Fränkische Betriebe
Massive Warnstreiks in der Metall-Industrie
IG Metall
Die Gewerkschaft IG Metall ruft zahlreiche der 855.000 Beschäftigten der bayerischen Metallindustrie am 15. November zu Warnstreiks auf.
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild
von dpa
Kulmbach – Die IG Metall weitet ihren Arbeitskampf in Bayern aus und kündigt für Dienstag (15.11.) eine massive Warnstreikwelle an. Auch in hiesigen Betrieben.

Alleine 15.000 Beschäftigte sollen zu einer Tarif-Kundgebung vor die Audi-Zentrale in Ingolstadt kommen. Mitarbeiter des Autobauers, von Airbus und aller anderen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Raum Ingolstadt sollen daran teilnehmen. Ab 11 Uhr werde der bayerische IG-Metall-Bezirkschef Johann Horn zu ihnen sprechen, kündigte die Gewerkschaft am Montagabend an.

Über bayerische Betriebe soll eine "massive zweite Warnstreikwelle rollen"

Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben bei 30 Monaten Laufzeit einmalig 3000 Euro netto sowie eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden sind jetzt alle Augen auf Baden-Württemberg gerichtet. Dort haben sich die Tarifparteien angeboten, den Weg zu einem Pilotabschluss zu suchen. Sie wollen sich am Donnerstag zu ihrer fünften Verhandlungsrunde treffen.

Bis dahin sind weitere große Warnstreiks zu erwarten. Horn hatte bereits angekündigt: «Ab Dienstag wird dann eine massive zweite Warnstreikwelle über die bayerischen Betriebe rollen.» In Bayern arbeiten rund 855.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, bundesweit sind es fast vier Millionen.

103 Betriebe in Bayern zum Streik aufgerufen

In der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ruft die IG Metall bayernweit die Beschäftigten in 103 Betrieben zu Warnstreiks auf. Allein in Nürnberg beteiligen sich 37 Betriebe an einer fast dreistündigen Arbeitsniederlegung mit drei Demozügen und einer gemeinsamen Großkundgebung.  Horn zum Warnstreik: „Die Beschäftigten haben erkannt, dass die Arbeitgeber sie mit einer Hinhaltetaktik hinters Licht führen wollen. Entsprechend groß ist ihre Verärgerung. Mit einer massiven zweiten Warnstreikwelle werden wir jetzt die Arbeitgeber zur Bewegung am Verhandlungstisch drängen.“

Nach Angaben der IG Metall sollen auch zahlreiche Betriebe in Ober- und Unterfranken am Dienstag von den Warnstreiks betroffen sein. 

(dpa/lby/red) 

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