Symphonic-Mob
Reaktionen: "Für mich ist es überwältigend"
Im Kurgarten kamen insgesamt rund 300 Musiker zusammen, um im ersten Bad Kissinger Symphonic-Mob gemeinsam miteinander zu musizieren. Foto: Ronald Rinklef
Im Kurgarten kamen insgesamt rund 300 Musiker zusammen, um im ersten Bad Kissinger Symphonic-Mob gemeinsam miteinander zu musizieren. Foto: Ronald Rinklef
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Bad Kissingen – Wir haben mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Bad Kissinger Symphonic-Mob gesprochen. Das sind ihre Eindrücke.

"Unglaublich, was für eine Kultur es in Franken gibt!"

Elisabeth Werner-Zureck, Schweinfurt: "Es ist unglaublich und großartig, was hier geboten wird. Ich habe vor ein paar Tagen vom Symphonic-Mob erfahren und bin deshalb nach Bad Kissingen gekommen. Es war toll. Ich singe selbst seit langem im Chor und habe mitgesungen. Ich kannte hier beim Symphonic-Mob niemanden. Man fühlt sich sofort in der Gemeinschaft aufgenommen. Singen ist gut für die Seele. Was wir hier in Franken für ein kulturelles Angebot haben, dafür bin ich sehr dankbar. Ich schicke meiner Schwester immer Nachrichten aus der Region. Sie wohnt seit langem in Vancouver und freut sich darüber. Sie ist auch sehr musikalisch. Das Angebot in Vancouver ist nicht so vielfältig. Hier gibt es feinste Hochkultur in einem kleinen Ort.

Elisabeth Werner-Zureck, Schweinfurt: "Unglaublich, was für eine Kultur es in Franken gibt!" Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz
Elisabeth Werner-Zureck, Schweinfurt: "Unglaublich, was für eine Kultur es in Franken gibt!"
Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz

"Für mich ist es überwältigend"

Gudrun Sagol, Kitzingen: Gudrun Sagol spielt Trompete seit sie klein ist, derzeit leitet sie einen Chor. In der Pause zwischen Probe und Konzert sagt sie: "Für mich ist es überwältigend. Aber ich tue mich gerade ein wenig schwer. Ich bin diese Schnelligkeit nicht gewohnt. Normalerweise spiele ich in einem Posaunenchor. Aber ich wollte einfach dabei sein. Das ist auch das erste Mal, dass ich in so einer Veranstaltung dabei bin. Ich finde es ganz toll, dass Profimusiker sich dafür hergeben, mit Laien zu spielen. Da merkt man auch einen Unterschied. Das sieht man zum einen am Notenblatt, zum anderen haben die auch einen ganz anderen Ton als ich." So eine große Menge an Musizierenden kennt sie schon, sie hat beispielsweise bereits im Stadion gespielt.

Gudrun Sagol, Kitzingen: "Für mich ist es überwältigend"
Gudrun Sagol, Kitzingen: "Für mich ist es überwältigend"
Foto: Ellen Mützel

"Die Chance bekommt man nicht immer."

Tirza Schubert, 7 Jahre: "Meine Bratschen-Lehrerin hat meiner Mutter vom Symphonic-Mob berichtet und meine Mutter hat gesagt, dass es Spaß macht. Die Chance bekommt man nicht immer, deshalb mache ich mit. Meine Mama spielt Klavier, das hat sie nicht dabei . Meine Schwester Elisa spielt auch mit, sie steht da drüben bei der zweiten Geige. Der Ungarische Tanz gefällt mir am besten."

Tirza Schubert, 7 Jahre: "Die Chance bekommt man nicht immer." Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz
Tirza Schubert, 7 Jahre: "Die Chance bekommt man nicht immer."
Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz

Tirzas Mutter berichtet, dass sie vor vier bis fünf Wochen mit dem Üben für den Symphonic-Mob begonnen haben. Die Familie nahm die Instrumente sogar mit in den Holland-Urlaub.

"Jeder, der hier nicht dabei ist, verpasst was."

Jennifer Diener, Oberthulba: Saxophonistin Jennifer Diener spielt schon seit 20 Jahren. "Schon bei der Probe hatte ich Gänsehaut." Ihr Fazit, in der großen Menge und mit dem Profiorchester samt Dirigenten zu spielen: "Sau geil. Allein die Akustik hat man sonst nie so toll. Und mal mit Streichern zu spielen, das war auch was ganz anderes. Dass es ein professionelles Orchester ist, ist toll.

Jennifer Diener, Oberthulba: "Jeder der hier nicht dabei ist, verpasst was." Foto: Ellen Mützel
Jennifer Diener, Oberthulba: "Jeder der hier nicht dabei ist, verpasst was."
Foto: Ellen Mützel

Die beiden Oboen vor uns klingen schon ganz anders. Und der Dirigent macht Spaß. Zum Üben hatte ich leider weniger Zeit, aber mir war es wichtig, dass ich dabei bin. Ich finde auch, jeder der hier nicht dabei ist, der verpasst was." Ihre Mutter Bianca Diener begleitet ihre Tochter regelmäßig zu Auftritten: "Es war herrlich. Hoffentlich kommt es wieder."

"Unbedingt nächstes Jahr nochmal"

Irmgard Friederich (Oma)mit Sabine (Schwiegertochter) und Josefine (Enkelin), Bad Kissingen :

Für "Coro di schiavi ebrei" haben wir den italienischen Text geübt, erzählt Irmgard Friedrich. Ihre Schwiegertochter berichtet, dass zur Vorbereitung YouTube-Videos dienten und auch im Bad gesungen wurde.

Irmgard Friederich (Oma)mit Sabine (Schwiegertochter) und Josefine (Enkelin) aus Bad Kissingen und Maria Geb (Rannungen, ganz rechts) Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz
Irmgard Friederich (Oma)mit Sabine (Schwiegertochter) und Josefine (Enkelin) aus Bad Kissingen und Maria Geb (Rannungen, ganz rechts)
Foto: Charlotte Wittnebel-Schmitz

"Es war echt super!", berichten die drei Frauen. "Das könnte die Geburt einer Tradition sein. Das sollte es nächstes Jahr unbedingt wieder geben." Der Symphonic-Mob führe Leute zusammen, das sei wichtig. Sie haben hier Maria Geb aus Rannungen kennengelernt, die auch im Chor singt. Diese zitiert begeistert das Sprichwort: "Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder."

Sehr interessant und spannend, mit Profis zu spielen

Marco Genzler, Pfaffenhausen: Marco Genzler spielt seit 36 Jahren. Bei der Veranstaltung war er "Einzelkämpfer", da viele seiner Kollegen aus der Kapelle im Urlaub sind. "Und manche haben sich nicht hergetraut", verrät er. Sein Eindruck: "Es war sehr interessant, sehr spannend, mit Profis zu spielen. Die Profi-Posaunen haben sich zwischen uns gestellt. Dann ist das schon was ganz anderes, da sind wir auch viel sicherer."

Marco Genzler, Pfaffenhausen:  Sehr interessant und spannend, mit Profis zu spielen Foto: Ellen Mützel
Marco Genzler, Pfaffenhausen: Sehr interessant und spannend, mit Profis zu spielen
Foto: Ellen Mützel

Was sich jedoch eher gewohnt anfühlte: mit dem Dirigenten Alain Altinoglu zu spielen. "Unser Dirigent lässt uns auch schon 20 Mal etwas wiederholen, sodass es klappt. Ich fand es nett, wie er es gemacht hat. Er hatte die Truppe ja vorher noch nie gesehen. Aus dem Stegreif so etwas zu machen, ist schon nicht so einfach."

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