Brose Bamberg
Ohne Aufbauspieler: Brose verliert in Göttingen
Musste 33 Minuten auf dem Feld, größtenteils als Point Guard, ackern: Spencer Reaves (links)
Musste 33 Minuten auf dem Feld, größtenteils als Point Guard, ackern: Spencer Reaves (links)
Hubert Jelinek
Maximilian Glas von Maximilian Glas Fränkischer Tag
Bamberg – Die Bamberger wehren sich bei der BG Göttingen nach Kräften, müssen sich aber ohne die verletzten Patrick Miller und Amir Bell letztlich mit 79:95 geschlagen geben.

Nach der wettbewerbsübergreifend dritten Niederlage in Folge steckt Brose Bamberg im Abstiegssumpf der Basketball-Bundesliga fest. Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Oren Amiel unterlag am Samstagabend mit 79:95 bei der BG Göttingen. Den Einsatz und Kampf konnte man den Oberfranken in der Sparkassen-Arena nicht absprechen, doch ohne die beiden Aufbauspieler Patrick Miller und Amir Bell fehlte am Ende die Energie und Qualität, um die Niedersachsen zu gefährden. Während der Partie musste auch noch Youngster Tyreese Blunt mit einer Wadenverletzung passen.  Beste Bamberger Werfer waren Christian Sengfelder (22 Punkte) und Kevin Wohlrath (16).

Mit einer Bilanz von nur drei Siegen aus zehn BBL-Partien rangiert Brose nun auf Platz 15 und hat nur einen Sieg Vorsprung auf den Tabellenletzten Fraport Skyliners, die am Samstag die MHP Riesen Ludwigsburg mit 92:80 überraschten.

Bundesliga

BG Göttingen – Brose Bamberg 95:79

(17:22, 33:19, 19:24, 26:14)

Die Vorzeichen für einen Bamberger Auswärtserfolg standen äußerst ungünstig. Brose-Coach Amiel musste auf seine beiden etatmäßigen Aufbauspieler Patrick Miller (Leistenbeschwerden) und Amir Bell (Oberschenkelprobleme) verzichten. Um die Bamberger Spielorganisation kümmerten sich in erster Linie Jaromir Bohacik und Spencer Reaves. Und das Duo erledigte diesen Job zunächst ordentlich. Die Gäste spielten ihre Angriffe geduldig aus und fanden immer wieder die freien Schützen an der Dreierlinie. Reaves, Christian Sengfelder und Kevin Wohlrath brachten Brose mit Distanztreffern mit 13:8 (6.) in Front.

Was die Bamberger nicht schafften: Ein Inside-Spiel zu etablieren. Sengfelder wurde mit dem Rücken zum Korb stets gedoppelt und war gezwungen, den Ball abzugeben. Bei den Gastgebern punktete in den ersten acht Minuten indes nur ein Akteur mit elf Zählern: der 34-jährige Routinier Harper Kamp. Die Bamberger behaupteten bis zum Viertelende eine knappe Führung (17:22), da sie – nicht ganz überraschend – die Bretter beherrschten (12:6 Rebounds im ersten Viertel) und sich nur zwei Ballverluste erlaubten.

Entschied das Duell der deutschen Power Forwards für sich: Christian Sengfelder (rechts) gegen Till Pape
Entschied das Duell der deutschen Power Forwards für sich: Christian Sengfelder (rechts) gegen Till Pape
Hubert Jelinek

Im zweiten Viertel standen bereits nach einer Minute zwei Bamberger Turnovers zu Buche. Patrick Heckmann warf zweimal das Spielgerät weg, was Göttingens Center Rayshaun Hammonds zu zwei Dreiern nutzte. Die Veilchen übernahmen die Führung (23:22), Amiel rief zur ersten Auszeit. In der Gästeverteidigung herrschte nun „Tag der offenen Türe“. Denn Harald Frey und Till Pape (jeweils zwei) durften ebenfalls unbehelligt von der 6,75-Meter-Linie abdrücken. Göttingen verwandelte so binnen vier Minuten sechs Dreipunktewürfe. Dass Bamberg in der Defensive der letzte Biss fehlte, lag auch am steigenden Göttinger Druck auf die Aushilfs-Aufbauspieler der Gäste. Nachdem Brose dank eigener Treffersicherheit zunächst auf Tuchfühlung blieb (32:32), stotterte der Motor nun auch offensiv.

