont sie.

Im Kurpark sind dauerhafte bauliche Veränderungen denkbar, im Kurgarten hingegen werde es um temporäre Aufbauten und rückbaubare Veränderungen gehen.

Kaiserin Sisi in Bad Kissingen

Aufenthalt: Die Kaiserin von Österreich kam zwischen 1862 und 1898 sechsmal zur Kur nach Bad Kissingen. Das erste Mal im Alter von 24 Jahren, das letzte Mal mit 60 Jahren wenige Monate vor ihrer Ermordung. Sisi besuchte die Kurstadt jedes Mal unter dem Pseudonym "Gräfin von Hohenems", was in der Stadt aber kein großes Geheimnis war. 1906 errichteten die Kissinger das Sisi-Denkmal auf dem Altenberg.

Altenberg: Der Altenberg war schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Laut Bayerischem Denkmalatlas befand sich auf der Anhöhe eine - vermutlich keltische - Ringwallanlage. Ab 1828 wurde der Altenberg als Parkanlage erschlossen, mit Fußwegen und einem Pavillon auf der Bergspitze. Bis heute befinden sich dort das Sonnen-Salett, die Walhalla sowie ein Rundtempel, alle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

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