Basketball
Bamberger Defensiv-Kollaps in Rumänien
Patrick Miller (links) hatte mit dem Rumänen Bogdan Nicolescu stets einen Sonderbewacher an seiner Seite.
Patrick Miller (links) hatte mit dem Rumänen Bogdan Nicolescu stets einen Sonderbewacher an seiner Seite.
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Maximilian Glas von Maximilian Glas Fränkischer Tag
Bamberg – Brose Bamberg verliert auch den zweiten Vergleich im Fiba-Europe-Cup mit CSM Oradea. Bei der 84:95-Niederlage offenbaren die Bamberger besonders in den ersten 15 Minuten kapitale Abwehrschwächen.

Brose Bamberg steht nach der 84:95-Niederlage bei CSM Oradea am Mittwochabend vor dem Aus im viertklassigen Fiba-Europe-Cup. Die Oberfranken (2 Siege/2 Niederlagen) stehen in der Zwischenrundengruppe L zwar punktgleich mit den Rumänen auf Platz 2, müssen aber mit der Hypothek des verlorenen direkten Vergleichs leben. Für ein mögliches Weiterkommen muss Brose nun wohl seine beiden verbleibenden Partien gegen Keravnos BC (1/3) und bei Anwil Wloclawek (3/1) gewinnen. Die Polen besiegten im Parallelspiel Keravnos deutlich mit 78:65.

Dass auch Bamberg letztlich chancenlos in Oradea war, lag vor allem an der nachlässigen Defensivarbeit und 19 Ballverlusten.

Fiba-Europe-Cup, Zwischenrunde

CSM Oradea – Brose Bamberg 95:84

(31:25, 26:27, 21:14, 17:18)

Christian Sengfelder, der in den vergangenen Wochen weit unter seinen Möglichkeiten geblieben war, meldete sich in der Anfangsphase in Oradea zurück. Neun der ersten 15 Bamberger Punkte gingen auf das Konto des Brose-Kapitäns. Bamberg spielte zu Beginn überlegt im Setplay und forcierte immer wieder erfolgreich das Tempo (9:15, 6.). Zuvor hatte es eine Schrecksekunde gegeben: Patrick Miller landete nach einem Abschluss unglücklich und ging humpelnd in die Kabine. Wenige Minuten später kehrte der 30-Jährige aber wieder aufs Parkett zurück. Zu einer Phase, in der die Rumänen langsam das Kommando übernahmen.

Die Bamberger Bankspieler um Solomon Young fremdelten sichtlich, während Oradea sich nun in fast jedem Angriff eine hochprozentige Abschlusschance erspielte (26:21, 8.). Nachdem der Ex-Würzburger Center Mark Ogden seinen dritten freien Dreier verwandeln durfte, wurde Trainer Oren Amiel in seiner Auszeitansprache aus nachvollziehbaren Gründen laut. Brose lag nach zehn Minuten trotz einer überragenden Zweierquote (9 von 10) mit sechs Zählern im Rückstand. Kurios: Oradea griff sich als Team in einem Viertel nur einen Rebound.

Wurde mehrmals laut in seinen Auszeiten: Brose-Headcoach Oren Amiel
Wurde mehrmals laut in seinen Auszeiten: Brose-Headcoach Oren Amiel
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Wer dachte, dass die Oberfranken in der Verteidigung die Zügel anziehen, sah sich zunächst getäuscht. Die Bamberger Akteure begnügten sich defensiv mit der Zuschauerrolle und hatten den Passstafetten der Rumänen wenig entgegenzusetzen (45:32, 13.). Nach Amiels zweiter Auszeit schafften es die Gäste, den Rhythmus der Hausherren mit einer Zonenpresse etwas brechen und robbten sich mit einem 7:0-Lauf wieder heran.

Das Momentum gänzlich drehen konnten die Bamberger aber nicht. Miller fand im zweiten Viertel als Spielgestalter nicht die richtige Balance, leistete sich drei Ballverluste binnen weniger Minuten und scheiterte zweimal aus der Distanz. Dank einer ordentlichen Defensivleistung in den sieben Minuten vor der Pause blieb Brose in einem offensivgeprägten Spiel aber auf Tuchfühlung (57:52).

Jaromir Bohacik hätte Brose zu Beginn des dritten Viertels wieder in Führung bringen können, wurde aber beim Korblegerversuch geblockt (57:57). Statt Bamberger Führung legten die Rumänen wieder einen Zwischenlauf hin. Vor allem der 1,78 Meter kleine Aufbauspieler Erick Neal entwischte den Bamberger Verteidigern nun ein ums andere Mal. Nach einem Fehlpass von Amir Bell beim Einwurf und anschließendem Fastbreak der Gastgeber lag Brose wieder zweistellig hinten (72:62, 26.). Amiel strafte daraufhin seine „Zweite Fünf“ ab, indem er vier Akteure auf einen Schlag auswechselte. Besserung stellte sich aber auch mit den Startern nicht ein. Bamberg verteidigte das Pick-and-Roll zu nachlässig und war offensiv zu abhängig von den Ideen Millers, die an diesem Abend nur partiell gut waren.

Wieder kein Faktor im Brose-Spiel: Neuzugang Gerel Simmons
Wieder kein Faktor im Brose-Spiel: Neuzugang Gerel Simmons
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Wer kann Brose bei zwölf Punkten Rückstand im letzten Spielabschnitt noch Leben einhauchen? Der Kapitän persönlich. Sengfelder traf zwei Dreier in Serie und verkürzte auf 78:86 aus Bamberger Sicht (36.). In Gefahr geriet der zweite Gruppenerfolg der Rumänen aber nicht mehr. Denn während es die Gäste zu häufig mit Eins-gegen-Aktionen ihrer Guards probierten, setzte Oradea auch in kritischen Phasen auf Teambasketball (insgesamt 28 Assists) und wurde mit hervorragenden Trefferquoten über das gesamte Spiel belohnt.

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Chris Sengfelder Wenn man dem Abend aus Bamberger Sicht etwas Gutes abgewinnen möchte, dann die stark verbesserte Leistung des Kapitäns. Christian Sengfelder erzielte 23 Punkte, griff sich neun Rebounds von den Brettern und gab drei Assists. Die mit Abstand beste Leistung des Nationalspielers seit Wochen. mg

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