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Die BG zog mit einem 7:0-Lauf davon. Bamberg schaffte es nicht, die „Early Offense“ der Niedersachsen zu stoppen, lud sie mit zahlreichen Ballverlusten sogar dazu ein. Erst Ende des zweiten Viertels versuchte es Amiel mit einer Zonen-Variante – allerdings auch mit überschaubarem Erfolg. Brose kassierte in den zweiten zehn Minuten 33 Punkte und ging mit neun Punkten Rückstand in die Kabine (50:41). Dabei war die Punktverteilung bei den Veilchen kurios: Während der zweitbeste Scorer der Liga, Mark Smith, bei mageren zwei Zählern blieb, drehten die „Big Men“ Hammonds (17) und Kamp (13) auf. Ob die Oberfranken in der zweiten Halbzeit noch einmal aufdrehen konnten?

Brose-Youngster Tyreese Blunt (links) verteidigt den Norweger Harald Frey
Brose-Youngster Tyreese Blunt (links) verteidigt den Norweger Harald Frey
Hubert Jelinek

Bamberg steckt nicht auf

Zumindest wehrten sich die tapferen Bamberger Rotationsspieler nach Kräften. Nach einem zwischenzeitlichen zweistelligen Rückstand setzte Mitte des dritten Viertels der bis dato unglücklich agierende Patrick Heckmann einige Akzente. Der 30-Jährige verwandelte zunächst einen Dreier aus der Ecke und bediente dann zweimal Chachashvili in der Zone.

Der Israeli, der bereits in der ersten Halbzeit mit drei Fouls belastet war, gehörte zu den besten Bambergern an diesem Abend. Da die Gäste nun auch defensiver konzentrierter zu Werke gingen und mit einer 2-3-Zone den Rhythmus der Göttinger brachen, waren sie nach 28 Spielminuten wieder auf Tuchfühlung (64:60, 28.). Mit einem Dreier aus acht Metern markierte Reaves die letzten Punkte des Spielabschnitts (69:65).

Reaves hätte zu Beginn des vierten Viertels sogar ausgleichen können, verpasste allerdings einen Floater mit der rechten Hand. Das Spiel lag für die Bamberger auf dem Tablett, doch sie behielten in dieser Phase keinen kühlen Kopf. Chachashvili scheiterte zweimal in der Zone, Sengfelder beging im Fastbreak ein unnötiges Offensivfoul. Statt des greifbaren Ausgleichs schraubte der Göttinger Scharfschütze Harald Frey den Vorsprung für die Gastgeber wieder auf sieben Punkte (74:67) in die Höhe.

Blieb unter seinen Möglichkeiten: Jaromir Bohacik (links)
Blieb unter seinen Möglichkeiten: Jaromir Bohacik (links)
Hubert Jelinek

Am Ende wird es deutlich

Das Bemühen konnte man den dezimierten Bambergern nicht absprechen, doch die Energie und Kraft, das Spiel noch zu drehen, waren nicht mehr vorhanden. Nachdem der blasse Bohacik einen freien Dreier nicht verwandeln konnte, machte auf der Gegenseite Harper Kamp aus der Distanz zweieinhalb Minuten vor Spielende den Deckel auf den Göttinger Sieg (84:74). Am Ende wurde es ergebnistechnisch noch richtig bitter für die Gäste, die in der aktuellen personellen Konstellation nur bedingt konkurrenzfähig sind.

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