Handball
Der HC Erlangen hat kein Problem mit Torhütern
Trotz vierwöchiger Zwangspause und der Verletzung des Stammkeepers gewann der HC Erlangen mit Sebastian Firnhaber (links) und Martin Ziemer als Ersatztorhüter gegen die Magdeburger mit Marko Bezjak (am Boden).
Trotz vierwöchiger Zwangspause und der Verletzung des Stammkeepers gewann der HC Erlangen mit Sebastian Firnhaber (links) und Martin Ziemer als Ersatztorhüter gegen die Magdeburger mit Marko Bezjak (am Boden).
Foto: Sportfoto Zink
Erlangen – Verletzungsschock für den HC Erlangen: Im ersten Spiel nach der Zwangspause muss Torhüter Klemen Ferlin ersetzt werden.

Der Gegner des HC Erlangen, der SC Magdeburg, lag vor dem Handball-Duell am Sonntagnachmittag voll im Soll: Nicht nur, dass der SCM auf Platz 4 der Bundesliga-Tabelle steht, der zur Euro League berechtigt, der Klub gab auch die Verlängerung mit Kapitän Christian O'Sullivan bekannt. Der norwegische Vizeweltmeister von 2017 und 2019 unterzeichnete einen Dreijahresvertrag bis 2025. Der 29-Jährige sagte im Vorfeld des Spiels bei Sky: „Ich habe Vertrauen in unseren Verein. Wir entwickeln uns gut und darum bleibe ich.“

Doch nach vier Wochen Quarantäne gelang den Erlangern die Überraschung der Handball-Bundesliga: Obwohl sich Torhüter Klemen Ferlin in der ersten Spielhälfte verletzte und der HCE mit vier Toren zur Pause zurücklag, gelang den Franken eine Aufholjagd.

Bundesliga, Männer

HC Erlangen – SC Magdeburg 30:28 (12:16)

Nico Büdel erzielte den Führungstreffer, danach gingen die Magdeburger wie gewohnt ins Tempo. Dennoch baute der HCE die Führung aus, bevor O'Sullivan auf 2:1 verkürzte. Zunächst wirkte die Heimmannschaft frischer als der Gast, Hampus Olsson traf zum 3:1. Danach sah der Schiedsrichter den Ball hinter der Torlinie und gab einen Treffer für Magdeburg, was HCE-Keeper Klemen Ferlin freilich nicht gefiel. Lukas Mertens glich zum 3:3 aus. Erlangen machte in dieser Phase zu viele Fehler, Christoph Steinert gelang die Führung für die Gäste. Beim Stand von 4:5 hielt Ferlin einen Siebenmeter von Ómar Ingi Magnússon, indem er die Beine schneller schloss, als der Magdeburger werfen konnte (12.).

Folgenschwere Verletzung

Zwei Minuten später stand Ferlin wieder im Mittelpunkt, allerdings mit schwerwiegenden Folgen: Er verdrehte sich das Knie beim Parieren eines Wurfes von Mertens. Die Schmerzen waren Ferlin im Gesicht anzusehen, er war bleich und wirkte erschüttert. Seinen Platz im Tor nahm Martin Ziemer ein. Dennoch gaben sich die Erlanger nicht auf, auch wenn die folgende Situation beim Stand von 8:10 unglücklich wirkte: Zweimal scheiterte Florian von Gruchalla an SCM-Keeper Jannick Green, einmal beim Siebenmeter, einmal beim Nachwurf. Petter Øverbys Pfostentreffer beim Stand von 11:13 leitete einen Lauf des Gegners ein. Magdeburg zog auf 11:15 und zur Pause auf 12:16 davon.

Flüssiger lief es für den HCE in der zweiten Spielhälfte. Auch wenn Ferlin die unangefochtene Nummer 1 des HC Erlangen ist, machte Ersatzkeeper Ziemer seine Sache ordentlich: Gegen Michael Damgaard hielt er zweimal kurz hintereinander überragend. Auch Steffen Fäth zeigte gute Szenen und netzte ein ums andere Mal. Büdel gelang sogar der 19:19-Ausgleich (39.). Magdeburg nahm eine Auszeit.

Erlangen pusht sich selbst

Danach tankten die Erlanger Selbstvertrauen, blieben dicht am Gegner dran und hätten beim Stand von 21:21 sogar in Führung gehen können, wenn Simon Jeppsson nicht ein technischer Fehler unterlaufen wäre. Nachdem Ziemer gegen Daniel Pettersson hielt, netzte Daniel Mosindi zur 22:21-Führung ein. Jeppsson erhöhte auf 23:21, Magdeburg konterte. Sieben Tore hatte der HC Erlangen nach der Pause aufgeholt. Auf der Anzeigentafel stand zehn Minuten vor dem Ende ein 25:22. Magdeburg nahm erneut eine Auszeit.

Jedes Mal, wenn Magdeburg traf, blieb Erlangen konsequent und traf ebenso. Mit dem zwölften Tor von O'Sullivan kam Magdeburg doch wieder näher heran, Erlangen lag nur noch mit 28:27 in Führung (57.). Dann erhöhten die Gäste den Druck, Erlangen hatte Glück, weil ein Stoß von Büdel nicht geahndet wurde. Jeppsson traf 30 Sekunden vor dem Ende zum 30:28. Da fiel sogar kurzzeitig das Licht aus. Nach dem Spielende feierten sich die Spieler des HC Erlangen zurecht selbst. „Gegen Magdeburg gewinnt man nicht alle Tage“, sagte Ziemer nach dem Spiel bei Sky. Wie schwer sich sein Kollege Klemen Ferlin verletzt hatte, konnte er nicht sagen. Eine Kernspintomographie am Montag wird Aufschluss über die Verletzung des Keepers geben.