Leichtathletik
Deutsche Meisterschaft: Oberfranke ohne Chance
Musste nach drei ungültigen Versuchen seine Tasche packen: Merlin Hummel, Deutschlands größtes Hammerwurf-Talent, schied bei den deutschen Meisterschaften  vorzeitig aus.
Musste nach drei ungültigen Versuchen seine Tasche packen: Merlin Hummel, Deutschlands größtes Hammerwurf-Talent, schied bei den deutschen Meisterschaften vorzeitig aus.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Braunschweig – Hammerwerfer Merlin Hummel erlebt bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig keinen guten Tag. Enttäuscht ist der 19-Jährige deswegen nicht.

Es kann nicht immer klappen: Der Kulmbacher Hammerwerfer Merlin Hummel ist am Samstag von den deutschen Männer-Meisterschaften ohne gültigen Versuch zurückgekehrt. Noch im Vorjahr erreichte der 19-jährige Athlet des UAC Kulmbach überraschend den zweiten Platz und wäre beinahe sogar deutscher Meister geworden, wäre er nicht noch im letzten Versuch abgefangen worden.

Merlin Hummel: erstmals ohne gültigen Versuch

Enttäuscht über sein Abschneiden war das größte deutsche Hammerwurf-Talent keineswegs. „Ich habe mir nach dem zweiten Fehlversuch vorgenommen, alles auf eine Karte zu setzen“, sagte Hummel am nächsten Tag. „Schließlich fahre ich nicht nach Braunschweig, um mir irgendeinen Platz abzuholen. Ich will abliefern, was ich kann. Das hat in dem Moment leider nicht funktioniert.“ Erstmals beendete Hummel einen Wettkampf ohne gültigen Versuch. „Das ist etwas Neues, aber lieber lerne ich jetzt daraus, als im August bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Nairobi.“

Fokus liegt auf EM und WM

Dort sowie bei den Junioren-Europameisterschaften in Tallin im Juli will der 19-Jährige in Topform sein. Danach ist sein Trainingsplan auch ausgerichtet. Die deutsche Meisterschaft war nur eine Zwischenstation. „Seit Ostern habe ich meine Technik etwas umgestellt“, erklärte Hummel. „Es braucht noch eine gewisse Zeit, bis ich alles komplett umsetzen kann.“

Der Großteil seiner Bewegung sei vom Eingang abhängig, „der den Rest beeinflusst“, sagte Hummel. „Noch ist es nicht so, wie ich es mir vorstelle. Von daher war mir klar, dass ich nicht an meine 100 Prozent herankomme. Bis zu den wirklich wichtigen Wettkämpfen wird die Bewegung sitzen.“

Das wenige Training mit dem schwereren Hammer und neues Schuhwerk waren für den 19-Jährigen lediglich Randaspekte. „Es kam eben alles zusammen“, sagte Hummel.

Tristan Schwandke triumphiert erneut

Sieger war wie schon im Vorjahr Tristan Schwandke (TV Hindelang). Auch eine beschwerliche, neunstündige Anreise konnte den 29-Jährigen nicht stoppen. Mit jedem seiner gültigen Würfe mit dem 7,26 Kilogramm schweren Männer-Gerät hätte Schwandke den Titel abgeräumt. Sein weitester Versuch landete bei 73,52 Metern, was gleichbedeutend sein dritter nationaler Erfolg in Folge war.

„Ich bin guter Dinge, dass die Olympianorm in einem der nächsten Wettkämpfe fällt“, sagte Schwandke. 77,50 Meter sind hier gefordert. Silber holte sich mit Saisonbestleistung Johannes Bichler (LG Stadtwerke München; 66,99 Meter) vor Konstantin Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim; 63,86 Meter).