Unwetter in Franken
Erneut Hochwasser - und noch keine Entwarnung
Hochwasser im Landkreis Hof
Die Selbitz ist in der gleichnamigen Ortschaft durch die starken Niederschläge zu einem reißenden Fluss geworden.
Foto: Nicolas Armer/dpa
Hof – Nach einer kurzen Verschnaufpause haben Regenfälle wieder für Überflutungen gesorgt. Betroffen ist bisher vor allem der Norden Oberfrankens.

Nach den Unwettern in der Region Hof müssen viele Oberfranken am Mittwoch ihre nassen und verdreckten Keller wieder herrichten. Bis zum frühen Morgen waren die Feuerwehren mit Auspumpen beschäftigt, auch Straßen wurden überflutet. Der Landkreis Hof hatte am Dienstagabend den Katastrophenalarm ausgerufen. Binnen zwölf Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dort bis zu 80 Liter vom Himmel, zudem gab es Gewitter. Von Verletzten war zunächst aber nichts bekannt.

Feuerwehr und Polizei rückten zu über 200 Einsätzen im gesamten Landkreis aus, wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes hieß. Besonders betroffen waren demnach Naila, Selbitz, Köditz, Feilitzsch und Trogen. Mehr als 50 Feuerwehren mit knapp 1000 Leuten sowie 140 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Dauereinsatz, um Wasser aus Kellern zu pumpen und Sandsäcke zu beschaffen. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Grundschule in Selbitz am Mittwoch geschlossen bleibt. Auch die Kindertagesstätte Wichtelland in Köditz bleibe geschlossen, die Schule nach derzeitigem Stand jedoch geöffnet.

Notruf teilweise überlastet

In der Region war sogar der Notruf 112 wegen der Vielzahl der Anrufer in Einzelfällen nicht sofort erreichbar, wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitteilte. Die rettungsdienstliche Versorgung sei aber jederzeit sichergestellt. Allerdings mussten die Einsätze der Feuerwehr priorisiert werden, es kam zu Wartezeiten. Allein zwischen circa 16.00 und 21.00 Uhr kam es zu rund 500 wetterbedingten Alarmierungen.

Wie ein Sprecher der Polizei am frühen Mittwochmorgen mitteilte, gab es im gesamten Landkreis Straßensperrungen aufgrund von Überschwemmungen sowie einen Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzten Personen. Demnach rutschte ein Auto auf regennasser Fahrbahn gegen eine Leitplanke. Zudem kam es zu vollgelaufenen Kellern, umgestürzten Bäumen und vereinzelt auch zu Stromausfällen.

Am Wochenende traf es Mittelfranken

Die Unwetter mit starken Überschwemmungen in Oberfranken sind gerade abgeflaut - schon droht in Bayern weiter heftiger Regen. Von Mittwochabend an und in der Nacht zum Donnerstag könne es vor allem im Allgäu und in Schwaben sehr stark regnen, vereinzelt auch im Osten Bayerns, sagte der Meteorologe Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in München.

Dann verlagern sich Regen, Schauer und Gewitter, die gebietsweise kräftig sein können, auf den Süden Bayerns. Gerade zum Wochenende sei an den Alpen und im Alpenvorland sehr viel Niederschlag zu erwarten. Hinzu kommen schwere Sturmböen. Auch das nördliche Franken sei ein Risikoschwerpunkt. Ob es so schlimm wird wie in der Region Hof, ist nach Auskunft des DWD noch unklar. 

In der vergangenen Woche war vor allem Mittelfranken von Hochwasser betroffen gewesen. Auch in Ober- und Unterfranken standen komplette Ortschaften unter Wasser.

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