Handball
Ein Verletzter mehr beim HC Erlangen
Sebastian Firnhaber (links) und Jan Schäffer (rechts) halten beim Hinspiel-Sieg Berlins Paul Drux auf. Das Rückspiel entscheiden die Füchse für sich.
Sebastian Firnhaber (links) und Jan Schäffer (rechts) halten beim Hinspiel-Sieg Berlins Paul Drux auf. Das Rückspiel entscheiden die Füchse für sich.
Foto: Archiv, Sportfoto Zink
Berlin – Die 22:30-Niederlage gegen die Füchse Berlin schmerzt den HC Erlangen vermutlich nicht so sehr wie die Verletzung von Hampus Olsson.

Nachdem der HC Erlangen das Bundesliga-Hinspiel gegen die Füchse Berlin im Februar überraschend mit 30:27 gewonnen hatte, waren diese heiß auf eine Revanche. Und die bekamen die Füchse am 32. Spieltag der Handball-Bundesliga. Erlangen ließ sich beim 30:22 (17:12) allerdings nicht vorführen, sondern zeigte ordentliche Spielzüge. Mit der Verletzung von Hampus Olsson in der ersten Spielhälfte kam der langen Ausfall-Liste der Franken jedoch noch ein Spieler hinzu.

Bundesliga, Männer

Füchse Berlin – HC Erlangen 30:22

Auch wenn die Erlanger mit sieben verletzten Spielern personell nicht gut aufgestellt waren – der halbe Rückraum fehlte ihnen – ließen sie den Favoriten aus Berlin nicht so einfach davonziehen. In den ersten 50 Sekunden verteidigte der HCE gut, bis die Füchse durch Jakov Gojun in Führung gingen. Nach dem 2:0 durch Lasse Andersson markierte Benedikt Kellner den ersten Treffer für Erlangen. Obwohl die Füchse folgend immer in Führung waren, zogen sie bis zur 17. Minute nie mehr als zwei Tore weg. Erlangen kam stets zum Anschlusstreffer. Ein besonders schönes Tor machte Sebastian Firnhaber beim Zwischenstand von 2:3, als er eine kleine Lücke in der Berliner Abwehr nutzte.

Hampus Olsson verletzt sich

Beim Stand von 8:6 nahm HCE-Trainer Michael Haaß die erste Auszeit. Doch die nutzte nichts: Die Berliner gingen direkt danach mit drei Toren in Führung (9:6). In der Folge verließ die Erlanger ein wenig das Abwehr-Glück, die Hausherren zogen auf vier Tore davon (12:8). Dann musste auch noch Hampus Olsson verletzt das Spielfeld verlassen, er war im Wurf touchiert worden, nachdem er seinem Gegenspieler Tim Matthes unabsichtlich auf den Fuß getreten war. Doch statt einer Strafe für Berlin kam es zum Treffer durch Jacob Holm. Und es wurde noch bitterer für Erlangen: Max Jäger bekam eine Zwei-Minuten-Strafe für ein Foul, Hans Lindberg verwandelte den Siebenmeter für Berlin.

Hampus Olsson verletzte sich im Spiel gegen Berlin.
Hampus Olsson verletzte sich im Spiel gegen Berlin.
Foto: Sportfoto Zink

Erlangen blieb in der Offensive dran, auch wenn der Zwischenstand gegen Ende der ersten Spielhälfte nicht mehr so eng war wie zu Beginn. Beim Stand von 15:11 nahm Berlins Trainer Jaron Siewert eine Auszeit und gab seinen Spielern klare Anweisungen. Eine Sekunde vor der Halbzeitpause wurde Firnhaber zu Fall gebracht – Siebenmeter für Erlangen. Johannes Sellin führte diesen jedoch schlecht aus, warf links am Tor vorbei. So gingen die Erlanger mit einem Rückstand von 12:17 in die Pause.

Der Torhüter der Füchse, Dejan Milosavljev, zeichnete sich in der zweiten Halbzeit durch einige gute Paraden aus. Gleich zwei Versuche von Stefan Lex blockte der Keeper beim Stand von 18:13. Lex stand nach seiner Nachverpflichtung unter der Woche zum ersten Mal für die Erlanger auf der Platte. Er machte seine Sache ordentlich.

Die Luft ist raus

Mittlerweile wurde der spielerische Unterschied zwischen beiden Teams deutlicher. Schmerzlich vermisst wurde Olsson bei den Franken. Auch Daniel Mosindi, der Erlangen nach dieser Saison verlassen wird, hatte nicht seinen besten Tag. Ihm unterliefen mehrere Fehler. Beim Stand von 24:18 zehn Minuten vor dem Ende setzte Tarek Marschall Benedikt Kellner gut in Szene, sodass er zum 24:19 verkürzen konnte. Danach war die Luft bei beiden Teams raus. Die Füchse machten die 30 Tore voll, während Erlangen nur 22 erzielte.

„Berlin war in dieser Besetzung heute gegen uns einfach eine Nummer zu groß“, sagte HCE-Trainer Michael Haaß am Sky-Mikrofon nach dem Spiel. „Wir haben uns zwar gewehrt und auch viele Sachen gut gemacht, aber es hätte viel mehr viel besser laufen müssen, damit wir hier etwas mitnehmen können.“ Angesprochen auf die Verletzung von Olsson sagte Haaß: „So wie er hier herumgehumpelt ist, gehe ich nicht davon aus, dass er die nächsten Tage trainieren können wird.“ Die Diagnose steht noch aus.

Comeback von Henning Fritz

Beim Kampf um die Meisterschaft in der Handball-Bundesliga hat die SG Flensburg-Handewitt Torwart-Legende Henning Fritz neun Jahre nach seinem eigentlichen Karriereende nachverpflichtet. Das Comeback des 46-jährigen einstigen Welthandballers auf dem Spielfeld blieb zwar aus, doch Flensburg-Handewitt kam beim TBV Lemgo auch so zu einem souveränen 33:22-Sieg. Die SG hält weiter Kontakt zum Spitzenreiter THW Kiel.