Ausflug
Auf dem „Hilderser“ wandern
Der erste Höhepunkt der Wanderung – auf 679  Metern gelegen – lässt nicht lange auf sich warten: Über steinerne Treppen geht es vorbei an 14 Kreuzwegstationen zur Wallfahrtskapelle St.  Maria auf dem Battenstein.
Der erste Höhepunkt der Wanderung – auf 679  Metern gelegen – lässt nicht lange auf sich warten: Über steinerne Treppen geht es vorbei an 14 Kreuzwegstationen zur Wallfahrtskapelle St.  Maria auf dem Battenstein.
Foto: Varasano
Hilders – Naturnahe Pfade, romantische Wälder – „der  Hilderser“ in der Rhön ist nominiert bei der Wahl des schönsten Wanderwegs 2022.

Naturnahe Pfade, romantische Wälder, eine historische Burgruine und noch viel mehr verspricht der zwölf Kilometer lange Wanderweg „Der Hilderser“ im hessischen Teil des Naturparks Rhön. Die Fachzeitschrift „Wandermagzin“ hat die Tour sogar zur Wahl für Deutschlands schönsten Wanderweg 2022 nominiert. Bis 30. Juni kann man bei der Wahl mitmachen. Der Premiumwanderweg „Der Hilderser“ gilt als ein Höhepunkt der Rhöner Wanderwelt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte „Extratour“, die als Rundwanderweg angelegt und mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet wurde.

1. Wohin geht der Ausflug

und was ist das für eine Tour?

Der Ausflug startet in dem anerkannten Luftkurort Hilders im hessischen Teil des Naturparks Rhön. Am Osthang des Ulstertals verbindet die Rundwanderung „Der Hilderser“ die malerisch gelegene Battensteinkapelle mit dem unbewaldeten Gipfel des Buchschirmberges und der Ruine der Auersburg. Auf einer Länge von rund zwölf Kilometern erklimmen Wanderer 372 Höhenmeter.

Der “Hilderser“.
Der “Hilderser“.
Foto: MP

2. Wie komme ich da hin?

Und wo parke ich?

Hilders ist mit dem Auto leicht über die A70 und A71 sowie im Anschluss (Ausfahrt Mellrichstadt) über die B285 Richtung Fladungen zu erreichen. Alternativ kann man auch über die A7 bis zur Ausfahrt Wildflecken fahren, dann ab Bischofsheim über die B278 Richtung Wüstensachsen.

Parkmöglichkeiten gibt’s ein paar wenige direkt am Start der Wanderroute bei der Kneippanlage (Ende Sandgasse). Ansonsten in der Kolpingstraße, an der Tourist-Information sowie am Wanderparkplatz Köpfchen an der Straße von Hilders nach Simmershausen.

Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt am besten über Fulda und von hier weiter mit den Linien 21, 24, 25, 26, 30, 32 oder dem RhönRadBus (Linie 90).

3.

Warum sollte ich dorthin?

Mit seinen naturnahen Pfaden, blühenden Bergwiesen, romantischen Wäldern, herrlichen Aussichten und der historischen Burgruine bietet „Der Hilderser“ einen hohen Erlebniswert. Bei der Tour handelt es sich um eine sogenannte „Extratour“, die sich dadurch auszeichnet, dass sie einerseits hohe Qualitätskriterien hinsichtlich Streckenbeschaffenheit, Beschilderung und Pflege erfüllt und andererseits zertifiziert und mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet ist.

4. Was gibt es zu sehen

und zu erleben?

Die Wanderung startet an dem Kneipptretbecken oberhalb der Marktgemeinde Hilders. Ab hier umfasst die Rundtour 11,3 Kilometer. Je nachdem, wo man im Ort geparkt hat, verlängert sich die Route um die Wegstrecke des „Zubringers“. Entlang des Ulstertal-Osthanges führt die Tour durch die abwechslungsreiche Rhönlandschaft. Schon bald gelangt man über steinerne Treppen vorbei an 14 Kreuzwegstationen zur Wallfahrtskapelle St. Maria auf dem Battenstein. Weiter geht es über die traditionelle Huteweide auf den Gipfel des Buchschirmberges: In einer Höhe von 745 Metern eröffnet sich Ausflüglern ein beeindruckender Ausblick auf die Plateaufläche der Hochrhön.

Die Wanderung führt nun erst mal wieder bergab. Als nächstes Etappenziel folgt die Rhönklubhütte Simmershausen, die zum Rasten einlädt. Mit einer weiten Aussicht nach Norden über Simmershausen gelangt man zum Parkplatz „Köpfchen“ auf dem Geländesattel zwischen Buchschirm- und Auersberg.

Über idyllische Wege und durch Laubmischwälder erreicht man die nächste Attraktion: die Ruine der rund 1000 Jahre alten Auersburg. Überdachte Sitzgelegenheiten laden auch hier nochmals zu einer kleinen Pause ein. Ein Pavillon auf der Außenmauer bietet zudem eine herrliche Aussicht über das Scheppenbachtal. Durch die romantische Ritterschlucht mit Vogelkundelehrpfad geht’s im Anschluss zurück zum Ausgangspunkt der Tagestour.

