Brose Bamberg
Bamberg setzt Serie mit reifer Leistung fort
Jaromir Bohacik (mit Ball) bot mit 21 Punkten und sechs Rebounds eine starke Vorstellung.
Jaromir Bohacik (mit Ball) bot mit 21 Punkten und sechs Rebounds eine starke Vorstellung.
Jan Stimpel
Maximilian Glas von Maximilian Glas Fränkischer Tag
Bamberg – Brose kommt nach schwachem Saisonstart langsam ins Rollen. Beim 88:75-Erfolg in Chemnitz präsentieren sich die Gäste über 40 Minuten konzentriert – und profitieren von der Wurfmisere der Niners.

Der Sieg im dritten Pflichtspiel-Duell der laufenden Saison zwischen den Niners Chemnitz und Brose Bamberg geht an die Franken. Die Mannschaft von Trainer Oren Amiel setzte sich am Sonntagabend nach einer reifen und über 40 Minuten nahezu konstanten Leistung mit 88:75 in der Messehalle Chemnitz durch. Besonders überzeugend präsentierte sich ein Bamberger Guard-Duo: Jaromir Bohacik (21) und Amir Bell (20). „Wir haben uns vorgenommen, von Beginn an die Intensität der Chemnitzer zu matchen – und das haben wir sehr gut gemacht“, sagte Bohacik am Magentasport-Mikrofon.

Nach dem dritten Bundesliga-Erfolg in Serie schnuppern die Bamberger als Tabellenelfter (drei Siege, fünf Niederlagen) an den Play-off-Rängen.

Bundesliga

Niners Chemnitz – Brose Bamberg 75:88

(23:30, 21:20, 16:21, 15:17)

Die Bamberger starteten fokussiert in die Partie, trafen ihre ersten vier Würfe aus dem Feld und gingen mit 12:6 in Führung. Ein heißes Duell lieferten sich zu Beginn Patrick Miller und Dominic Lockhart, der sich schnell zwei Fouls, darunter eines wegen „Floppings“, einhandelte. Aufsteigende Tendenz bewies auf Bamberger Seite Bohacik mit sieben Punkten im ersten Viertel.

Brose verteidigte im Halbfeld zwar solide, schickte die Chemnitzer aber aufgrund früher Teamfouls zu häufig an die Linie. Als dann auch noch Patrick Heckmann zweimal den Ball verlor, waren die Gastgeber wieder auf Tuchfühlung (19:21, 8.). Amiel rief zur Auszeit – und seine Mannen fanden schnell wieder in die Spur. Bis zum Viertelende zog Brose dank einer bis dahin herausragenden Trefferquote (8 von 8 aus dem Zweierbereich) auf 30:23 davon.

Die Niners benötigten aber gerade einmal vier Minuten im zweiten Viertel, um das Spiel zu drehen (35:33). Chemnitz verteidigte nun aggressiver und forcierte das Tempo. Der litauische Aufbauspieler Arnas Velicka drückte dem Spiel in dieser Phase, ob als Vollstrecker oder Initiator der Chemnitzer Ballbewegung, seinen Stempel auf. Nach der zweiten (späten) Amiel-Auszeit gewann das Spiel der Gäste wieder etwas an Struktur. Und verlassen konnten sich die Oberfranken auf Amir Bell, der noch so jeden schweren Wurf traf und die Führung mit einem Dreier zurückeroberte (37:40).

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Seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzen konnte Heckmann, der sich mit einem Goaltending und einem Fehlpass beim Einwurf weiterhin fehleranfällig präsentierte. Den Buzzerbeater zur Halbzeitpause netzte nach einem Lauf über das ganze Feld der in Halbzeit 1 überragende Bell (13 Punkte, 6 von 6 aus dem Feld) ein. Ebenfalls ohne Fehlwurf blieb Spencer Reaves (10 Punkte, 4/4). Bamberg ging mit einer Sechs-Punkte-Führung ins dritte Viertel (44:50).

Leistete sich bei zehn Wurfversuchen nur eine „Fahrkarte“: Amir Bell
Leistete sich bei zehn Wurfversuchen nur eine „Fahrkarte“: Amir Bell
Jan Stimpel

Im dritten Viertel ging es weiter physisch zur Sache, doch das Spieltempo nahm ab. Das schmeckte eher den Bambergern. Bohacik warf seine Mannschaft mit drei Dreiern binnen zwei Minuten mit zehn Punkten in Front (51:61, 25.). Danach musste der Tscheche aber mit seinem dritten Foul, einem „Unsportlichen“ an Lockhart, auf der Bank Platz nehmen. Obwohl die Chemnitzer zu dieser Phase aus der Distanz schwächelten, konnten sie sich wieder auf sechs Punkte heranrobben. Bamberg arbeitete nicht konsequent genug beim Defensiv-Rebound und verließ sich im Angriff zu sehr auf seine Distanzwürfe. Doch Amiel fand wohl auch in seiner dritten Timeout die richtigen Worte. Sein Team kam mit einem 7:0-Lauf aufs Parkett zurück und nahm ein Elf-Punkte-Polster (60:71) mit in die letzten zehn Minuten.

Auf Betriebstemperatur kamen dann die mehr als 3300 Niners-Anhänger aufgrund zweier Schiedsrichterentscheidungen. Bei einem Korblegerversuch von Aher Uguak im Fastbreak pfiffen die Unparteiischen kein Foul von Heckmann, im direkten Gegenzug bekam Wes Clark dann ein unsportliches Foul aufgebrummt, nachdem er Spencer Reaves festgehalten hatte. Zwei knifflige, aber korrekte Entscheidungen. Auch wenn die Bamberger Ballbewegung nun stockte, ließen sie sich von der aufgeheizten Atmosphäre in der Halle nicht anstecken, profitierten aber auch von der akuten Wurfmisere der Niners (insgesamt 8 von 37 Dreiern).

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Während die Sachsen etliche offene Dreipunktewürfe liegen ließen, traf Kevin Wohlrath vom „Parkplatz“ (68:80). Und auch in der Defensive war der 27-Jährige zur Stelle, indem er Mindaugas Susinskas zwei Minuten vor dem Ende das Spielgerät klaute. Den Deckel machte der Kapitän persönlich, Christian Sengfelder, mit einem „weggeworfenen“ linken Korbleger drauf.

Brose-Spieler des Spiels

Amir Bell Der neue starke Mann auf der Point-Guard-Position, Patrick Miller, scheint seinen Vertreter zu beflügeln. Amir Bell erzielte 20 Punkte in 20 Minuten Spielzeit und konnte an diesem Abend (fast) nicht vorbeiwerfen: 9 von 10 Würfe aus dem Feld verwandelte er. Sein Plus-Minus-Verhältnis (+11) war das zweitbeste des Abends.

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