Schul-Kolumne
Weiterführende Schule: Wie klappt der Wechsel? (6/7)
Mädchen sieht sich ein Englisch-Wörterbuch an.
Mädchen sieht sich ein Englisch-Wörterbuch an.
Foto: Наталия Когут/Pixabay.com
Franken – Für viele Kinder steht dieses Jahr der Wechsel an die weiterführende Schule an. Wie Sie als Eltern Ihr Kind beim Schulwechsel am besten unterstützen.
Charlotte Wittnebel-Schmitz
Charlotte Wittnebel-Schmitz ist Redakteurin und Crossmedia-Reporterin im Lokalen. Die gelernte Gymnasiallehrerin (Deutsch, Geschichte, Politikwissenschaft/Sozialkunde) unterrichtete an Schulen in Bayern (darunter Gymnasien in Kronach, Kulmbach, Bad Reichenhall), aber auch in Chile und Litauen.
Foto: Jonas Tobias Schmitz

Eine spannende Zeit. Es kommen neue Fächer hinzu, es gibt mehr Lehrer, neue Klassenkameraden und ein neues Schulgebäude. An der Grundschule behüten die Lehrer Ihr Kind noch stärker. In der weiterführenden Schule wird mehr und mehr Selbstständigkeit verlangt. Das bedeutet für Ihr Kind eine erhebliche Umstellung. Manche Kinder kommen prima damit zurecht, andere brauchen etwas länger, um sich an der neuen Schule zu akklimatisieren. 

Von meinem damaligen Psychologiedozenten erhielt ich Tipps, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie gerne heute an Sie weitergeben möchte. 

Viel Zeit nehmen

Die Zeit des Wechsels ist ein Umbruch. Nehmen Sie sich in dieser Phase für Ihr Kind besonders viel Zeit, bis es sich an der Schule gut eingelebt hat. Das kann oft ein paar Monate bis zu einem halben Jahr dauern.  Hören Sie genau zu, was Ihr Kind von der Schule erzählt, fragen Sie nach und beobachten Sie, wie sich Ihr Kind verhält. 

Es darf auch mal schiefgehen

Gehen Sie ruhig und umsichtig damit um, wenn – vor allem am Anfang – etwas nicht klappt! Das ist normal. Bleiben Sie ruhig, trösten Sie Ihr Kind und machen Sie ihm Mut. 

Gerade für Kinder, die von der Grundschule aufs Gymnasium kommen, kann es in den ersten Monaten ein Schock sein, wenn sie plötzlich nicht mehr nur Einser und Zweier bekommen, sondern auch eine Drei oder Vier schreiben. 

Ordnung und Struktur lernen

Packt Ihr Kind am Vorabend die Schultasche? Ist das Hausaufgabenheft gut geführt? Unterstützen Sie Ihr Kind darin, eine klare Ordnung und Struktur für seinen schulischen Alltag zu bekommen. Am Anfang können Sie noch gemeinsam den Stundenplan für den nächsten Tag durchgehen und die Tasche packen. Nach den ersten Wochen sollte Ihr Kind das eigenständig machen. 


Das Ziel und gleichzeitig die Herausforderung für Sie als Eltern ist es, Unterstützung zu leisten, wenn Ihr Kind sie braucht. Dabei sollten Sie darauf achten,   die zunehmende Selbstständigkeit Ihres Kindes zu fördern. Übernehmen Sie auf keinen Fall die Hausaufgaben für Ihr Kind! (Lehrerkollegen berichteten mir von Eltern, die sogar den Übungsaufsatz schreiben. Bitte nicht – Ihr Kind muss das selbst lernen!)

Motivieren Sie Ihr Kind durch Ihr Interesse an seinen Lernfortschritten und durch Ihre positive Einstellung zur Schule. Und wenn Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, lassen Sie es nicht raushängen. Ihr Kind soll seine eigenen (positiven) Erfahrungen machen. 

Schreibtisch und Arbeitszeit

Was für Sie im Büro gilt, gilt ähnlich für Ihr Kind. Sorgen Sie – im jeweils möglichen Rahmen – dafür, dass Ihr Kind zuhause einen eigenen, guten Arbeitsplatz hat. Das sollte ein fester Platz sein, der möglichst störungs- und ablenkungsfrei ist (ohne Smartphone, Fernseher, rumliegendes Spielzeug, Geschwister, die reinplatzen).  Auf dem Tisch liegt nur das, was wirklich gebraucht wird. 

Das Leichte am Anfang

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über hilfreiche Strategien beim Lernen und den Hausaufgaben. Das kann zum Beispiel sein: Erstmal mit etwas Leichtem anfangen, dann folgt eine Aufgabe, die schwerer ist. Am Ende wieder etwas Leichtes. Helfen Sie Ihrem Kind, Arbeitszeiten zu finden, zu denen es konzentriert und zielstrebig lernen kann. Setzen Sie zusammen dafür Zeitvorgaben, damit sich Ihr Kind einen klaren Zeitpunkt angewöhnt, wann es mit den Hausaufgaben anfängt. Ihr Kind sollte auch eine Zeit haben, bis wann die Hausaufgaben gemacht sind, gepaart mit einer kleinen abschließenden Belohnung.  („Bis 15 Uhr sind die Hausaufgaben gemacht, dann kann ich mich mit Lena treffen.“) Klare Zeitvorgaben führen dazu, dass Ihr Kind nicht zu viel Zeit bei den Hausaufgaben vertrödelt, sondern konzentriert arbeitet. Klar muss sein: Die Schule hat Priorität. Erst, wenn das Wichtige erledigt ist, kommt die Belohnung.


Die guten Gewohnheiten, die sich Ihr Kind jetzt antrainiert, Ordnung und klare Strukturen sind wichtige Stützen, von denen Ihr Kind sehr lange profitieren wird.

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