Die Extratour „Der Hilderser“ im Unesco-Biosphärenreservat Rhön bietet jede Menge Abwechslung und wunderschöne Fernsichten.
Die Extratour „Der Hilderser“ im Unesco-Biosphärenreservat Rhön bietet jede Menge Abwechslung und wunderschöne Fernsichten.
Foto: Patty Varasano

5. Wie viel Zeit sollte ich

einplanen?

Die Wandertour ist in vier Stunden gut machbar. An etlichen Stellen laden Bänke zum Rasten ein. Wer diese nutzt, verlängert die Ausflugsdauer entsprechend. Das gilt gleichermaßen für den Aussichtspunkt Buchschirm. Hier verlocken gemütliche Liegen mit fantastischer Fernsicht zum Innehalten. Sehr gut Pause machen lässt es sich außerdem an dem Rastplatz Rhönklubhütte. Wer hier einmal kurz hinter die Hütte schaut, wird mit einem malerischen Blick auf Simmerhausen belohnt.

6. Was ist die beste Zeit

für diesen Trip?

Die Wanderung ist ganzjährig begehbar. Besonders reizvoll ist die Tour aber von Frühling bis in den Herbst hinein, wenn die Natur in jahreszeitüblichen Farben erstrahlt. Da der Boden manchmal auch losen Untergrund aufweist, ist festes Schuhwerk von Vorteil.

7. Für wen ist der Ausflug

geeignet?

Die mittelschwere und durch ein rotes „H“ auf weißem Grund markierte Wanderung vereint Natur, Kultur und Geschichte. Menschen, die Lust auf die raue Schönheit der Rhön und ein Faible für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt haben, werden gewiss Freude an der Tour finden.

Wer nicht die gesamte Zwölf-Kilometer-Strecke bewältigen möchte, kann optional vom Startpunkt bis zur Auersburg und zurück wandern. Dieser Weg entspricht etwa sechs Kilometern und ist besonders für Familien geeignet.

Blick in den Ortskern von Hilders mit der St. Bartholomäus-Kirche.
Blick in den Ortskern von Hilders mit der St. Bartholomäus-Kirche.
Foto: Patty Varasano

8. Wenn der kleine Hunger kommt: Wo gibt es was zu trinken und zu essen?

Direkt auf der Wanderroute gibt es keine Möglichkeit der Einkehr. Gerade jetzt im Sommer sollte man aber auf jeden Fall etwas zu trinken mitnehmen. Ansonsten kann man sich nach der Wanderung in einer der Gaststätten in Hilders oder der zugehörigen Ortsteile verköstigen.

9. Wenn ich noch Zeit habe und bleiben will – was bietet die Umgebung?

In Hilders selbst besteht die Möglichkeit, Minigolf zu spielen (Schläger und Bälle werden zu den Öffnungszeiten in der Tourist-Information ausgegeben) oder sich einen erfrischenden Besuch im Freizeitbad Ulsterwelle (Mi. bis Sa. von 11 bis 20 Uhr, So. von 11 bis 20  Uhr) zu gönnen.

Zeugnis tiefer Frömmigkeit und Rastplatz für Wanderer: die Battensteinkapelle mit der Kreuzigungsgruppe.
Zeugnis tiefer Frömmigkeit und Rastplatz für Wanderer: die Battensteinkapelle mit der Kreuzigungsgruppe.
Foto: PV

Ein paar Fahrminuten weiter locken andere Ausflugsziele:

 Noahs Segel: Der 21 Meter hohe Turm auf dem Berg „Ellenbogen“ mit seinem markanten, segelähnlichen Design in Form einer Elle und eines Bogens mit Erlebnisrutsche bietet Gästen einen fantastischen Rundumblick. Fahrtzeit: 14 Minuten.

 Naturlehrpfad Schwarzes Moor: Hier in einem der bedeutendsten Hochmoore Mitteleuropas ist eine Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Um möglichst vielen Besuchern diesen europaweit gefährdeten Lebensraum nahezubringen, wurde der Bohlensteg errichtet. Entlang des Steges vermitteln 23 Informationstafeln auf rund 2,5 Kilometern Länge Wissenswertes über Moor. Fahrtzeit: 12 Minuten.

 Wasserkuppe: Der bekannteste Berg der Rhön und Ziel vieler Wanderer gilt als Wiege des Segelflugs. Die Wasserkuppe ist mit 950  Metern der höchste Berg der Rhön und Hessens. Zahlreichen Attraktionen locken das ganze Jahr über Touristen auf die fast baumfreien Hänge. Fahrtzeit: 16 Minuten.

 Sommerrodelbahn Wasserkuppe (Gersfeld): In schöner Natur haben Ausflügler die Gelegenheit, auf den Sommerrodelbahnen rasant ins Tal zu rauschen. Angefangen von der Doppel-Sommerrodelbahn über den Rhönbob und den auf Schienen geführten Sessellift „Wie-Li“ bis hin zum Hexenbesen. Fahrtzeit: 17 Minuten.  Kunststation Kleinsassen: Die Kunststation am Fuße der Milseburg ist ein Forum für Kunst, die wechselnde Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst aller Medien und Stile zeigt. Fahrtzeit: 14 Minuten.

 Fränkisches Freilandmuseum Fladungen: Auf dem Museumsgelände stehen rund 20 wiedererrichtete Hof-stellen und dörfliche Gemeindebauten, die 350 Jahre Dorfleben in Unterfranken dokumentieren. Fahrtzeit: 15 Minuten.

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