Wintereinbruch
Rhön: Schnee, Stromausfall und Straßensperren
Vielerorts sorgte der Schneebruch im Landkreis Bad Kissingen zu Feuerwehreinsätzen.
Vielerorts sorgte der Schneebruch im Landkreis Bad Kissingen zu Feuerwehreinsätzen.
Foto: Christian Nöth
Bad Kissingen – Schneebruch bei Bäumen ist eine berüchtigte Auswirkung von kräftigen Schneefällen. Am Wochenende waren deshalb viele Rhöner Haushalte ohne Strom.

Wenn Schnee von oben kommt, gibt es meist Probleme unten. So auch am Wochenende im Landkreis Bad Kissingen . In mehreren Orten war der Strom wegen Bäumen in den Leitungen weg und auf den Straßen herrschte Chaos. Ein beliebtes Wanderziel war sogar ohne Strom .

Kissinger Hütte auf dem Feuerberg: "Etwa um halb eins gingen die Lichter aus."

Diana Tisma, die mit ihrem Bruder Dennis die Kissinger Hütte betreibt, sagt: "Etwa um halb eins gingen die Lichter aus." Und das an einem Tag mit viel Schnee und Rodlern am Feuerberghang. "Das kam zu der Zeit, wenn eigentlich Hochbetrieb ist. Aber wir haben ja immer kleinere Herausforderungen. " Bis der Strom gegen 5 Uhr wieder da war, improvisierte das Hütten-Team. "Wir haben dann in der gesamten Hütte Kerzen aufgestellt."

Stromaggregat sollte Problem lösen

Zwischendurch befand sich sogar ein Aggregat auf dem Weg zum Gipfel des Feuerbergs. Die Kommunikation mit dem Stromversorger sei gut gelaufen. "Wir waren gut informiert." Sie fügt an: "Aber dann war der Strom wieder da", sagt sie. Einziges Manko: "Wir mussten dann etwas eher schließen." Grund für den Zwischenfall war ein Baum, der durch die Last des Schnees in eine Freileitung gedrückt wurde. Dadurch war nicht nur die urige Wandergaststätte, sondern auch Langenleiten eine Zeit lang ohne Strom .

Bayernwerk arbeitet das Problemfeld sukzessive ab

Maximilian Zängl, Pressesprecher vom Bayernwerk , sagt: "Wir hatten in Unterfranken durch den Schneebruch häufig Stromausfälle ." An der Freileitungs-Thematik arbeite das Bayernwerk sukzessive. "2021 sind etwa 650 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau geflossen. Heuer ist mit der gleichen Höhe zu rechnen." Schon seit einigen Jahren verlegt das Bayernwerk zudem Freileitungen aus der Luft unter die Erde. "Das sind jedes Jahr einige tausend Kilometer", sagt Zängl. Allerdings: In der Rhön ist das noch nicht überall geschehen.

Markt Burkardroth: Stunden ohne Strom

Weil Bäume in Leitungen hingen, kam es etwa in Teilen Wildfleckens und in Oberleichtersbach zum Ausfall. Einen Blackout vom Morgen bis zum Mittag gab es in Waldfenster im Markt Burkardroth. Dort hatten sich die Floriansjünger wegen des Stromausfalls zur Wachbesetzung eingefunden. Ein kleinerer Trupp an Feuerwehrleuten steht dabei als Bereitschaft an der Feuerwache parat, wenn Bürger Hilfe brauchen. Denn: Wenn der Strom weg ist, funktioniert weder das Telefon zum Alarmieren noch die Sirene. "Es waren etwa sechs- bis siebenhundert Haushalte von längeren Ausfällen betroffen", teilt Zängl mit. In den meisten Fällen sei der Strom jedoch binnen einer Stunde wieder da gewesen.

Mehrere Unfälle auf den Straßen im Landkreis

Bei Stromausfällen blieb es allerdings nicht. Im Landkreis blockierten Bäume manche Straßen und teils sperrten Kommunen vorsorglich Streckenabschnitte. Gefeit war auch nicht der Verkehr. Hie und da blieben am Wochenende Fahrzeuge hängen. Die Polizei meldete gleich mehrere Unfälle, deren Ursache die Witterung und nicht angepasste Geschwindigkeit waren. Auf der A7 verlor ein 33-Jähriger am Sonntagmorgen die Kontrolle über sein Auto. Der Mann war in Richtung Süden unterwegs, als er bei Schondra ins Schleudern kam und daraufhin nach rechts von der Fahrbahn rutschte.

Mit Sommerreifen in der verschneiten Rhön unterwegs

Bei Oberthulba prallte ein 43-jähriger Fahrer mit einem Kleinbus in die Mittelschutzplanke. Der Mann aus Dortmund war auf der schneebedeckten Fahrbahn mit Sommerreifen unterwegs. Das Fahrzeug war nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Auf der A 71 krachte ein Autofahrer aus dem Landkreis Haßberge mit seinem Fahrzeug in die rechte Betonleitwand. Auch er war laut Polizei für die Straßenverhältnisse zu schnell unterwegs. Letztlich hatten jedoch die Fahrer Glück im Unglück: Alle drei Fahrer blieben unverletzt. Insgesamt entstand ein Sachschaden von etwa 20 000 Euro.

Bayerische Staatsforsten: Das hat derzeit die höchste Priorität

Und selbst im Wald machte die Schneelast Probleme. Noch am Montagnachmittag war der Forstbetrieb Bad Brückenau der Bayerischen Staatsforsten damit beschäftigt, im Wald aufzuräumen. Dr. Michael Kutscher, der Forstbetriebsleiter, teilte mit, dass Schotterwege von herabgestürzten Ästen oder umgefallenen Bäumen freizumachen waren. Diese hätten "Prio eins", denn über die Forstwege gelangen beispielsweise auch die Rettungskräfte zu Unfallstellen. Aktuell sei sicher eine "erhöhte Wachsamkeit" angesagt, was das Benutzen der Wanderwege in der Rhön betrifft, sagt Kutscher. Eine generelle Aussage lasse sich aber nicht treffen.

Wandern in der Rhön: Darauf sollte man jetzt achten

So spielt beispielsweise die Höhenlage eine Rolle. Es sei der gesunde Menschenverstand gefragt, Wege zu meiden, die zum Beispiel von Bäumen mit hoher Schneelast in den Kronen oder mit herunterhängenden Ästen umgeben sind. So sei die Gefahr in den Niederungen des Lauertals durch das Tauwetter bereits weitgehend gebannt, meint Jörg Mäckler (Förster Münnerstadt). Mehr zum Wintereinbruch am Wochenende und seinen Auswirkungen lesen Sie auf